Kunstuni Linz eröffnet ein eigenes Institut für Design
LINZ. Seit Jahresbeginn hat die Kunstuniversität Linz ein eigenes Institut für Design. Dazu zählen die Abteilungen Creative Robotics, Designforschung und Designtheorie, Fashion & Technology, Industrial Design sowie raum&designstrategien. Die Leitung obliegt Ute Ploier und ihrer Stellvertreterin Christiane Luible-Bär.
Hintergrund: Im Zuge der Schaffung eines eigenen Institutes für Architektur wurde das bisherige Institut für Raum und Design geteilt. Mit der Änderung der Organisationsform ergeben sich also zwei gewichtige Schwerpunkte an der Kunstuniversität Linz. Denn insbesondere die Studienrichtungen des Institutes für Design sind attraktive Partner für Kooperationen mit Institutionen aus dem Kunst- und Kulturbereich, der Politik, der Industrie und der Wirtschaft.
Was in den Studiengängen ansteht
Für das neue Institut für Design stehen im kommenden Jahr große Projekte an: Der renommierte Bachelor-, Master- und PhD-Studiengang Fashion & Technology, der auf Nachhaltigkeit, Inklusion und Diversität setzt, beteiligt sich an einer internationalen Ausstellung und einem Symposium unter dem Titel „Science Fashion“ von 13. bis 16. Mai im Museum für zeitgenössische Kunst in Rom. Im Juni veranstaltet Fashion & Technology eine große Modenschau in Wien mit internationaler Jury. In den vergangenen zehn Jahren hat sich das Team von Studienleiterin Ute Ploier mit Sitz in der Tabakfabrik mit seinen unkonventionellen Ansätzen einen internationalen Namen gemacht. Zentral ist dabei die Verbindung von Forschung und Design: Neben traditionellen, handwerklichen Techniken lernen die Studierenden auch mit digitalen Werkzeugen wie künstlicher Intelligenz und Robotik umzugehen oder entwickeln Biomaterialien aus erneuerbaren Rohstoffen – und so wachsen etwa Bakterienkulturen zu tragbaren Hosen heran oder aus Algen und Pflanzen werden biobasierte Kunststoffe.
Die Studienrichtung Industrial Design wiederum, die sich auf die Gestaltung und Entwicklung von innovativen Produkten mit Fokus auf Mensch, Technologie und gesellschaftliche Entwicklungen konzentriert, feiert am 12. Jänner mit einem DesignTalk ihre Finissage im splace. Die Studienrichtung präsentierte im Zuge der DesignDays 2025 zum Jahreswechsel unter dem Titel „un.noticed“ ausgewählte Arbeiten.
Die Studienrichtung raum&designstrategien engagiert sich im Rahmen des dreijährigen EU-finanzierten Projekts „STEP – Strategies for Transformative Education for Art in Public Spaces“ mit fünf anderen Kunst- und Designuniversitäten, um kreative Strategien für öffentliche Räume zu entwickeln: 2026 wird es dafür ein Kunst-Camp im französischen Le Havre geben sowie eine Serie an hybriden Seminaren. Dazu wird raum&designstrategien sein partizipatives Forschungsprojekt in Venedig für die Masterstudierenden fortführen, die Bachelorstudierenden wiederum widmen sich einem Projekt rund um das Linzer Franckviertel.
Creative Robotics wiederum startet heuer etwa sein zweijähriges mit EU-Mitteln gefördertes Projekt „Urban Pilot Manufactory“, eine Art Pilotfabrik, die Kleinunternehmen und Handwerkern industrielle Produktionsmöglichkeiten im urbanen Raum eröffnen soll.
Und die Abteilung Designforschung und Designtheorie setzt ihr Forschungsprojekt „Unlearning Design“ in Kooperation mit der Kunsthochschule in Kassel fort.
Ute Ploier, Leiterin des Institutes Design an der Kunstuni Linz: „Das neue Institut für Design vereint technologisches Know-how, überraschende Lösungen und gesellschaftliche Verantwortung. Der transdisziplinäre Austausch zwischen Objekt, Mode, Raum, Technologie und Theorie erzeugt ein Designverständnis, das weit über Disziplinen hinaus denkt. Die erhöhte Sichtbarkeit zeigt, wie zentral Design für gesellschaftlichen Fortschritt ist.“
Rektorin Brigitte Hütter zur Schaffung des neuen Design-Institutes: „Wir setzen damit nachhaltiges Gestalten in allen Formen an der Kunstuniversität Linz als gewichtigen Schwerpunkt fort, indem die Abteilungen des Institutes für Design innovative Strategien und eine ressourcenschonende Produktion forcieren. Ebenso hat für das Team von Ute Ploier und Christiane Luible-Bär ein gender- und diversitätssensibler Blick auf Ästhetik und Identität Priorität.“
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