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LINZ. Eine neue Antikörper-Therapie bringt Migräne-Patienten spürbare Erleichterung. Im Schnitt sanken die Schmerzattacken bei der Zulassungsstudie um zwei Drittel, bei einigen verschwanden die Schmerzen komplett. Die Barmherzigen Brüder Linz waren nicht nur bei der Zulassungsstudie dabei. „Zur Zeit laufen zwei weitere Studien mit demselben Präparat, für die wir noch Patienten aufnehmen“, macht Christian Lampl, Leiter der Abteilung für Neurologie, Betroffenen Hoffnung.

 (Foto: Krakenimages.com/Shutterstock.com)
(Foto: Krakenimages.com/Shutterstock.com)

„Um in die Studien aufgenommen zu werden, müssen Patienten an chronischer Migräne leiden, einen eklatanten Übergebrauch an Schmerzmittel haben und sie dürfen keine andere Migräne-Prophylaxe nehmen. Patienten mit Migräne-Prophylaxe, die in die Studie aufgenommen werden, müssen diese drei Monate vorher absetzen“, erklärt Primar Lampl. Auch Patienten, bei denen andere Therapien nicht wirken, kommen in Betracht. Nähere Infos erhalten Interessierte im Sekretariat der Neurologieabteilung.

Grundlage der Therapie ist die Hypothese, dass bestimmte Botenstoffe schmerzwahrnehmende Nervenfasern im Kopfbereich reizen und damit die Migräne auslösen. Hier setzen die CGRP (Calcitonin Gene-Related-Peptide)-Antikörper an. Sie blockieren die Wirkung des Botenstoffs, der für Migräneattacken mitverantwortlich ist. „Die neue Medikamentenklasse ist vor allem für die Vorbeugung der Migräne geeignet. Das Mittel können sich die Patienten einmal im Monat selbst mit einem Pen injizieren. Zusätzlich gibt es eine monatliche Kontrolle im Krankenhaus. Dafür ist es empfehlenswert, ein Kopfschmerztagebuch zur führen“, so der Mediziner.

Wenn Migräne den Tag still stehen lässt

Für rund 800.000 Österreicher steht das Leben regelmäßig für mindestens einen Tag still: Sie leiden an Migräne – heftig pulsierenden Kopfschmerzen mit Lichtempfindlichkeit, Übelkeit und Erbrechen, die das Leben zur Qual machen. Zwischen den einzelnen Attacken liegen meist kurze Abstände, die jedoch sehr unregelmäßig ausfallen können. Im Durchschnitt haben Migränepatienten etwa zwei Migräneattacken pro Monat. Bei etwa acht Prozent der Patienten kommt es zu mehr als drei Attacken pro Monat.

Es wird zwischen episodischer und chronischer Migräne unterschieden. Bei episodischer Migräne leiden Betroffene in unterschiedlich großen zeitlichen Abständen an bis zu 14 Tagen im Monat unter Migräne. Bei einer episodischen Migräne mit Aura können den migränetypischen Beschwerden zusätzlich noch Wahrnehmungsstörungen wie Seh- und Hörprobleme oder eine halbseitige Lähmung von Gliedmaßen (Aura) vorausgehen. Bei der chronischen Migräne treten Kopfschmerzen an 15 Tagen oder mehr pro Monat auf.


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