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LINZ. Klimaaktivisten der Letzten Generation haben in Linz am Freitag die Waldeggstraße blockiert. Die Klebe-Aktion wurde gegen 8.45 Uhr von der Polizei beendet. Update (11.15 Uhr): Teile der Linzer Stadtpolitik äußert erneut Kritik.

Die Waldeggstraße wurde Freitag früh blockiert. (Foto: Twitter/@letztegenAT)
  1 / 2   Die Waldeggstraße wurde Freitag früh blockiert. (Foto: Twitter/@letztegenAT)

„Heute setzen wir uns auf der Waldeggstraße dem fossilen Alltag in den Weg – wieder mit Unterstützung von Wissenschaftler:innen“ – teilten die Klimaaktivisten auf Twitter mit. „Die einfachste Gratis-Maßnahme Tempo 100 muss endlich beschlossen werden“, so eine der Forderungen. Eine andere: keine neuen Öl- und Gasbohrungen.

Die Polizei beendete die Aktion auf der Linzer Stadteinfahrt, die natürlich zu Verkehrsproblemen führte. „Die Blockade wurde beendet, unser Protest geht weiter“, heißt es. „Wir werden weiter friedlichen Widerstand leisten bis die Politik endlich die ersten, einfachsten Sofortmaßnahmen ergreift.“

Auch stellt die Bewegung klar, dass Rettungsdienste ausnahmslos durchgelassen wurden.

Kritik von Teilen der Stadtpolitik

Als kontraproduktiv bezeichnet Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) die Aktionen. „Solche Aktionen erweisen dem wichtigen Anliegen eines umfassenden Klimaschutzes einen absoluten Bärendienst und wirken kontraproduktiv, indem sie die breite Wahrnehmung jeglicher Klima-Protestaktionen negativ beeinträchtigen. Als Bürgermeister der Landeshauptstadt Linz, die äußerst viel für Klimaschutz und Klimawandel-Anpassung vorantreibt – von der fortlaufenden Begrünung der Innenstadt bis hin zur aktiven Förderung der emissionsarmen Wasserstoff-Technologien – kann ich dieser Protestform nichts abgewinnen. Ich verstehe den Unmut tausender Menschen, die auf dem Weg zu ihren Arbeitsplätzen aufgehalten wurden, sowie auch von Wirtschaftsbetrieben, die in dieser ohnehin schwierigen Zeit in ihrer Produktivität massiv gehemmt wurden“, so Luger. Er wiederholt in einer Aussendung seine Forderung nach einer Verschärfung des Strafrechts für derartige Aktionen.

Vizebürgermeister, Verkehrsreferent Martin Hajart (ÖVP) lässt über Instagram wissen: „Ich habe überhaupt kein Verständnis für die Klima-Kleber, denn zum einen ist mittlerweile bei allen das Bewusstsein da, dass wir umdenken müssen, um den Klimawandel zu bremsen bzw. aufzuhalten. Zum anderen machen wir bereits sehr viel dafür, beispielsweise den großflächigen Ausbau der Radinfrastruktur. Wesentlich wichtiger als sich auf die Straße zu kleben wäre es, den öffentlichen Verkehr in Linz auszubauen. Dafür müssen die finanziellen Rahmenbedingungen geschaffen werden, und dafür müssen alle politischen Fraktionen an einem Strang und in dieselbe Richtung ziehen.“

„Null Verständnis für die mutwillige Verursachung von Staus und derartige provokante Störaktionen“ hat FP-Sicherheitsstadtrat Michael Raml. „Vor allem die zahlreichen Berufspendler werden nur wenig Verständnis für diese Art des ‚Klimaschutzes' aufbringen. Auf der einen Seite fordert diese Gruppierung ein Tempo-Limit auf Autobahnen, um den Spritverbrauch und somit den CO₂-Ausstoß zu verringern, auf der anderen Seite provozieren sie bewusst Staus und verursachen damit eine weitere Luftverschmutzung. Das ist schon ein Widerspruch in sich. Solche Aktionen begünstigen mit Sicherheit nicht die Sympathien für das Anliegen des Klimaschutzes. Ich trete klar für einen sorgsamen Umgang mit unserer Natur ein, aber mit Hausverstand!“, so Raml.


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