Zwickl-Pub in Altheim ist überlegener Sympathicus-Landessieger

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Nora  Heindl Tips Redaktion Nora Heindl, 08.06.2022 16:02 Uhr

LINZ/OÖ. Dass das Miteinander in Oberösterreich trotz Pandemie nicht verloren gegangen ist, hat eindrucksvoll die diesjährige Sympathicus-Suche nach dem beliebtesten Gastronomen des Landes gezeigt. Knapp 1,285 Millionen Stimmen wurden abgegeben, davon allein rund 993.500 im Landesfinale. Als uneinholbarer Sieger durfte sich das Zwickl-Pub aus dem Bezirk Braunau mit 183.501 Stimmen bei der Landessiegerehrung im ORF Landesstudio in Linz feiern lassen.

Die Gastronomie hat zwei harte Jahre hinter sich, umso lauter wurde bei der Sympathicus-Landessiegerehrung gefeiert. 16 Bezirkssieger gingen aus der Bezirkswahl hervor, die besten zehn wurden nun nach Linz geladen, um gemeinsam den Platzierungen entgegen zu fiebern. Wie groß der Zusammenhalt auch unter den Wirten ist, zeigte sich am tosenden Applaus für jeden einzelnen.

Uneinholbarer Vorsprung

Je später man auf die Bühne gebeten wurde, desto höher die Stimmenanzahl, und die des Zwickl-Pubs in Altheim war uneinholbar: Mit gewaltigen 183.501 Stimmen und einem Vorsprung von knapp 60.000 Stimmen auf den Zweitplatzierten durfte sich Franz Daxberger den Titel Sympathicus 2022 abholen. Und als wäre das nicht genug, gab's nebst Urkunde und Pokal auch noch 2.000 Euro und 150 Liter Zipferbier. Für den Altheimer Wirten ist der Landessieg „das schönste Abschiedsgeschenk überhaupt“, bevor er sich in den verdienten Unruhestand verabschiedet: „Wir haben ja 2009 schon gewonnen, aber das ist das Tüpfelchen auf dem i, einfach eine Sensation.“ Für so viele Stimmzettel brauchte es auch viele Zeitungen und die wurden aus den verschiedensten Bezirken geliefert. Allein ein Gast aus Zell am Pettenfirst kam mit einem Auto voller Zeitungen, „ich konnte es gar nicht glauben, als er den Kofferraumdeckel aufgemacht hat“, lacht Franz Daxberger, der es verstand seine Stammgäste anzuspornen. „Ich hab gesagt, Freunde, entweder wir geben jetzt Vollgas oder wir lassen es. Und dann haben alle mit angepackt. Allein am letzten Samstag und Sonntag wurden noch über 40.000 Stimmzettel ausgefüllt“, erzählt der Gastronom. Rund 150.000 Stimmzettel waren es dann allein bei der letzten Abgabefahrt zur Tips-Geschäftsstelle. Was er mit dem Gewinn anfängt, weiß Franz Daxberger übrigens längst: „Ich mache eine riesige Grillerei für alle meine Stammgäste als Dankeschön.“

Platz zwei ging mit 124.395 Stimmen an Ediths Pub in Pregarten (Bezirk Freistadt). Auch hier wurden Zeitungen von überall her angeschleppt, um einen Stimmzettel nach dem anderen auszufüllen. „Ich brauchte mich um nichts kümmern“, freut sich Chefin Edith Schmiedberger über den verdienten zweiten Platz und 1.000 Euro. Geschlafen habe sie zuletzt aber sehr wenig, „denn das Lokal war immer voll, sogar eine Sonntagseinlage wurde noch eingelegt.“

Mit konkret 114.999 Stimmen durfte der Auracherhof aus Aurach am Hongar (Bezirk Vöcklabruck) über Platz drei und 500 Euro jubeln. „Jeden Tag kamen wieder Gäste mit Stimmzetteln daher“, freuen sich die Wirtsleute Herbert und Monika Riedl. Woher hier die ganzen Zeitungen stammten? Scheinbar haben ihre Stammgäste ein neues Hobby für sich entdeckt: „Container-steigen“, schmunzelten die mitgereisten Fans.

„Kann einfach nur Danke sagen“

Nicht nur für den Sympathicus-Landessieger war es ein Abschiedsgeschenk, auch für Initiator, Tips-Geschäftsführer und -Chefredakteur Josef Gruber war die 16. Auflage sein letzter. „Ich kann zu den knapp 1,3 Millionen Stimmen einfach nur Danke sagen. Als mir 2006 die Idee kam, wäre es mir in den kühnsten Träumen nicht eingefallen, dass es den Sympathicus einmal in dieser Größenordnung geben wird. Ich kann mich erinnern, 2007 waren es gesamt 300.000 Stimmen und wir haben uns da schon unglaublich darüber gefreut. Ein Jahr darauf waren es dann schon 900.000 und seit dem bewegen wir uns immer im Millionenbereich“, blickt der Tips-Geschäftsführer zurück, der betont: „Am allermeisten freut es mich aber, wenn ich dann höre, wie etwa heute Abend, dass die Aktion die Gemeinschaft noch mehr zusammen geschweißt hat. Darüber kann man nur glücklich sein, dass man dazu beitragen durfte und dass so viele so aktiv mitgemacht haben.“ Übrigens wurden in den 16 Sympathicus-Jahren insgesamt über 13 Millionen Stimmzettel gesammelt.

