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OBERÖSTERREICH: An lauen Abenden im Mai und Juni kann man die majestätischen Käfer dabei beobachten wie sie, nach Nahrung Ausschau haltend, laut brummend durch die Lüfte fliegen und sich am nächsten geeigneten Laubbaum niederlassen, um gemütlich zu schmausen.
 

Foto: Josef Limberger
Foto: Josef Limberger

Die Maikäfer gehören zur Familie der Blatthornkäfer und verdanken ihren Namen der Gestalt ihrer Antennen, deren letzte Glieder blattförmig verbreitert sind. Bei den Männchen weisen sie bis zu 50.000 Geruchssensoren auf, die auf die Sexuallockstoffe paarungsbereiter Weibchen ansprechen und ihnen so das Aufspüren ebenjener ermöglichen.

Ein Großteil des Lebens wird unterirdisch verbracht

Nach der Paarung legen die Weibchen ihre Eier meist in zwei Gelegen mit je etwa 24 StücK ins lockere Erdreich ab. Feldmaikäfer (Melolontha melolontha) bevorzugen dabei offenes Gelände, während die Waldmaikäfer (Melolontha hippocastani) meist in der Nähe ihrer Fraßbäume bleiben.

Nach vier bis sechs Wochen schlüpfen die, bei uns als Engerlinge bekannten, Larven. Ihre Entwicklung dauert, abhängig von den klimatischen Verhältnissen, meist drei bis vier, in Ausnahmefällen auch fünf Jahre lang. Die Larvalzeit verbringen die, bis zu fünf Zentimeter großen, Larven vollständig im Boden und ernähren sich dabei von Pflanzenwurzeln. Zur Überwinterung ziehen sie sich bis zu einem Meter tief in den Boden zurück. Im letzten Larvenjahr verpuppt sich der Engerling und im Herbst ist die Metamorphose bereits abgeschlossen. Der Jungkäfer verbleibt den Winter über noch in seiner unterirdischen Puppenhülle und verlässt diese erst Ende April. Danach beginnt der etwa zweieinhalb Zentimeter große Käfer mit seinem Reifefraß an verschiedensten Laubbaumarten.

Kaum noch Massenauftreten

Durch den mehrjährigen Entwicklungszyklus der Käfer kam und kommt es immer wieder zu deren Massenauftreten, wobei das Jahr 2017 in Oberösterreich laut Prognosen vor allem in der Region entlang des Inns als Maikäferjahr gilt, weiß Mag. Gudrun Fuß, Ökologin des NATURSCHUTZBUNDES OÖ. Es ist jedoch anzumerken, dass die Anzahl der Maikäfer im Laufe des letzten Jahrhunderts stark zurückgegangen ist, da sie mit chemischen Mitteln wie DDT auf Stärkste bekämpft wurden, vor allem um den Wurzelfraß der Engerlinge, der sich verheerend auf Jungbäume und Feldkulturen auswirken kann, einzudämmen.

Mit Maß und Ziel

Immer noch werden zum Schutz von Obst- und Weinkulturen Insektizide und Pilze gegen die Maikäfer eingesetzt. Hier ist jedoch wie überall ein gewisses Augenmaß gefragt. Der Einsatz solcher Mittel sollte genau überlegt werden und nur der letzte Ausweg sein, um große Schäden zu verhindern. Durch Aufreißen des Bodens mittels Fräsen kann ebenfalls ein großer Teil der Engerlinge vernichtet werden, sicher die ökologischste Variante. Ansonsten sollten wir uns an den imposanten Käfern erfreuen und sie als unsere Mitgeschöpfe akzeptieren.


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