StoP Linz: Häusliche Gewalt ist ein Gesellschaftsproblem, kein privates
LINZ. Fünf Frauenmorde zählt das Jahr 2023 bereits. Zuletzt schockierte der Fund einer ermordeten 19-Jährigen auf einem Forstweg in Bad Leonfelden. „Wir alle sind gefordert, etwas gegen häusliche Gewalt zu tun“, betont Elisa Lummerstorfer von StoP Linz.

Das neue Jahr schließt an, wo das alte aufgehört hat. 2022 wurden in Österreich 28 Femizide verübt. Das heißt, im Schnitt wurde öfter als alle zwei Wochen eine Frau durch ein männliches Familienmitglied oder ihren (Ex-)Partner ermordet. Den Femiziden gehen meist lange Gewaltbeziehungen voraus, die dem Umfeld auffallen sollten. Unwissenheit, Überforderung und Sich-nicht-einmischen-Wollen hindern Nachbarn, Bekannte und Verwandte oft daran, etwas zu sagen oder zu handeln, wenn häusliche Gewalt vermutet wird.
StoP – Stadtteil ohne Partnergewalt setzt dort an, wo Gewalt passiert: am Wohnort, in der Nachbarschaft. „Partnergewalt ist kein privates, sondern ein gesellschaftliches Problem. Wir alle sind gefordert, etwas gegen häusliche Gewalt zu tun“, betont Elisa Lummerstorfer von StoP Linz. „Ziel ist es, den Menschen Handlungsmöglichkeiten bei Verdacht auf Partnergewalt aufzuzeigen. So lernen diese, eindeutig Position gegen häusliche Gewalt zu beziehen und der Situation angemessen zu reagieren“, erzählt Sylvia Aufreiter.
StoP gibt es in Linz an zwei Standorten: seit 2021 in Urfahr, 2022 kam das Franckviertel dazu. „Herzstück sind unsere Frauen- und Nachbarschaftstische“, erklärt Ramona Holzschuh. Hier bekommen Nachbarn und Engagierte Informationen zu Schwerpunktthemen rund um Partnergewalt, tauschen sich aus und planen Aktionen. Ziel ist, dass alle Bürger wissen, dass jeder bei Verdacht auf Partnergewalt couragiert einschreiten kann.


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