Verein LebensBlüten: Erinnerungen, Gedanken und die Stimme bleiben als HörBlüten erhalten

Nora  Heindl Tips Redaktion Nora Heindl, 30.11.2021 15:44 Uhr

LINZ/LEONDING. Das Leben hat einen Anfang und ein Ende und ganz viel dazwischen. Der Verein LebensBlüten richtet sich an Menschen mit einer lebensverkürzenden Diagnose, aber auch an alle anderen, die eine positive Rückschau auf ihr Leben halten möchten – festgehalten in kleinen Hörbüchern, genannt HörBlüten.

„Lebensblüten sind schöne Erinnerungen aus meinem Leben, Menschen, die mir am Herzen liegen oder die meine Wege begleiten, meine Stärken und Lebenssituationen, wo ich diese gespürt und gebraucht habe, Orte, mit denen ich wunderbare Erinnerungen verknüpfe, emotionale Momente im Leben, alles, was zu mir gehört und mich aufblühen lässt – in der Vergangenheit und auch im Moment“, erzählt Ursula Teurezbacher, Audiobiografin, Clownkünstlerin und Referentin aus Leonding.

In Form von Interviews werden diese Lebensblüten von ihr und ihrem Kollegen Christian F. Freisleben, Hochschuldidaktiker, Berater, Referent und Improvisateur aus Linz, gesammelt und ein kleines Hörbuch erstellt, genannt HörBlüte, das etwa an die Familie verschenkt werden kann.

Wertschätzende Rückschau auf das eigene Leben

Seit 15 Jahren setzen die beiden gemeinsam unterschiedlichste Bildungs- und Beratungsangebote um. Ein wichtiger Aspekt ist dabei stets der wertschätzende Blick auf das eigene Leben. Mit dem neuen Projekt haben sie genau das zum Ziel. Denn: LebensBlüten richtet sich vor allem auch an Menschen mit einer lebensverkürzenden Diagnose. „Sie müssen sich viel intensiver dem Thema stellen, dass vieles Alltägliche und bislang Selbstverständliche wahrscheinlich das letzte Mal möglich ist. Damit verschieben sich Prioritäten deutlich, Abschied nehmen rückt stärker in den Fokus und die herausfordernde Frage, welche Erinnerungsstücke zurückgelassen werden. Was von mir bleibt, wenn ich gehe“, erklären Teurezbacher und Freisleben.

Die Aufnahme einer HörBlüte soll die Menschen dabei unterstützen, wertschätzend und lächelnd auf Lebensstationen, kleine und große Entscheidungen zurückzuschauen. Dieser Blick auf Vergangenes stärke auch den Blick auf das, was noch kommen mag – auch irgendwann der eigene Abschied.

„Hören ist einer der ersten Sinne, der sich im Mutterleib ausbildet und die Stimme ist das Erste, was wir vergessen, wenn ein Mensch stirbt. Wir haben viele Bilder im Kopf und sicherlich einige Handyvideos, Fotos und vielleicht Erinnerungen an manche Geschichten, aber die Stimme – der Klang der Stimme ist nicht mehr greifbar. Mit den HörBlüten bleibt die Stimme erhalten sowie die Geschichten und persönlichen Erzählungen“, erklärt Freisleben.

Für Menschen in der letzten Lebensphase kostenlos

Für Menschen in der letzten Lebensphase ist die Erstellung eines Hörbuchs kostenlos. „Es soll keine finanzielle Hürde darstellen, seine Lebensblüten für sich selbst und zur Weitergabe an die Familie aufzunehmen“, so das Duo. Möglich wird das unter anderem durch Crowdfunding (bis 10. Dezember auf https://wemakeit.com/projects/lebensblueten) und Spenden.

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