Wertschätzung der Gastronomie

Über die gewaltige Summe an abgegebenen Stimmen staunte auch Ehrengast Landeshauptmann Thomas Stelzer nicht schlecht. „Man muss sich das einmal vorstellen, wir hätten 1,1 Millionen Stimmen bei einer Landtagswahl, wenn alle wählen gehen würden, und beim Sympathicus sind es über 1,2 Millionen“, lacht Stelzer und bringt es auf den Punkt: „Wir können unsere Kultur gar nicht ohne Wirte, ohne Gastronomie definieren, das gehört einfach zu uns und wir haben es besonders gemerkt in den Phasen, wo es nicht sein durfte. Deshalb ist es gerade in dieser Wiederauferstehungsphase so wichtig, die Bedeutung der Gastronomie für unser Land hervorzuheben.“ Auch dass Oberösterreich nach der Pandemie gesellschaftlich noch funktioniert, schreibt er der Gastronomie zu: „Miteinander und Gemeinschaft entstehen nicht von selbst, oder können per Gesetz beschlossen werden. Es braucht jemanden, der sie unterstützt und fördert und das sind im Wesentlichen unsere Gastronomiebetriebe.“

„Der Sympathicus zeigt, was die Gastronomie für eine Kraft erzeugen kann“, freut sich WKOÖ-Fachgruppenobmann der Gastronomie Wirtesprecher Thomas Mayr-Stockinger: „Es gibt über 6.000 Gastrobetriebe in OÖ und die sympathischsten durften wir heute vor den Vorhang holen.“ Sein Kollege, Fachgruppenobmann der Hotellerie Gerold Royda ergänzt: „Normalerweise stehen meist die großen Player im Vordergrund, dabei vergisst man was die Gastrobetriebe tagtäglich leisten. Sie sind permanent an der Front, permanent beim Gast. Diesen persönlichen Einsatz gibt's nur in dieser Branche.“

„Weil die Gemeinschaft gefördert wird“, begründet Anna-Sophie Jetschgo, Leiterin für Werbung und Information, die langjährige Partnerschaft von Spar. Der Sympathicus habe einmal mehr gezeigt, wie vielseitig Oberösterreich ist, gerade in der Kulinarik.

Die 150 Liter Zipferbier für den Landessieger mit im Gepäck hatte Josef Paukenhaider, regionaler Verkaufsleiter der Brau Union. „Ich freue mich für jeden Gastronomen, der heute diese Wertschätzung erfährt. Sie machen nämlich einen Job, zu Zeiten, wenn andere feiern, und zu diesen Zeiten zu arbeiten, ist nicht immer beliebt.“

Ein Heimspiel war die Sympathicus-Landessiegerehrung für ORF Landesdirektor Klaus Obereder, der die Sympathicus-Aktion auf den Punkt brachte: „Dieser Gedanke des Miteinanders ist uns im wahrsten Sinne des Wortes sehr sympathisch und das macht auch dieses Land aus.“

Die Platzierung im Landesfinale:

Platz 1: Zwickl Pub (Altheim, Bezirk Braunau) mit 183.501 Stimmen

Platz 2: Ediths Pub (Pregarten, Bezirk Freistadt) mit 124.395 Stimmen

Platz 3: Auracherhof (Aurach am Hongar, Bezirk Vöcklabruck) mit 114.999 Stimmen

Platz 4: Pension Gasthof Silvia (Haibach ob der Donau, Bezirk Eferding) mit 99.215 Stimmen

Platz 5: Old City Pub (Ansfelden, Bezirk Linz-Land) mit 91.732 Stimmen

Platz 6: Big Bang Burger (Steyr) mit 72.571 Stimmen

Platz 7: Hofwirt - Genuss im Vierkanter (Michaelnbach, Bezirk Grieskirchen) mit 67.933 Stimmen

Platz 8: Wirt z'Pergkirchen (Perg) mit 59.552 Stimmen

Platz 9: Spitz (Sarleinsbach, Bezirk Rohrbach) mit 59.429 Stimmen

Platz 10: da'Harry Imbiss de'Luxe (Bad Leondfelden, Bezirk Urfahr-Umgebung) mit 39.380 Stimmen

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