Diakoniewerk mit inklusiver Tischgemeinschaft am Hauptplatz Linz
LINZ. Seit 150 Jahren gibt es das Diakoniewerk, das Jubiläum wird heuer mit mehreren Veranstaltungen gefeiert. Teil dessen sind auch die inklusiven Tischgemeinschaften – am Dienstag von 11 bis 13 Uhr lud das Unternehmen zur gedeckten Tafel am Hauptplatz und zur gelebten Inklusion.

Schon vor dem offiziellen Beginn um 11 Uhr wuseln die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Diakoniewerks herum. Ist das Vegetarische Curry fertig? Stehen genügend Brotkörbe und Getränke am Tisch? Ist alles bereit für den erwünschten Ansturm?
Voller Tisch am Hauptplatz
Und tatsächlich füllt sich der Tisch schnell – das Team des Linzer Diakoniewerks hat strategisch ein paar Mitarbeiter am Tisch platziert, damit Passanten keine Hemmung haben, sich an eine leere Tafel zu setzen. Es sind Klienten da, vom Haus der Senioren sind sieben Bewohner gekommen und unterhalten sich beim Essen mit den vorerst unbekannten Tischnachbarn. Drei Schülerinnen der Harbachschule, die gerade auf Klassenfahrt sind, haben sich spontan dazugesetzt, sie finden die Idee „süß“ wie sie sagen.
150 Jahre Diakoniewerk
Die inklusiven Tischgemeinschaften finden heuer erstmals statt, Anlass ist das 150-jährige Jubiläum. Gestartet wurde in Kufstein, am 21. Juni wird das Diakoniewerk in Bad Zell eine solche Tafel veranstalten, am 6. September in Engerwitzdorf und am 6. Oktober in Gallneukirchen. „Wir wollen Gastfreundschaft zeigen und mit den Menschen das Jubiläum feiern. Wir haben uns auf den Hauptplatz gestellt, weil wir wirklich alle einladen wollen, ob jung, alt, mit welchem Hintergrund auch immer.“, erklärt Sonja Steinwender vom Diakoniewerk.
Durch Begegnung Scheu ablegen
Linzerinnen und Linzern wird das grundsätzliche Konzept dahinter von der „Tafel voll Vielfalt“ bekannt sein, bei der das Linzer Integrationsbüro Menschen unterschiedlicher Kulturen zu Tisch lädt. Die Inklusive Tischgemeinschaft war nicht dadurch inspiriert, sagt Steinwender, den Gedanken der Inklusion verfolge das Diakoniewerk ohnehin schon länger in verschiedenen Projekten. „Durch die Begegnung (am Tisch, Anm.) kann man ermöglichen, dass Menschen die Scheu ablegen und mit Menschen mit Beeinträchtigung in Austausch treten.“, so Steinwender.
Die regionalen Tischgemeinschaften sind nur ein Teil der Jubiläums-Veranstaltungsreihe: so wird es etwa am 07. November das Symposium „Zukunfts-Salon“ in der Linzer Tabakfabrik geben oder das Theater-Stück „Hotel California“ vom inklusiven Ensemble „Malaria“ im Theater Phönix.
Das Diakoniewerk
Den Ursprung hat das Diakoniewerk in Gallneukirchen, wo sich auch die Zentrale befindet. Am 3. Jänner 1874 genehmigte die Statthalterei Linz die Zulassung des „Evangelischen Vereins für Innere Mission in Gallneukirchen“, 1877 gründete sich dort die Schwesternschaft der Diakonissen, womit die Arbeit für und mit Menschen mit Behinderung, Kindern, Menschen im Alter und im Gesundheitsbereich begann. Im Jahr 2024 arbeiten mittlerweile auch viele weltliche Personen mit, österreichweit sind mehr als 3.800 Mitarbeiter beschäftigt, mehr als 700 Freiwillige engagieren sich beim Diakoniewerk.


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