"Wirf nix raus" - neue Kampagne gegen Vermüllung von Oberösterreichs Straßen
LINZ. Jedes Jahr werden Tonnen an Müll an Oberösterreichs Straßenrändern und Wiesen achtlos weggeworfen und liegen gelassen. Mit „Wirf nix raus - für sichere und saubere Straßen“ haben die Umwelt Profis, Infrastruktur-Landesrat Günther Steinkellner und die Straßenmeistereien eine Kampagne zur Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung in Bezug auf die zunehmende Vermüllung von Oberösterreichs Straßenrändern, öffentlichen Plätzen und Grünanlagen gestartet.

„Der Müll wird bei der Autofahrt aus dem Fenster geworfen oder beim Spazierengehen einfach fallen gelassen. Verpackungen, insbesondere Kunststoffverpackungen und Getränkedosen, landen zu Tausenden an Oberösterreichs Straßenrändern und öffentlichen Plätzen. Aber auch Zigarettenstummel und anderer Abfall, der im Freien zurückgelassen wird, muss mühsam wieder aufgelesen und entsorgt werden und verursacht nebenbei erhebliche Kosten, da oftmals eine maschinelle Reinigung nicht möglich ist, sondern manuell erfolgen muss“, so Landesrat Steinkellner.
Schilder und Transparente
Um dem entgegenzuwirken, stellen die Straßenmeistereien nun Schilder und Transparente entlang von Straßen, an Kreisverkehren und auch in Parks auf. Sie zeigen gegen Vermüllung protestierende Tiere.
„Die Kampagne 'Wirf nix raus' ist eine Kooperation der Umwelt Profis der kommunalen Abfallwirtschaft, dem Infrastruktur-Landesrat Steinkellner und der Straßenmeistereien. Sie soll mehr Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit unserer Umgebung schaffen und die Bevölkerung auf die zunehmende Vermüllung und die damit einhergehenden Auswirkungen auf die Umwelt sensibilisieren. Diese Anti-Littering-Maßnahme zielt speziell darauf ab, Aufmerksamkeit an den adäquaten Bereichen zu schaffen“, erläutert der Vorsitzende des OÖ. Landesabfallverbandes, Bürgermeister Roland Wohlmuth.
Problem auch für Straßensicherheit
Nicht nur für die Umwelt sei Littering ein großes Problem, sondern auch für die Straßensicherheit. Wird der Abfall etwa aus dem Autofenster geworfen, kann dieser zu einem folgenschweren Geschoss werden und nachkommende Fahrzeuge beschädigen oder sogar Unfälle bedingen.
Tiere können sich verletzen
Ebenso sind die Tiere von der Problematik der Vermüllung betroffen. Liegt der Abfall erst einmal in der Natur auf Wiesen und Feldern, wird er nicht selten von Tieren gefressen, die sich dabei schwer verletzen können. Abfälle werden durch das Mähen von Grünland auch zerkleinert und können so etwa in Futtermittel gelangen. Landwirte müssen zudem viel Zeit und Geld in die Reinigung ihrer Felder und Wiesen investieren, um nicht verunreinigtes Erntegut zu erhalten.
Zigarettenfilter können nicht abgebaut werden
Durch weggeworfenen Müll werden die Böden verunreinigt und Giftstoffe, wie etwa von weggeworfenen Zigarettenstummeln, gelangen in die Erde und Gewässer. Da Zigarettenfilter aus Cellulose-Acetat, also im Prinzip aus Kunststoff bestehen, können sie nicht biologisch abgebaut werden. Je nach Ablagerungsort dauert es mehrere Jahre, bis sich herkömmliche Zigarettenfilter aufgelöst haben. Bei Aludosen kann die Zersetzung bis zu 100 Jahre dauern.
1,5 Millionen Euro Kosten bei Straßenmeistereien
Oberösterreichs Straßenmeistereien müssen jährlich rund 1,5 Millionen Euro in die Hand nehmen, um achtlos weggeworfenen Müll wegzubringen. Das Geld fließt in die Entsorgungskosten, die Fahrt- und Transportkosten sowie die Arbeitsstunden. 35.000 Arbeitsstunden müssen dabei pro Jahr für das Auflesen weggeworfener Abfälle aufgewendet werden. Im Jahr 2018 fielen allein auf Oberösterreichs Landstraßen 400 Tonnen gelitterter Abfall an. Das entspricht 66 Kilo Müll pro einem Kilometer Landstraße. Auf Autobahnen und Schnellstraßen fielen im gleichen Jahr laut einer Statistik der Asfinag circa 1.350 Tonnen achtlos weggeworfener Müll an.
Kühlschränke, Autoreifen, „Big-Mäc-Äquator“
Gerade in der Umgebung von Fast-Food-Restaurants wird viel Müll gefunden, die Straßenmeistereien bezeichnen diese Gegenden oft als „Big-Mäc-Äquator“. Gefunden werden aber auch Autoreifen oder Kühlschränke. Besonders problematisch sind etwa Autobatterien oder Dosen mit Lacken und Farben.


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