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"Gewalt - Schule - Medien": 300 Lehrer treffen sich zum Ausstausch im Schlossmuseum Linz

Karin Seyringer, 18.01.2019 11:45

LINZ. Im Schlossmuseum Linz geht heute, 18. Jänner 2019, bereits das fünfte Vernetzungstreffen zum Projekt „Gewalt – Schule – Medien“ über die Bühne. Dieses ist ein österreichweit einzigartiges Ausbildungsprojekt für Lehrkräfte im Bereich Gewaltprävention und Digitale Medien.

  1 / 2   Bildungsdirektor Alfred Klampfer, LH-Stellvertreterin Christine Haberlander und Education Group-Geschäftsführer Peter Eiselmair (v. l.) Foto: Land OÖ/Vanessa Ehrengruber

„Die Nutzung von Social Media betrifft Familien, dort auch schon die Jüngsten, und daher natürlich den Unterricht. Mit diesem Thema müssen wir uns nachhaltig auseinandersetzen“, so Landeshauptmannstellvertreterin Bildungslandesrätin Christine Haberlander. Lehrer sind Multiplikatoren, Ziel ist es, Pädagogen zu begleiten und zu unterstützen bzw. ihnen die Grundkompetenzen zu vermitteln und diese zu verstärken. Wir wollen ihnen eine Handreiche geben.“

Zum ABC und Einmaleins kommt das „www“

Ein Lehrer, der am Vernetzungstreffen teilnimmt, ist Aleksander Tunaj von der NMS Stadl-Paura. „Wenn ich als Pädagoge ernstgenommen werden will, muss ich die Alltagswelt der Schüler ernst nehmen.  Mit der Digitalisierung ist ein wesentlicher Bereich zum Unterricht dazugekommen. Früher war es wichtig, das ABC und das Einmaleins zu können, und jetzt ist eben auch noch das „www“ dazugekommen. Und was stark dazukommt ist die Moralerziehung: Wie gehe ich mit dem www um. Ein reflektierter Umgang muss gelernt werden.“

„Wir haben auch die Aufgabe, uns mit dem ethischen Aspekt, mit den Gefahren auseinanderzusetzen, zum Beispiel Mobbing. Wir wollen die Lehrer präventiv befähigen. Sie müssen wissen, was die Kinder heute beschäftigt und wo Gefahren liegen könnten. Medienbildung heißt, die Lehrer auf die Gefahren hinzuweisen und sie nicht nur in der Hardware-Nutzung auszubilden“, so auch Bildungsdirektor Alfred Klampfer.

Projekt seit 2010

Das Projekt „Gewalt – Schule – Medien“ wurde im Jahr 2019 vom Land OÖ gemeinsam mit dem Landesschulrat und der Education Group gestartet. Zielgruppe sind Neue Mittelschulen und Polytechnische Schulen. Über 500 Lehrkräfte bekamen in Oberösterreich eine Grundausbildung, diese sind nun Multiplikatoren und stehen als Ansprechpartner an den Schulen zur Verfügung.

Top-Referenten informieren

Einmal jährlich werden nun die Vernetzungstreffen durchgeführt. Die rund 300 Teilnehmer können sich dort austauschen, Top-Referenten, dieses Jahr unter anderem Thomas Damberger oder Barbara Buchegger,  informieren die Pädagogen über die neuesten Entwicklungen in der Welt der digitalen Medien.

Die Herausforderung ist der ständige Themenwechsel in diesem Bereich, die Entwicklungen werden immer schneller. Darum gibt es beim Netzwerktreffen auch jedes Jahr ein neues Thema“, so Peter Eiselmair, Geschäftsführer der Education Group GmbH. „Uns ist klar, dass ein Netzwerk an ausgebildeten Pädagogen nicht alle Probleme lösen kann. Wir haben es aber geschafft, an jedem Schulstandort einen Ansprechpartner zu haben, der durch das Netzwerk an beteiligten Einrichtungen unterstützt wird.“

Medienfit bereits in der Volksschule

Mit dem Projekt „Medienfit in der Volksschule“ gibt es auch ganz bewusst bereits ein Projekt, das speziell auf Volksschulen abgestimmt ist. „Digitalisierung kann nicht auf ein spezielles Alter oder einen bestimmten Schultypen reduziert werden, man muss sich breit damit auseinandersetzen. Daher gibt es auch kein klares Bekenntnis in zur Ausbildung von Volksschul-Pädagogen in diesem Bereich“, so Haberlander.

Das Projekt „Gewalt – Schule – Medien“ wurde von der Education Group dafür adaptiert. Bislang haben rund 800 Volksschul-Pädagogen an den Workshops von „Medienfit in der Volksschule“ teilgenommen, in 15 Bildungsregionen. Je nach Erfahrung der Teilnehmer werden hier Digitale Medien im Unterricht, didaktische Anregungen, Tools und Tipps für die Unterrichtsgestaltung, kindgerechte Webseiten bis zum Arbeiten mit Tablets im Unterricht, Apps und Elternarbeit und Initiativen thematisiert.

Umfangreiche Beteiligung

Ein großes Netzwerk von Experten unterstützt das Projekt. Neben der Education Group sind die Bildungsdirektion OÖ, Saferinternet, das Landeskriminalamt, das Institut Suchtprävention, die Kinder- und Jugendanwaltschaft OÖ, die Schulpsychologie OÖ und weitere Medienexperten beteiligt.


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