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LINZ. Den französischen Tag des Crêpes „La Chandeleur“ hat sich Renate Lugmayr zum Anlass genommen, um in ihrem französischen Geschäft „La Petite France“ frische Crêpes für die Kunden zu backen. Ihr Laden am Linzer Graben ist ein Stückchen Heimat für die französische Community in Linz und auch Treffpunkt des Vereins Französisch-Österreichischer Freundschaft, Amitié.

  1 / 4   Die Präsidentin von Amitié Linz, Nathalie Pelé (li.), die Inhaberin von "La Petite France" Renate Lugmayr (2. v. r.) mit und die Hobby-Crêpe-Köche Stefan und Monika Giegler feiern "La Chandeleur". (Foto: Kerstin Kern)

Nicht nur die französischen Weine und Lebensmittel in den Regalen, auch die azurblauen Wände sowie die Barhocker im Eiffelturm-Design lassen keinen Zweifel daran, welchem Land sich Inhaberin Renate Lugmayr mit ihrem Geschäft „La Petite France“ verschrieben hat. Menschen flüchten sich vor dem Schneegestöber durch die Tür ins „kleine Frankreich“ am Linzer Graben 28 und treffen sich, um bei einem Glas Roséwein oder einem Café au Lait Neuigkeiten auszutauschen.

Französisch-Österreichische Freundschaft

Sauwetter. „Temps de chien“ – Hundewetter sagen die Franzosen dazu, erklärt Nathalie Pelé, die Präsidentin des Vereins der Französisch-Österreichischen Freundschaft in Linz, Amitié France-Autriche. Der Verein feiert heuer sein 75-Jähriges Bestehen und zählt 120 Mitglieder aus Linz und Umgebung. Viele davon haben französischen Wurzeln oder eine Doppelstaatsbürgerschaft, aber auch frankophile Linzer sind Teil von Amitié. „Der Verein ist 1948 gleich nach dem Krieg gegründet worden, von Personen, die im Krieg in Frankreich waren und dort in Kontakt mit der französischen Kultur gekommen sind.“ Eine schöne Sache aus der Verbindung zweier ehemals verfeindeter Länder, die ihre Freundschaft, französisch Amitié, feiern.

Genießen wie Gott in Frankreich

Die Crêpes werden auf einem eigenen Tisch direkt im Raum zubereitet, der Duft empfängt die Kunden bereits beim Betreten. Auf dem Menü finden sich verschiedene Varianten, klassisch mit Staubzucker und Cointreau, typisch französisch mit Karamell und gesalzener Butter oder auf Empfehlung des Hauses mit einer der verschiedenen Konfitüren. Dazu trinkt man in Frankreich traditionell Cidre, erklärt Nathalie.

Sagenumwobener Feiertag

„La Chandeleur“ ist die französische Entsprechung zu Maria Lichtmess und wird jährlich am 2.Februar gefeiert. Das Fest mit eigentlich religiösem Hintergrund ist in Frankreich ein Fest der Familie, der Freunde – und der Crêpes. Um die Herkunft des Crêpe-Tages ranken sich verschiedene Mythen: Einer Überlieferung zufolge soll mit dem Fest der Winter vertrieben werden, weil die helle, runde Crêpe wie eine Sonne aussieht. Ein anderer Mythos besagt, dass in früheren Tagen die Crêpes das Brot ersetzt haben. Wenn die Menschen ihre Öfen nicht anheizen konnten, haben sie die Crêpes über einer Kerzenflamme gebacken. Die phonetische Ähnlichkeit von „Chandeleur“ zum Wort „chandelier“ (Kerzenleuchter) könnte darauf hinweisen.

Ein Stückchen Frankreich

„Seitdem es La Petite France gibt, gibt es auch einen Treffpunkt in Linz für die Franzosen und Französinnen. Renate Lugmayr macht das super, ihr Geschäft ist mehr als nur ein Geschäft, es ist ein Treffpunkt für alle Franzosen und Leute, die sich für die Kultur interessieren. Ein bisschen Heimat.“

Nathalie trifft sich regelmäßig mit dem Literaturzirkel ihres Vereins im La Petite France. Dabei wird „gute Literatur bei gutem Wein“ genossen: alle Teilnehmer lesen dasselbe Buch, auf Deutsch oder Französisch, und plaudern anschließend darüber.  

Pétanque-Club Amitié Linz

Im Verein gibt es auch einen Pétanque-Club, der in seinem ersten Jahr bereits 25 Teilnehmer zählt. Beim Pétanque werfen die Spieler zweier gegnerischer Teams Metallkugeln so nahe wie möglich an eine Zielkugel, der Sport hat seinen Ursprung in Südfrankreich. Sie haben auch schon an den österreichweiten Meisterschaften teilgenommen, erzählt der Linzer Pétanque-Spieler Thierry. Fortgeschrittene und Anfänger sind herzlich willkommen.

Nicht der letzte Crêpe-Tag

Das Team von Amitié freut sich über alle, die sich für die französische Kultur begeistern lassen. Auch die französische Sprache sei nicht so schlimm wie der Ruf, der ihr vorauseilt. „Wenn man ein paar Buchstabenkombinationen kann, ist es klar. Es sind wenige, die man wissen muss, damit man lesen kann.“, betont Nathalie. Weitere Infos zum Verein gibt es unter amitielinz.at

Der Tag der Crêpes im La Petite France fand heuer zum ersten Mal statt, Inhaberin Renate Lugmayr ist zufrieden mit der Premiere des Events. „Falls wir jemanden finden, der die Crêpes macht, würden wir das gerne so fortführen.“


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