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LINZ. Die Initiative „Verkehrswende Jetzt!“ sammelt Unterschriften für die Einleitung einer kommunalen Volksbefragung, in der die Stadt Linz aufgefordert wird, keine Autobahnprojekte auf Linzer Stadtgebiet mitzufinanzieren.  Die Initiative sieht sich auch durch eine aktuelle Stellungnahme des Klimaministeriums bestätigt, die am Donnerstag bei einer Pressekonferenz präsentiert wurde.

Am Donnerstag veranstaltete die Initiative Verkehrswende jetzt! eine öffentliche Pressekonferenz auf der Verkehrsinsel der "Waldeggspinne" beim Linzer Hauptbahnhof. (Foto: Verkehrswende Jetzt!)

Derzeit will die Stadt Linz die A26 bekanntlich mit 5 Prozent co-finanzieren.

Im Sommer 2021 wurde bekannt, dass der zweite Abschnitt der A26 (Westring)  - geplanter Baubeginn im Jahr 2024 - aus der Evaluierung durch das Klimaministerium ausgenommen wird. Darauf wendete sich die Initiative Verkehrswende Jetzt! im Juli 2021 in einem Offenen Brief an Ministerin Gewessler – mit der Aufforderung, auch diese Autobahn, die zu den klimaschädlichsten Großprojekten in Oberösterreich zählt, einem Klimacheck zu unterziehen.

Ende 2021 kam die Antwort aus dem Klimaministerium. Eine zentrale Botschaft sticht für die Initiative heraus: „Ausführliche Analysen ergaben, dass der Ausbau des Straßennetzes stets zu mehr Verkehrführt. Klimaschädliche Treibhausgase steigen dadurch ebenso wie oftmals die Belastung durchLärm und Stau.“ (Klimaschutz- und Verkehrsministerium, 30.12.2021, Geschäftszahl: 2021-0.490.833).

Die Initiative Verkehrswende Jetzt! sieht sich durch diese Stellungnahme des Klimaministeriums vollinhaltlich bestätigt, wie Gertraud Walli am 27. Jänner bei einer Pressekonferenz betonte: „Klimaministerin Gewessler entlarvt damit die Behauptung von Stadt und Land, wonach die A26 eine Entlastung bringen würde, als unhaltbare Propaganda. Das Gegenteil ist wahr: Wer Straßen sät, wird Autoverkehr ernten.“

Auch Umlandgemeinden droht stärkere Verkehrsbelastung

Selbst das Land OÖ rechnet mit 80.000 zusätzlichen Autofahrten in Linz täglich bis 2030, sollten die beiden Autobahnprojekte A26-Bahnhofsautobahn und Ostautobahn realisiert werden. Es zeichnet sich ab, dass auch in den Umlandgemeinden (z.B. Leonding, Ansfelden) die Verkehrsbelastung durch die A26 erheblich zunehmen wird und neue klimafeindliche Straßenprojekte (z.B. B139 neu) nach sich zieht. Tatsächlich brauchen wir aber deutlich weniger und nicht mehr Autoverkehr. Experten der Initiative Verkehrswende Jetzt! haben errechnet, dass bis 2030 die Zahl der täglichen Autofahrten im Großraum Linz um 150.000 gesenkt werden muss, wenn die Klimaziele im Verkehr eingehalten werden sollen.“

Linzer Volksbefragung als Ziel

Die eindeutige Aussage aus dem Klimaministerium stärkt die Zuversicht der Initiative Verkehrswende Jetzt!, dass die A26-Bahnhofsautobahn noch verhindert werden kann. „Eine Evaluierung der A26 mit den gleichen Grundsätzen wie bei der Lobau-Autobahn würde das Ende für den ab 2024 geplanten Bau der Bahnhofsautobahn bedeuten“, so der Tenor.

Erich Jank (Initiative Verkehrswende jetzt!): „Die Alternativen zum Bau der A26-Bahnhofsautobahn liegen auf der Hand: viel stärkerer und schnellerer Ausbau des Öffentlichen Verkehrs, z.B. die sofortige Attraktivierung und Durchbindung der Mühlkreisbahn über die neue Eisenbahnbrücke und die bereits existierende Trasse der Hafenbahn zum Linzer Hauptbahnhof.“

 


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