Protest gegen Kühlanlage im Klostergarten: Offener Brief des Elternvereins
LINZ. Der Wirbel um die Baustelle im Klostergarten ist um ein Kapitel reicher. Nachdem die Initiative „Zukunft Klostergarten“ aus dem kooperativen Verfahren ausgestiegen ist, meldet sich nun der Elternverein der Michael Reitter Schule für seh- und hörbeeinträchtigte Kinder mit einem offenen Brief zu Wort. Auch die Eltern befürchten, dass die bereits montierte Rückkühlungsanlage sich negativ auf Kinder mit Hörgeräten auswirkt.

Eines Vorweg: der Bauträger Arbor GmbH verweist in einer Stellungnahme darauf, dass die Anlage keine beeinträchtigende Lärmquelle darstelle und übermittelte dazu auch eine Stellungnahme eines technischen Sachverständigenbüros an Tips. Darin heißt es: „Der geplante Rückkühler weist in 10 Meter Entfernung ungefähr die Lautstärke eines Haushaltskühlschranks auf, wenn man direkt im Betrieb davorsteht.“ Zur Tageszeit werde von Immissionen im Bereich von 42 Dezibel ausgegangen, der Umgebungslärm sei auch während dem Schulbetrieb immer höher. Das die Schüler dadurch nicht beeinträchtigt werden, habe man auch beim gemeinsamen Gespräch am 19. März versichert, bei dem auch drei sachverständige Zivilingenieure anwesend waren.
„Zukunft Klostergarten“ weist darauf hin, dass die Bedingungen für Kinder mit Hörgeräten andere seien: Hörgeräteakustiker hätten bestätigt, dass ein stetiger Dauerton von der Rückkühlungsanlage eine massive Beeinträchtigung darstelle.
Offener Brief des Elternvereins
Nun wendet sich Elternverein der Michael Reitter Schule in einem Offenen Brief an die Politik. Die Eltern zeigen sich darin besorgt: „Für Kinder, die ohnehin schon mit Hörproblemen zu kämpfen haben, ist dies eine zusätzliche Belastung, die sie nicht tragen können. Es ist schwierig, sich auf den Unterricht zu konzentrieren, wenn permanentes Brummen oder Rauschen im Hintergrund zu hören ist. Dies kann die Qualität der Bildung erheblich beeinträchtigen und den Lernfortschritt der Schülerinnen und Schüler negativ beeinflussen. Zudem werden an der Schule Kinder unterrichtet, die eine Hör- oder Sehbeeinträchtigung – manche auch mit einer zusätzlichen anderen Beeinträchtigung – haben. Diese Kinder sind besonders gefordert und da kann jede noch so kleine Dezibel-Erhöhung ausschlaggebend sein, ob die Konzentration gut aufrechterhalten werden kann.“
Der Lärm der angrenzenden Kapuzinerstraße sei kein Argument, da zuvor an der Stelle der Kühlanlage Bäume und eine denkmalgeschützte Mauer gestanden seien. Der Elternverein fordert nun von den politisch Zuständigen:
„Eine gründliche Überprüfung der Kühlanlage und ihrer Auswirkungen auf die Schülerinnen und Schüler des Landesschulzentrums für Hör- und Sehbildung bei Inbetriebnahme unter Beiziehung des Elternvereins.
Die Implementierung von Lösungen, die sicherstellen, dass der Lärmpegel und mögliche gesundheitliche Risiken minimiert werden, um die Sicherheit und das Wohlbefinden unserer Kinder zu gewährleisten, wenn notwendig, den Rückbau der Anlage.
Eine transparente Kommunikation mit den Eltern und der Schulgemeinschaft über die getroffenen Maßnahmen und die Ergebnisse der Überprüfung.“
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