Valie Export ist tot: Linz trauert um seine Kunstpionierin
LINZ. Die international renommierte Medien- und Performancekünstlerin Valie Export ist tot. Die gebürtige Linzerin ist drei Tage vor ihrem 86. Geburtstag in Wien verstorben.

Valie Export galt als eine der bedeutendsten österreichischen Künstlerinnen der Gegenwart. Internationale Bekanntheit erlangte sie unter anderem mit ihren radikalen Performances, ihren Film- und Videoarbeiten sowie ihren feministischen Kunstaktionen. Ihre Werke waren weltweit in renommierten Museen und Ausstellungen vertreten – unter anderem im Centre Pompidou in Paris, bei der Biennale von Venedig, der documenta in Kassel oder zuletzt in großen Retrospektiven in Wien und Berlin.
Enge Verbindung zu Linz
Ihre Verbindung zu Linz brach nie ab. Die Kunstuniversität verlieh ihr 2009 die Ehrendoktorwürde, 2003 bis 2011 war sie Mitglied des Universitätsrats an der Kunstuniversität, bis 2008 als Vorsitzende. Zudem war sie oft beim Ars Electronica Festival zugegen, wo sie 2020 mit der Goldenen Nica für ihr Lebenswerk geehrt wurde. Weiters erhielt Valie Export den Kunstwürdigungspreis der Stadt Linz, den Alfred Kubin Preis des Landes sowie das Verdienstkreuz des Landes für Kunst und Kultur - damals als erste Frau.
2015 hat die Stadt Linz das bereits in den 1960er-Jahren angelegte Archiv der Künstlerin gekauft. Das Valie Export Center Linz, ein Forschungszentrum für Medien- und Performancekunst, wurde 2017 in der Tabakfabrik eröffnet und umfasst Kunstwerke, Skizzen, Entwürfe, Negative und weitere umfangreiche Archivmaterialien aus ihrem Schaffen. Betrieben wird es von der Kunstuniversität gemeinsam mit dem Lentos Kunstmuseum.
Große Betroffenheit
„Mit Valie Export verliert Oberösterreich eine außergewöhnliche Künstlerpersönlichkeit von internationalem Rang. Sie hat mit ihren Arbeiten Grenzen überschritten, Debatten ausgelöst und die Medien- und Performancekunst weltweit geprägt. Ihr Wirken war mutig, visionär und seiner Zeit oft weit voraus“, reagiert Landeshauptmann Thomas Stelzer betroffen auf den Tod der Künstlerin, und weiter: „Valie Export hat Kunst als gesellschaftlichen Diskurs verstanden. Sie war eine kompromisslose Stimme für künstlerische Freiheit und hat Generationen von Künstlerinnen und Künstlern inspiriert. Oberösterreich ist stolz auf diese große Künstlerin unseres Landes.“
Kunstuniversität-Rektorin Brigitte Hütter: „In inniger Verbundenheit trauern wir um Valie Export – als Mensch, als Künstlerin und als hochgeschätztes Ehrenmitglied der Kunstuniversität Linz.“ Sie habe „als feministische Medienkünstlerin von Weltrang Kunstgeschichte geschrieben. Mit ihrem Wirken hat sie ganze Künstlergenerationen beeinflusst und sie hat mit ihren Arbeiten und den daran geknüpften Diskursen ganz wesentlich dazu beigetragen, Österreich ein Stück weltoffener zu machen.“ Die Kunstuniversität Linz werde Valie Export daher stets ein ehrendes Andenken bewahren, so Brigitte Hütter.
Der Grüne Klubobmann und Kultursprecher LAbg. Severin Mayr: „Die Kultur trauert um eine Künstlerin von Weltrang und große Feministin. Valie Export war eine Ikone und Vorreiterin, die Grenzen gesprengt hat. Die sich weder in persönliche, gesellschaftliche noch künstlerische Schubladen hat pressen lassen. Nicht nur mit ihrem avantgardistischen Zugang zu neuer Medientechnologie war sie ihrer Zeit voraus. Ihr Wirken ist vielfach national und international preisgekrönt. Es hat viele Künstlerinnen und Künstler maßgeblich beeinflusst und wird das auch weiterhin tun. Sie hinterlässt nicht nur ein großes Erbe als Kulturschaffende, sondern auch als Kämpferin für Frauenrechte. Ihr teils radikaler, aktionistischer Feminismus war ebenso legendär wie ihre Rolle als feministische Theoretikerin.“


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