Ein Familienzentrum für Mama und Papa

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Anna Stadler Anna Stadler, Tips Redaktion, 11.06.2019 16:04 Uhr

LINZ. Sein 15-jähriges Bestehen feiert das Familienzentrum Pichling. In dieser Zeit hat sich die Zahl der Besucher verdreifacht. Mit zahlreichen Seminaren, Kursen, Vorträgen und Infoveranstaltungen bietet es ein vielfältiges Angebot – speziell auch für Väter.

Im Jahr 2004 nutzten insgesamt 1.626 Menschen die Angebote des Familienzentrums Pichling in der solarCity. Seitdem hat sich die Zahl fast verdreifacht: Vergangenen Jahr waren es mehr als 4.500. Die Besucherzahlen der VHS Spielgruppen und privater Veranstaltungen, sowie der Raumnutzungen bei Kindergeburtstagen sind dabei nicht inbegriffen. Betrachtet man die Entwicklung der Besucherzahlen des Familienzentrums aufgeteilt in Frauen und Männer, zeigt sich, dass sich der Männeranteil etwa verfünffacht hat.

Eigenes Väterprogramm

Im ersten Jahr machten 48 männlichen Besucher insgesamt 6,3 Prozent aus. Im Vorjahr betrug der Männeranteil unter den teilnehmenden Personen knapp 30 Prozent. Auch die Entwicklung bei den Veranstaltungsteilnahmen von Männern kann sich sehen lassen: Waren es 2005 „nur“ 21 Männer, die die Spezialveranstaltungen im Familienzentrum besuchten, so stieg die Zahl bis zum vergangenen Jahr auf 262 Teilnehmer an. „Es spielt bei uns keine Rolle ob ich Mann oder Frau bin, damit ich das Angebot nutzen kann“, so Diplomsozialarbeiter Markus Kraxberger, Leiter des Familienzentrums. „Wen da Familienzentrum drauf steht, soll das kein reines Mütterzentrum werden.“ Dementsprechend gibt es im Familienzentrum Pichling auch ein eigenes Väterprogramm. „Man braucht was explizites damit sich die Männer angesprochen fühlen.“ Das Angebot reicht vom Papa-Kind-Frühstück bis hin zur begleitenden Selbsthilfegruppe für getrennte Väter.

Vom „Babyclub“ bis zur Gewaltprävention

„Egal welches Thema die Eltern haben, sie sind bei uns richtig“, so Kraxberger. „Die Segmente der Einrichtungen werden immer kleiner. Dementsprechend passiere es oft, das Betroffene die sich an eine Beratungsstelle wenden ein oder mehrmals weiterverwiesen werden, bis sie zur richtigen Einrichtung kommen. Nicht so im Familienzentrum Pichling. Von der Spielgruppe über die Familienberatung bis hin zur Gewaltprävention und Täterarbeit bietet das Zentrum Unterstützung für viele Lebenslagen.

Niedrigschwellige Beratung

Zudem ist die Beratung im Familienzentrum Pichling sehr niederschwellig angelegt. “Das wichtige ist, das man nicht explitzit in eine Beratungsstelle geht„, so Barbara Spüranger, Abteilungsleiterin der städtischen Familien- und Jugendberatung. Den explizite Beratungsstellen würden oft nicht aufgesucht. Die Sozialarbeiter des Familienzentrums haben jedoch durch das umfangreiche Veranstaltungsprogramm einen anderen Zugang. “Da können wir schon frühzeitig was abfangen„, so Kraxberger. Manche Probleme - zum Beispiel im Fall einer Trennung - können so abgefedert werden.

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