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Mehr als tausend Teilnehmer bei Großdemonstration gegen Burschenbundball in Linz

Anna Fessler, 05.02.2024 16:22

LINZ. Zum Protest gegen den Burschenbundball rief das Bündnis „Linz gegen Rechts“ am Samstag, 3. Februar auf – laut Polizei folgten dem Aufruf 1.600 Personen, dem Veranstalter nach waren es 2.500 Teilnehmende. Zwischenfälle gab es keine, die Polizei spricht von einer friedlichen Kundgebung.  

Die Demonstration am Samstag, 3. Februar 2024 gegen den Burschenbundball startete am AEC-Platz, ging über die Nibelungenbrücke zum Linzer Hauptplatz über die Landstraße bis zur Sperrzone beim Palais Kaufmännischer Verein. (Foto: Hasan Ulukisa/www.hasan-ulukisa.at)

Der Burschenbundball wird jedes Jahr von Kritik begleitet, weil zu den Organisatoren unter anderem die deutschnationale Burschenschaft Arminia Czernowitz gehört, die vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes dem rechtsextremen Milieu zugerechnet wird. Das Bündnis „Linz gegen Rechts“ sieht in der Veranstaltung eines der größten Vernetzungstreffen der extremen Rechten in Europa.

Aktuelle Ereignisse verleihen zusätzliche Brisanz

Die jährlich stattfindende Demonstration gegen den Burschenbundball in Linz bekam vor dem Hintergrund aktueller Ereignisse eine neue Dimension. Zwar geht es dabei bereits seit zehn Jahren um einen Protest gegen Rechts, dieses Jahr hätte jedoch selbst der Ausfall des Burschenbundballes wohl nichts am Veranstaltungstermin geändert.

In deutschen und österreichischen Großstädten gingen in den vergangenen Wochen zehntausende Menschen auf die Straße, um gegen das Treffen Rechter und Rechtsextremer zu protestieren, bei dem Pläne zur Vertreibung von Millionen von Menschen aus Deutschland gewälzt wurden. Zusätzlich wurden neue Details über das Identitären-Zentrum in Steyregg bekannt, was dem Thema zusätzliche Brisanz verleiht.

„Gegen das rechtsextreme Vernetzungstreffen und für eine Welt frei von Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung trotzen jedes Jahr mehr Menschen der Kälte und schließen sich unserer Demonstration an. Die Zivilgesellschaft hat klar kundgetan, dass in Oberösterreich kein Platz ist für rechtsextreme Hetze und Deutschtümelei“, so Eva Reiter, Sprecherin des Bündnisses ‚Linz gegen Rechts‘.

Zweite Demo gegen Rechtsextremismus verschoben

Verschoben wurde hingegen die für den 9. Februar angekündigte Demonstration „Demokratie verteidigen! Gegen Rechtsextremismus und Rassismus“. Initiatorin Beverley Allen-Stingeder teilte mit, dass die Verschiebung zugunsten einer bundesweiten Kundgebung zur selben Thematik Ende Februar erfolgt. Nach Abwägung habe sie gemeinsam mit den beteiligten Initiativenentschieden, den ursprünglichenTermin abzusagen, so entsteheauch ein längerer zeitlicher Abstand zur Demonstration vom 3.Februar.<


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