OÖ/LINZ. Gerade in der Weihnachtszeit fühlen sich alleinlebende Menschen oft noch einsamer. Ein einfaches Gespräch kann dabei Wunder wirken. Wenn niemand zum Reden da ist, kann man sich an das Plaudernetz der Caritas wenden.
Ins Leben gerufen wurde das Plaudernetz zu Beginn der Corona-Pandemie. Menschen, die auf der Suche nach einem guten Gespräch sind, können unter der Telefonnummer 051776100 mit Freiwilligen der Caritas plaudern. Auch die Oberösterreicherin Karin ist in der Zeit der Pandemie viel zuhause gesessen: „Als ich die Werbung vom Plaudernetz gesehen habe, dachte ich mir, das kann ich in dieser Zeit ja ehrenamtlich machen. Mittlerweile sind es drei Jahre und mir gefällt diese Art des Engagements nach wie vor sehr. Nach jedem Gespräch spüre ich, wie dankbar die Leute sind, mit jemandem reden zu können.“ Die Freiwillige kann ihre Tätigkeit zeitlich flexibel ausüben. In einer App gibt sie an, an welchen Tagen, Stunden oder Wochen sie gut erreichbar ist und kann das jederzeit ändern. Für die Plauderpartner gibt es vor allem eine Spielregel: Die Gespräche sind anonym – auch wenn das Gespräch nett ist, werden keine Daten ausgetauscht.
Österreichweit gibt es mittlerweile 4.100 ehrenamtliche Plauderpartner. Durchschnittlich dauern die Gespräche 25 Minuten. Insgesamt wurden schon mehr als 35.440 Gespräche geführt. Spannend ist für Karin, wie viele unterschiedliche Lebenssituationen sie durch die Gespräche kennenlernt: „Ich bekomme fast nur positive Anrufe. Einmal rief jemand an und meinte, er habe gerade im Garten gearbeitet und es war so schön, das wolle er jemandem erzählen. Manche haben Familie, eine Beziehung, et cetera, aber sie möchten ein Thema mit einem völlig Außenstehenden ansprechen. Rein durchs Reden ergibt sich dann oft eine andere Perspektive.“
Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden