Linzer Schulstreik gegen Kopftuchverbot geplant
LINZ. Schüler rufen für Freitag, 9. Oktober, zu einem Schulstreik gegen das Kopftuchverbot auf. Kritik kommt von der Linzer FPÖ, das Politisieren in Schulen müsse aufhören.

Hinter der Demonstration steht ein Zusammenschluss von Schülern verschiedener Schulen.
„Wir haben genug echte Probleme an unseren Schulen: von Mobbing bis zu Klassenräumen, in denen wir im Sommer bei 40 Grad ohne Klimaanlage sitzen. Das Kopftuchverbot löst davon halt kein einziges“, sagt Mehmet, ein Schüler vom Poly Urfahr.
Finnley von der Kunst HBLA: „Das Kopftuchverbot ist nur die Spitze des Eisbergs. Es basiert auf einer viel größeren Stimmungsmache gegen Menschen mit Migrationshintergrund.“
Jakob, ein Schüler der HTL Linz: „Eine staatlich verordnete Kleidervorschrift hat nichts mit der Selbstermächtigung von Mädchen zu tun. Es ändert nichts an ständigen Femiziden und steigender Armut, die Frauen oft am härtesten trifft.“
Auch Lehramtsstudentin Anna drückt ihr Unbehagen aus: „Bei Verstoß des Gesetzes sind Lehrkräfte sogar rechtlich gezwungen, dagegen vorzugehen, auch wenn es allen unseren pädagogischen Grundsätzen wiederspricht.“
Besonders stark involviert in die Organisation ist auch Clara vom Bafep Schulstreikkomitee. Sie sagt, „Wir haben genug von rechter Politik. Dem Rassismus, den Einsparungen und der Aufrüstung. Mit dem Schulstreik werden wir zeigen, dass Schülerinnen und Schüler diese ständigen Zumutungen nicht mehr passiv hinnehmen wollen!“
Die Demonstration ist am Freitag, 9. Oktober, um 8. 30 Uhr am Martin-Luther-Platz geplant.
Freiheitliche kritisieren Streikkampagne
In den vergangenen Tagen hätten sich mehrere besorgte Eltern bei den Linzer Freiheitlichen gemeldet, so FPÖ-Fraktionsobmann Wolfgang Grabmayr. Grund sei der Aufruf zum Schulstreik. „Schulen als politische Bühne zu missbrauchen, geht überhaupt nicht. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass die Verteilung solcher Streikaufrufe mit Genehmigung der zuständigen Schuldirektoren erfolgt ist. Sollte dies tatsächlich der Fall sein, ist die Bildungsdirektion gut beraten, rasch zu handeln. Parteipolitische Kampagnen haben in unseren Schulen nichts verloren.“
Besonders kritisch sieht Grabmayr die Beteiligung der SJ Linz: „Die SJ Linz erhielt 2025 eine städtische Förderung von 30.000 Euro und steht auf der Liste der Dreijahresförderungen. Wenn öffentliche Gelder dafür verwendet werden, Schüler zum Fernbleiben vom Unterricht aufzurufen, muss das Konsequenzen haben. Besonders bemerkenswert ist, dass hier gegen ein Gesetz mobilisiert wird, das von einer Bundesregierung beschlossen wurde, der auch die SPÖ angehört.“








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