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LINZ. Wer in der Stadt unterwegs ist, kann gerne vorbeikommen und die Menschen hinter den Bildern kennenlernen. „Wir sind ein offenes Haus!“, lädt Philipp Stieglitz, Leiter der Lebenshilfe-Werkstätte in der Kapuzinerstraße, ein. Dass die Kunst hier einen großen Schwerpunkt hat, verrät schon der Beiname „Kreativum“.

Elisabeth Hofmann lebt für das Malen. (Foto: Lebenshilfe OÖ)
Elisabeth Hofmann lebt für das Malen. (Foto: Lebenshilfe OÖ)

Nur wenige fußläufige Minuten von der Linzer Landstraße befindet sich die Werkstätte Linz der Lebenshilfe OÖ in der Kapuzinerstraße mit angeschlossener Galeriefläche. Das ehemalige Bürogebäude wurde nach einer zehnmonatigen Bauphase Anfang 2021 bezogen.

Die coronabedingte verzögerte offizielle Eröffnungsfeier nahm die Werkstätte zum Anlass, die bereits entstandenen Werke aktuell in einer ersten Kunstausstellung zu präsentieren. „Die Beschäftigten haben in den ersten Monaten schon viele interessante Erfahrungen mit verschiedenen Arten der Kunst gemacht und es sind tolle Ergebnisse entstanden“, sagt Stieglitz. Diese können bis Ende August besichtigt werden.

Schwerpunkt Kunst

Die dritte Werkstätte für Menschen mit Beeinträchtigung der Lebenshilfe in Linz beschäftigt bis zu 30 Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung. Viele von ihnen sind von der Werkstätte Urfahr übersiedelt, die verkleinert wird. Dort war Industriearbeit ein Schwerpunkt.

Nun werden vor allem künstlerisch interessierte Menschen in der Kapuzinerstraße von den insgesamt zehn Mitarbeitern bestmöglich darin unterstützt, unterschiedliche Techniken und Materialien auszuprobieren. „Unsere Künstler sind mit der entsprechenden Förderung zu wirklich beeindruckenden künstlerischen Leistungen fähig“, freut sich Gerhard Scheinast, Geschäftsführer der Lebenshilfe OÖ.

Wo Künstler wachsen können

So können etwa Elisabeth Hofmann und Roland Altreiter ihren Beruf Künstler Vollzeit ausüben. „Die beiden haben gewaltige Entwicklungsschritte gemacht, strömen eine Leidenschaft für ihre Tätigkeit aus und haben auch schon einige Werke verkauft“, erzählt Stieglitz und erklärt: „Art Brut bedeutet unter anderem, dass die Künstler so authentisch, unverfälscht wie möglich arbeiten können. Elisabeth Hofmann benötigt Unterstützung, um das Bild zu wenden und beim Vorbereiten der Materialien. Welche Farben sie will, fordert sie selbst ein. Aktuell ist viel Magenta dabei.“

Unterstützt wird Elisabeth Hofmann vor allem durch Oliver Rogl, der etwa einen „Pinselkran“ konstruiert hat, um eine körperliche Entlastung zu erzielen. Aber auch abseits des Malens wird auf Selbstständigkeit und Selbstbestimmung größter Wert gelegt: So wurde beispielsweise eine spezielle Gabel besorgt, um beim Essen mehr Selbstständigkeit zu ermöglichen.

Roland Altreiter arbeitet aktuell intensiv mit Pappmaché und formt Skulpturen daraus.


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