Alle Menschen altern

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Tanja Binder, Leserartikel, 10.10.2018 14:27 Uhr

Für den Begriff „Altern“ gibt es keine klare wissenschaftlich anerkannte Definition. Weiter gefasst versteht man darunter jede zeitgebundene Veränderung, welche im Laufe des Lebens in einem Organismus stattfindet. Der Begriff ist häufig negativ assoziiert. Dabei ist das „Altern“ ein biologischer, psychischer sowie sozialer Prozess, der bereits von Geburt an stattfindet und alle Aspekte des menschlichen Daseins beeinflusst.

Alle Menschen „Altern“. Im Kindes- und Jugendalter, „wächst man“ und sammelt Erfahrungen, als Erwachsener „entwickelt man sich weiter“. Der Begriff „Altern“ wird gerne vermieden, da er häufig negativ behaftet ist und zumeist mit einem hohen Lebensalter in Verbindung gesetzt wird.

Welche Veränderungen bringt das Alter?

Ältere erleben den Prozess des Alterns meist intensiv, da viele Veränderungen diese Lebensphase begleiten. Einer der größten und einschneidendsten Umbrüche in diesem Lebensabschnitt ist der Eintritt in die Pension, einhergehend mit dem Verlust der Berufsrolle und der damit verbundenen Verantwortung. Die Erziehung der eigenen Kinder ist in der Regel abgeschlossen. Themen wie Einsamkeit, Krankheit, Verlust und Tod gewinnen an Bedeutung und können belastend wirken. Neben den sozialen Veränderungen kommt es auch zu Veränderungen im Körper. Das Thema Gesundheit gewinnt immer mehr an Bedeutung, da die ersten chronischen Leiden auftreten können und sich das Erscheinungsbild sowie die Leistungsfähigkeit wandelt.

Die geänderten Lebensumstände wirken sich sehr häufig auf die Paarbeziehung aus, da die Partner nun viel mehr Zeit miteinander verbringen und oftmals der Raum für einen selbst fehlt. Konflikte können dadurch vorprogrammiert sein. In dieser Lebensphase gewinnt die gemeinsame Zeit mit den eigenen erwachsenen Kindern und Enkeln mehr an Bedeutung, Familie wird wichtig.

Die neu gewonnene Freiheit, bedingt durch den Wegfall des Berufes und der Kindererziehung ist für manche Ältere auch eine Chance. Viele ältere Menschen starten noch einmal ganz neu durch oder setzen ihre Kompetenzen im Ehrenamt ein. Die heute Älteren sind, aufgrund der steigenden körperlichen Gesundheit um 5 Jahre jünger als früher. Diese Tatsache unterstützt und begünstigt die Möglichkeit diesen Lebensabschnitt mitunter auch sehr aktiv zu gestalten.

Werden wir im Alter milder?

Das Alter hat nicht nur Einfluss auf die soziale Komponente, es kommt zu psychischen und neurologischen Veränderungsprozessen, welche individuell sehr verschieden sein können. Eine Stärke im Alter – im Vergleich zu früheren Lebensphasen - ist die Fähigkeit positive Gefühle zu generieren und belastende Gefühle zu minimieren. Im Volksmund wird diese Fähigkeit Altersmilde, im Fachjargon Positivitätseffekt genannt und bedeutet, dass ältere Menschen Positives besser abspeichern können als Jüngere. Diese Fähigkeit bringt jedoch eine einschränkende Komponente mit sich: ältere Menschen können schlechter mit belastenden Gefühlen umgehen. Das hat unter Umständen Konsequenzen für die psychische Belastbarkeit und die seelische Gesundheit.

Die Lebensthemen im Alter

Die großen Lebensthemen der Seniorinnen und Senioren sind der Wunsch nach einem möglichst langem Erhalt der eigenem Autonomie, das Erleben von Zufriedenheit trotz gesundheitlicher Einschränkungen, oft auch der Lebensrückblick auf Geleistetes, Bewältigtes oder Nicht-Gelebtes, sowie das Finden von neuen sinnstiftenden Inhalten im eigenen Leben.

Psychotherapeutin Elisabeth Fölser, BSc hat sich auf die Themen des „Alterns“ spezialisiert und begleitet und unterstützt Seniorinnen und Senioren, sowie pflegende Angehörige dabei, die unterschiedlichen Aufgaben und Herausforderungen - die das Älterwerden mit sich bringt – zu meistern. „Jeder Mensch hat einen Einfluss darauf, wie man altert“, sagt Frau Fölser und empfiehlt deshalb, gute Beziehungen in früheren Jahren aufzubauen, um der Einsamkeit in späteren Jahren entgegenzuwirken.

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