22-jährige Fußballerin nach Hüft-OP zurück am Platz
LINZ. Starke Schmerzen machten Lisa Eisner selbst das Sitzen unmöglich. Nach Eingriffen am Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern kann die 22-Jährige wieder studieren, Fußball spielen und ihren Alltag ohne Beschwerden gestalten.

Lisa Eisner war jung, sportlich und hatte dennoch immer stärkere Schmerzen. Eine Verletzung hatte es nicht gegeben. Mit 21 Jahren erhielt sie nach vielen Untersuchungen die Diagnose: Hüftdysplasie. Dabei handelt es sich um eine angeborene Fehlbildung der Hüftpfanne.
Die Beschwerden waren massiv. Eisner litt nachts unter stechenden Schmerzen in der Leistengegend. Gehen fiel ihr schwer, später auch das Sitzen. Die Schmerzen lösten sogar Übelkeit aus.
Nach Operation zurück am Fußballplatz
Am Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern wurde die Fehlbildung erkannt und Eisner an beiden Hüften operiert. Heute kann sie sich wieder ohne Schmerzen bewegen und ihrem liebsten Hobby nachgehen: Fußball. Seit Mitte August wieder bei Pflichtspielen für die Spielgemeinschaft Kematen/Piberbach/Rohr/Neuhofen auf dem Platz.
„Dank der Operationen, aber auch dank der Unterstützung meines privaten Umfelds, meiner Familie, meiner Freund*innen und auch meines Physiotherapeuten, der sich immer viel Zeit für mich genommen hat, kann ich mich schmerzfrei bewegen, ich kann schmerzfrei sitzen, ich kann meinen Bachelor machen. Ich habe die beste Zeit meines Lebens“, freut sich Lisa Eisner, die ihren Weg zurück in den Alltag in einem Tagebuch dokumentierte, um auch anderen jungen Betroffenen Mut zu machen.
Oft lange Zeit bis zur Diagnosestellung
Die Fehlbildung betrifft vor allem Frauen, der Großteil der Fälle wird jedoch bereits im Säuglingsalter erkannt und lässt sich meist innerhalb von ein paar Wochen korrigieren, ohne dass die Betroffenen anschließend weitere Beschwerden haben.
Bleibt die Dysplasie unentdeckt, treten Probleme oft erst zwischen 15 und 35 Jahren auf. Bis zur richtigen Diagnose vergeht häufig viel Zeit. „Meist braucht es vier bis fünf Facharztbesuche, bis die Diagnose gestellt ist“, weiß der behandelnde Mediziner Lukas Pichler, Orthopäde am Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern.
Und dann heißt es schnell handeln. Denn neben der Tatsache, dass die Fehlstellung nur bis zu einem Alter von etwa 35 Jahren operiert werden kann, spielt es auch eine Rolle, wie rasch die Behandlung erfolgt, um das eigene Gelenk erhalten zu können.
Sechs Monate bis zur vollen Belastbarkeit
Der Eingriff selbst dauert rund eineinhalb bis zwei Stunden. Sechs Wochen darf das Bein nicht belastet werden. Danach beginnt der schrittweise Belastungsaufbau. Nach etwa sechs Monaten und mit Reha-Maßnahmen ist meist wieder alles möglich. „Nach dem Eingriff entspricht die Biomechanik des Gelenks einem normalen Gelenk, vergleichbar mit einem geheilten Knochenbruch. Die Patient*innen haben eine ‚normale‘ Hüftpfanne“, so Pichler.
Da die Fehlstellung vor allem Frauen betrifft, räumt der Mediziner auch mit einem immer noch verbreiteten Vorurteil auf: „Der Eingriff hat keinen Einfluss auf eine Geburt. Laut Studien sind auch bei diesen Patient*innen Spontangeburten genau so möglich wie bei Patient*innen ohne behandelte Fehlstellung.“








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