"Bauen in der Klimakrise" - Architekturforum lädt zum Schwerpunktabend
LINZ. Klimatische Veränderungen stellen die Baubranche vor neue Herausforderungen. Das afo architekturforum oberösterreich nimmt sich der Klimakrise an und lädt am Mittwoch, 29. Jänner zum Schwerpunktabend „Bauen in der Klimakrise. Was sich in der Politik und Bauwirtschaft wirklich ändern muss“. Zahlreiche Experten sind zu Gast.

In vielen Architektur- und Planungsbüros, in Unternehmen, in der Bau- und Materialforschung findet ein Umdenken statt: Der Bodenverbrauch und der Verschleiß von fossilen Ressourcen für Baustoffe, Heiz- und Kühlenergie müssen massiv gedrosselt werden, um die Welt lebenswert zu erhalten.
Gefragt sei aber auch die Politik, den gesetzlichen Rahmen der Planungs- und Bautätigkeit entsprechend zu gestalten. Klimazielsetzungen wie in Linz würden zwar zeigen, dass das Thema aufgegriffen wird. Konkrete, raumwirksame Maßnahmen seien aber kaum in Sicht, so der Vorwurf.
Das afo architekturforum oberösterreich widmet dem „Bauen in der Klimakrise“ deshalb am Mittwoch, 29. Jänner einen vielseitigen Schwerpunktabend.
Wie böse ist Zement?
Den Zusammenhang von Bauen und Klimawandel in unterschiedlichen Facetten, lokal wie global, wird Siegfried Atteneder, Leiter der Architekturabteilung an der Kunstuniversität Linz, in seiner Eröffnungsrede beleuchten. Gebaut wird viel und überall. Es entstehen Wolkenkratzer, neue Häuser, Straßen, Siedlungen und andere Gebäude. Meist spielt Zement die tragende Rolle. Dass aber die Zementproduktion einen erheblichen Teil der weltweiten CO²-Emissionen verursacht und selbst den globalen Flugverkehr übertrifft (so eine Studie des Thinktanks Chatham House), ist kaum bekannt.
Arbeiten an der Energiewende
„Etwas mehr als 30 Prozent des österreichischen Energieverbrauchs werden aktuell durch erneuerbare Energien gedeckt - Österreich möchte bis 2040 klimaneutral werden, womit dieser Anteil auf 100 Prozent gehoben werden soll. Lösungen und Technologien sind vorhanden, um alle Bauwerke zu Kraftwerken zu machen! Wir müssen es nur noch umsetzen“, sagt Vera Immitzer, Geschäftsführerin des Bundesverbands Photovoltaic Austria. Sie wird bei der Veranstaltung über die Erreichung der Klima- und Energieziele 2030 berichten und die damit verbundenen Anstrengungen des Verbands darstellen.
Querdenken gefragt
Ressourcenverbrauch senken, den Betrieb der Gebäude verbessern und gleichzeitig mit Sonnenenergie heizen und kühlen? Der Salzburger Architekt Peter Horner sagt, das geht. Er stellt anhand von zwei Projekten vor, wie Bauen und Klimaziele in Einklang zu bringen sind. Mit der Bauteilaktivierung im Holzbau betritt er bautechnisches Neuland.
Plattform für Architektur und Baukultur
Veranstaltet wird der Schwerpunktabend vom afo architekturforum oberösterreich gemeinsam mit der Firma Siblik. Als Plattform für Architektur und Baukultur engagiert sich das afo für interdisziplinäre Diskurse über urbane und ländliche Entwicklungen einschließlich der damit verbundenen Veränderungen, die den Alltag beeinflussen.
Ein wichtiges Ziel des unabhängigen Vereins ist die Vernetzung von Architekten, Planern und Bauherren mit Akteuren aus Handwerk, Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst, Kultur und Politik.


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