Silvester: Knalltrauma als unterschätzte Gefahr
OÖ/LINZ. Jedes Jahr wieder gibt es zu Silvester Verletzte durch Feuerwerkskörper. Häufig sind Verletzungen an den Händen. Unterschätzt wird jedoch oft die Gefahr eines Knalltraumas.

Jährlich verletzen sich rund 200 Österreicher beim Umgang mit Feuerwerkskörpern. Die meisten Unfälle passieren in der Zeit um den Jahreswechsel. Raketen und Böller zu zünden ist nicht nur für die Finger gefährlich. Explosionen in unmittelbarer Nähe können auch in den Ohren ein Knalltrauma verursachen.
Unterschätzte Gefahr
„Gerade bei Knalltraumata zu Silvester ist die Dunkelziffer besonders hoch. Die meisten Menschen suchen bei einer Hörminderung nach einem besonders lauten Kracher nicht sofort medizinische Hilfe auf. Viele wissen auch gar nicht, was ein Knalltrauma ist“, weiß der Linzer Hörakustiker und Landesinnungsmeister Peter Gumpelmayer. Symptome sind Dröhnen oder Rauschen in den Ohren, ein dumpfes Hörempfinden oder eine akute Hörverminderung. Auch Tinnitus kann entstehen.
Vorsorge statt Nachsorge
Zwar kehrt bei einem Knalltrauma das Gehör meistens von selbst zurück, jedoch sollte bei den ersten Anzeichen weitere Lärmbelastung vermieden und sicherheitshalber ein Arzt aufgesucht werden, um schwerwiegendere Folgen auszuschließen. „Noch besser wäre es freilich, bereits vorbeugend etwas für den Ohrenschutz zu tun“, rät Gumpelmayer.
Vor allem Kinder und Jugendliche brauchen Gehörschutz. Ihre Ohren sind besonders sensibel. Bereits Ohrenstöpsel erweisen hierfür gute Dienste, noch besser ist ein sogenannter Kapselgehörschutz. Ein individuell angepasster Gehörschutz, der vom Hörakustiker angefertigt wird, lohnt sich, wenn man öfter Lärm ausgesetzt ist. Die Ohrpassstücke schließen das Ohr ab und können durch spezielle Filter Frequenzen filtern. „Bei einer Dauerbelastung stellt bereits eine Lautstärke von 80 dB ein gesundheitliches Risiko dar und ist eine Ursache für den schleichenden Hörverlust im Alter“, schildert Gumpelmayer.
Leisere Alternativen
Wer nicht gänzlich auf Knallereien verzichten möchte, kann beispielsweise auf Fontänen, Knallerbsen, Spritzkerzen oder Knallfrösche umsteigen, die auf eine Distanz von einem Meter ungefährlich fürs Gehör sind.


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