Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt
tips.at als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen

"Ist Luisa da?": Stadt Linz startet Projekt und Sicherheitskampagne gegen sexuelle Belästigung

Marlis Schlatte, 15.09.2023 11:28

LINZ. Bereits in anderen Ländern gibt es Präventionskampagnen, die gegen sexuelle Belästigung und Gewalt an Mädchen und Frauen im Nachtleben eingesetzt werden. Diese tragen Namen wie „Ask for Angela“ (Großbritannien) oder „Safe Bars“ (USA). Das Frauenbüro der Stadt holt nun eine solche Maßnahme auch nach Linz, die auch auf die Nacht- und Gastroszene ausgerollt werden soll.

V.l.: Personaldirektorin der Stadt Linz Brigitta Schmidsberger, Personalreferentin Vizebürgermeisterin Tina Blöchl, Frauenstadträtin Eva Schobesberger, Frauenbeauftragte der Stadt Linz Abena Carty-Pinner. (Foto: Stadt Linz)

Der erste Schritt für die Kampagne „Luisa ist da!“ wird nun im Magistrat gesetzt, da dort jährlich tausende Veranstaltungen stattfinden. In hierfür eigens entwickelten Informationsveranstaltungen werden Portiermitarbeiter der Rathäuser sowie Volkshausverwalter zu „Luisa-Beauftragten“ geschult. Das Ziel: Wenn die Frage „Ist Luisa da?“ gestellt wird, sollen „Luisa-Beauftragte“ genau wissen, wie weiter vorgegangen wird.

Wird mit „Ja“ geantwortet, soll den Fragenden vermittelt werden, dass die Frage verstanden wurde. Die Beauftragten sollen infolgedessen zuhören, keine unangenehmen Fragen stellen und sich erkundigen was gebraucht wird - etwa ein Taxi bestellen, die Tasche vom Tisch holen oder die Polizei anrufen.

Schulung soll Unsicherheiten beseitigen

„Sexuelle Belästigung bis hin zu sexueller Gewalt geht uns alle an! Rollenklischees, Patriarchat, Frauenfeindlichkeit und eine Kultur, welche Gewalt und Belästigung duldet, ist überall zu bekämpfen. Genau hier setzt das Pilotprojekt 'Luisa ist da!' an“, so Frauenstadträtin Eva Schobesberger.Nach den ersten gesammelten Erfahrungen soll die Schulung dann auf die Gastronomie und die Unternehmensgruppe Linz ausgeweitet werden.

„Sexuelle Belästigung und Gewalt haben keinen Platz in unserer Gesellschaft. Im Magistrat besteht bereits ein sensibles Sicherheitsnetz mit internen Anlaufstellen für Mitarbeiter*innen, das für eine rasche Klärung von Vorfällen und Unterstützung von Betroffenen sorgt. Mit der Initiative 'Luisa ist da!' erweitern wir unsere Präventionsarbeit auf kommunaler Ebene“, hebt Vizebürgermeisterin Tina Blöchl hervor.

Die Informationsveranstaltungen für Luisa-Beauftragte werden von Mitarbeitern des autonomen Frauenzentrums (aFZ) abgehalten und sollen Unsicherheiten nehmen und Handlungsmöglichkeiten aufzeigen.

Erfahrungen aus Graz mit einbinden

Ein solches Projekt läuft bereits erfolgreich in der Stadt Graz. Dort nehmen bereits über 60 Gastronomiebetriebe daran teil. Wenn sich Mädchen oder Frauen beim Fortgehen bedrängt oder sexuell belästigt fühlen, können sie sich in diesen Lokalen an einen Mitarbeiter mit den Worten „Ist Luisa da?“ wenden. Im Austausch mit dem Referat Frauen & Gleichstellung der Stadt Graz sollen bereits gesammelte Erfahrungswerte auch in Linz mit eingebunden werden können.

„Aufgabe der Stadt Linz ist es, sowohl als Kommune als auch in der Rolle einer großen Dienstgeberin einen starken Fokus auf die Bekämpfung von sexueller Belästigung und sexueller Gewalt zu legen. Mit dieser konkreten und niederschwelligen Präventionskampagne setzen wir ein wertvolles Zeichen, um die Linzer*innen zu sensibilisieren sowie Frauen und Mädchen zu stärken“, betont Personaldirektorin Brigitta Schmidsberger.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden