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Sinkende Temperaturen, steigende Gefahren: Achtung vor Bränden und Kohlenmonoxid-Vergiftung

Anna Stadler, 30.09.2020 21:51

OÖ. Die Temperaturen sinken und die Heizsaison beginnt. Damit steigt auch die Gefahr für Brände aber auch Kohlenmonoxid-Vergiftung.

Glutnester bleiben in der Asche lange. (Foto: studiomirage/Shutterstock.com)
Glutnester bleiben in der Asche lange. (Foto: studiomirage/Shutterstock.com)

Gerade zu Beginn der Heizsaison sorgen Schwedenöfen, offene Kamine oder sonstige Holzöfen verstärkt für behagliche Wärme in den heimischen Haushalten – und erfahrungsgemäß auch für eine erhöhte Brandgefahr. „“Für Oberösterreich führt das zu Brandschäden von circa 10 Millionen Euro pro Jahr“, weiß Günther Schwabegger, BVS-Brandverhütungsstelle für OÖ. Sind es am Land oft Holzöfen die Probleme verursachen sind es im urbanen Raum eher Gas-Geräte wie Thermen.

Mängel beim Einbau als Gefahr

Bei Holzöfen kommt es häufig beim Einbau zu Mängeln. „Nicht jeder Ofen passt für jeden Kamin“, warnt Schwabegger. Vielen Heimwerkern sei nicht bewusst, dass die Öfen und alle weiteren für deren Betrieb notwendigen Einrichtungen wie Rauchrohre, Wand- und Deckendurchführungen oder Kamine aufeinander abgestimmt und daher unbedingt durch einen Fachmann eingebaut werden müssen. „Es geht auch darum, wo stelle ich den Ofen überhaupt auf.“ Hier gelte es, alle notwendigen und vorgeschriebenen Sicherheitsabstände des Rauchrohres zu Wänden und Einrichtungsgegenständen einzuhalten. Befindet sich beispielsweise das Rauchrohr zu nahe an einer Holzvertäfelung, kann es alleine durch die Strahlungswärme zur Brandentstehung kommen. „Als Größenordnung kann man sich merken bei metallischen Gegenständen die erhitzt werden, gilt es 40 Centimeter Abstand einzuhalten.“

Achtung Glutnester

Wichtig ist jedoch nicht nur beim Ofen und beim Einheizen auf die Sicherheit zu achten, auch falsche bzw. unsachgemäße Ascheentsorgung kommt es immer wieder zu Bränden. „Heiße Glut wird in der Asche sehr gut thermisch isoliert, das heißt sie kann sich sehr lang halten.“ Bis zu 48 Stunden bzw. in Ausnahmefällen sogar 72 Stunden können sich in der Asche Glutnester verbergen. Die Asche sollte daher nicht in Karton- oder Plastikbehältern gelagert werden, sondern in nur in metallene, Sicherheitsbehältern mit Deckel, die erst nach drei Tagen in den Restmüll entleert werden sollen.

Kohlenmonoxid: Unsichtbar und geruchlos

Neben Bränden duch Holzöfen kommt es auch immer wieder zu Kohlenmonoxid Vergiftungen. „Sechs Prozent der Menschen, die Gas-Geräte betreiben, hatten schon mal einen Gasaustritt“, weiß Armin Kaltenegger vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV). Die Gefahr werde jedoch häufig unterschätzt. „57 Prozent meinen, es ist kein Problem, da man es ohnehin am Geruch erkennen würde. Das ist ein Irrtum. Kohlenmonoxid ist farblos, geschmacklos und geruchlos.“

Regelmäßige Wartung notwendig

Eine regelmäßige Wartung kann helfen das Unfallrisiko gering zu halten. „Jede dritte Therme wird nicht regelmäßig gewartet.“ Bei den Gasherden ist es jeder Vierte. Dabei empfiehlt der Experte die Wartungs- und Reparaturarbeiten nur von einem Fachmann ausführen zu lassen. Baulichen Veränderungen wie der Einbau einer Klimaanlage, Abluftdunstabzugshaube oder ähnlichen Geräten sollten dabei erwähnt werden „Es gibt Raumlusft-abhängige Gasthermen. Wird daneben ein Gerät betrieben, dass auch Raumluft braucht, wie ein Dunstabzug, kann es zu Problemen kommen.“ Daher der Rat des Experten: „Wer alte Geräte hat, rasch umsteigen auf Raumluft-unabhängige Geräte.“

Warnmelder sorgen für Sicherheit

Des Weiteren raten beide Experten zu Warnmeldern: Diese gibt es sowohl für Rauch als auch für Kohlenmonoxid. In Neubauten ist ein Rauchmelder schon Pflicht. In älteren Gebäuden gibt es dieses oft nicht. „In Bestandsbauten empfehlen wir nachzurüsten“, so Schwabegger. „Die kosten auch bei sehr Qualitätsvoller Ausführung maximal 30 Euro.“ Auch Kohlenmonoxid- Warnmelder sind in vielen Haushalten nicht vorhanden: „Einen Warnmelder gibt es aber nur in jedem vierten Haushalt mit Gasgeräten“, warnt Kaltenegger. Doch auch hier ist nachrüsten nicht teuer: „Gute Geräte kosten um die 40 Euro.“


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