Nein zu Gewalt an Frauen: Bündnis lädt am 25. November zur Demo in Linz
LINZ. „Wir haben ein Problem, ein Problem mit Gewalt“: Daher macht das Bündnis Do It Yourself: Frauentag Linz auch in diesem Jahr den Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November zum Aktionstag. Ab 16 Uhr stehen Reden und ein Demozug vom Martin-Luther-Platz bis zum Landhaus auf dem Programm.

Geplant sind etwa Einblicke in die aktuelle Situation in Afghanistan, im Iran, aber auch in Österreich. So handelt eine Rede etwa von sexueller Belästigung, von der hierzulande drei von vier Frauen mindestens einmal in ihrem Leben betroffen sind. Passend dazu kreidet das Bündnis Catcalls of Linz sexuell anzügliche Sprüche, sogenannte Catcalls, im öffentlichen Raum an. Herabwürdigende Sprüche wie „Willst du ficken?“ erleben wieder vor allem Frauen in ihrem Alltag.
„Frauenverachtende Vorstellungen sind in unserer Gesellschaft fest verankert und zementieren Rollenbilder ein, die unter anderem auch LGBTQIA+-Personen schaden. Mittlerweile nehmen sowohl sexistische als auch queerfeindliche Gewalt zu“, sagt Physikerin und Aktivistin Margherita Matzer.
Unrechtsregime im Iran
Eine iranische Aktivistin wird auch über die Kämpfe gegen das Regime im Iran, an deren vorderster Front oft Frauen stehen, informieren. „Die Proteste zeigen, dass die Menschen die Frauenunterdrückung und das gesamte politische System satthaben, das Unrechtsregime stürzen und ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen wollen. Wir müssen weiterhin die Proteste, die mutigen Menschen im Iran sichtbar machen und solidarisch sein - auf den Straßen hier in Europa und auf Social Media“, sagt Julia Mandlmayr, DIY-Aktivistin und Grüne Gemeinderätin.
Forderungen für ein gewaltfreies Leben
Damit es Frauen und LGBTQIA+-Personen weltweit besser geht, müsse an vielen Fronten gekämpft werden. Do It Yourself: Frauentag Linz hat dazu mehrere unterschiedliche Forderungen aufgestellt. Darunter sind etwa 228 Millionen Euro für Gewaltschutz, mehr Plätze in Frauenhäusern und Sensibilisierungsschulungen für Polizei, Justiz und Behörden. Wichtig sei es zudem, (vor allem finanzielle) Abhängigkeiten zu reduzieren, die Gewalt begünstigen können.
„Wir brauchen einen Kampf für höhere Löhne in sogenannten Frauenbranchen, eine Arbeitszeitverkürzung auf 30 Wochenstunden für alle bei gleichem Lohn und Personalausgleich sowie eine kostenlose, flächendeckende und ganztägige Kinderbetreuung“, bringt es Sozialarbeiterin und Aktivistin Mira Standhartinger auf den Punkt. Diese Maßnahmen würden vor allem Frauen zugute kommen, die derzeit (bis zu einem gewissen Grad) finanziell von ihrem Partner abhängig sind.
Die gesammelten Forderungen zum Tag gegen Gewalt an Frauen können auf Facebook (@Do It Yourself: Frauentag Linz) oder Instagram (@diy.frauentaglinz) nachgelesen werden.
Über Do It Yourself: Frauentag Linz
Do It Yourself: Frauentag Linz ist eine überparteiliche Gruppe von einzelnen Aktivisten und Organisationen wie dem Funke, der ISA und ROSA. Das Bündnis besteht seit über drei Jahren und organisiert jährlich die Demonstration zum Internationalen Frauentag am 8. März in Linz. Weil das nicht reiche beziehungsweise man mehr als Symbolpolitik betreiben wolle, sei man das ganze Jahr über aktiv. Do It Yourself: Frauentag Linz organisiert beispielsweise Onlinetreffen, Straßenaktionen, Stammtische und Lesekreise.


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