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Wasserrettung wird Ortsstelle am Pichlinger See auflösen

Anna Fessler, 08.04.2024 12:17

LINZ. Die österreichische Wasserrettung gibt ihren Standort am Pichlinger See auf, der Samariterbund soll künftig die Seeaufsicht übernehmen. Die Linz AG und die Landesleitung der ÖWR geben jeweils unterschiedliche Gründe dafür an. FPÖ-Gemeinderat Peter Stumptner fordert die Linz AG und die Wasserrettung dazu auf, erneut zu verhandeln und einen Konsens zu finden (Update 8.4).

Eigentlich hätte die Wasserrettung am Pichlinger See Grund zur Freude über den neuen Stützpunkt gehabt: nun wird die Ortsstelle der ÖWR aufgelöst. (Foto: Linz AG/Fotokerschi)
Eigentlich hätte die Wasserrettung am Pichlinger See Grund zur Freude über den neuen Stützpunkt gehabt: nun wird die Ortsstelle der ÖWR aufgelöst. (Foto: Linz AG/Fotokerschi)

Die Freude über den neuen Stützpunkt für die Wasserrettung am Pichlinger See war 2023 groß: im September ging dieser in Teilbetrieb, Vertreter der Linz AG und der Wasserrettung präsentierten stolz das neue Gebäude. Ende Dezember 2023 stand der Bau unter Wasser, einzelne Ehrenamtliche der Wasserrettung übten deshalb öffentlich Kritik an der Linz AG.

Linz AG: Wunsch nach geschlossener Rettungskette

Das Verhältnis ist seither angespannt, allerdings ist das laut Linz AG nicht der Grund für die Entwicklung. Mit dem neuen Gebäude hätten sich neue Möglichkeiten aufgetan, so eine Sprecherin. Konkret sollte auf Wunsch der Linz AG der Samariterbund ins Boot geholt werden, weil die Organisation die gesamte Rettungskette vereint. Der Plan der Linz AG: der Samariterbund hätte am Standort die Gebäudeverantwortung übernommen und wäre erster Ansprechpartner gewesen, die Wasserrettung wäre dem Samariterbund untergeordnet am Standort verblieben.

Wasserrettung: Samariterbund war vor den Unstimmigkeiten nie ein Thema

Laut Gerald Berger, Landesleiter und Präsident der Wasserrettung Oberösterreich wären die Personen vor Ort zu einer gemeinsamen Lösung am See bereit gewesen, allerdings unter der Voraussetzung, dass die Wasserrettung weiterhin eigenständig agieren kann. Eine Arbeit als „Hilfsdienst“ für den Samariterbund sei für die betroffenen Ehrenamtlichen kein Thema gewesen. Für die Linz AG hingegen war es keine Option, dass zwei Organisationen parallel die Seeaufsicht machen. Somit wird die Ortsstelle Pichling der Wasserrettung geschlossen.

Berger meint auch, dass es vor den Unstimmigkeiten nie Thema gewesen sei, dass der Samariterbund hauptverantwortlich die Seeaufsicht in Pichling übernimmt. Viele Ehrenamtliche der Ortsstelle Pichling, ingesamt seien es so um die 15 bis 20 Personen, hätten bereits rückgemeldet, dass sie nicht bereit sind, an einen anderen See zu wechseln. Es sei ohnehin zunehmend schwer, Freiwillige zu finden, noch schwieriger sei es zum Neuanfang an einem neuen Ort mit neuen Kollegen zu motivieren.

Pichlinger FP-Gemeinderat Peter Stumptner ersucht Linz AG und Wasserrettung um erneute Verhandlung (Update 8.4.2024)

Peter Stumptner, Gemeinderat in Linz für die FPÖ, ersucht die Verantwortlichen beider Seiten „an den Verhandlungstisch zurückzukehren und einen Konsens zu finden“. Die Wasserrettung am Pichlingersee sei immer eine wertvolle und geschätzte Institution gewesen, die ihren Dienst einwandfrei verrichtet habe. „Die Wasserretter haben mit ihren wachsamen Augen die Sicherheit aller Seebesucher wesentlich erhöht. Dieser Umstand sorgt nun für ein mulmiges Gefühl.“, zeigt sich Stumptner besorgt. Er verstehe, dass die Wasserrettung „mit ihrer dreiviertel-Jahrhundert Erfahrung nicht unter der Leitung des Arbeitersamariterbundes, wie von der Linz AG vorgeschlagen, arbeiten und weiter eigenständig Entscheidungen treffen möchte.“

Auch lesen: Pichlinger See - Wasserrettung unter Wasser


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