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LINZ. Manche ungeborene Kinder mit Herzklappenfehler können im zweiten Schwangerschaftsdrittel eine schwere Herzschwäche mit Wassereinlagerungen im Bauch und Brustkorb entwickeln. Kommt es zu diesem ungünstigen Verlauf, konnte bisher medizinisch leider nicht geholfen werden. Meist starben die Ungeborenen noch im Mutterleib. Am Kinderherz Zentrum in Linz konnten jetzt auch diese Kinder erstmals mittels intrauteriner Herzklappen-OP erfolgreich behandelt werden.

  1 / 3   Erfolgreicher Herzeingriff im Mutterleib: Primar Wolfgang Arzt, Michaela und Raymond Badr mit Marlene und Primar Gerald Tulzer (v. l.) (Foto: KUK)

Von 14 bisher behandelten Kindern konnte bei mehr als zwei Drittel die Herzschwäche so gebessert werden, dass das eingelagerte Wasser im Körper verschwand und die Kinder lebend das Licht der Welt erblicken konnten. Die Hälfte dieser sonst todgeweihten Kinder lebt jetzt sogar mit einem normalen Zwei-Kammerherz und ohne Einschränkungen. Diese Ergebnisse wurden jetzt in einer der renommiertesten internationalen medizinischen Fachzeitschriften zur Publikation angenommen. 

Weltweit die meisten Behandlungen dieser Art

Weltweit hat damit das Kinderherz Zentrum Linz nun mit Abstand die meisten Kinder mit dieser Prognose im Mutterleib behandelt. Es konnte damit auch erstmals gezeigt werden, dass ungeborene Kinder mit einem schweren Herzklappenfehler und Herzschwäche im letzten Stadium durch diesen komplexen Eingriff im Mutterleib nicht nur gerettet werden können, sondern nach der Geburt auch die Chance auf ein normales Leben haben.

Durchgeführt wurden diese Eingriffe unter der Leitung von Primar Gerald Tulzer und Primar Wolfgang Arzt gemeinsam mit dem Team des Kinderherz Zentrums. „Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung ist die korrekte Diagnose und rechtzeitige Zuweisung in das Kinderherz Zentrum, da pränatale Eingriffe sehr komplex sind und große fachmedizinische Expertise benötigen“, so Tulzer, Vorstand der Klinik für Kinderkardiologie.

„Wir sind sehr stolz, dass wir auch bei diesen schwersten Herzklappenerkrankungen nun große Erfolge erzielen können. Durch den Eingriff im Mutterleib kann der natürliche Verlauf bei Herzklappenfehlern entscheidend beeinflusst und das Leben des Kindes gerettet werden“, erklärt auch Wolfgang Arzt, Vorstand des Instituts für Pränatalmedizin.

Das Kinderherz Zentrum Linz ist gemeinsam mit dem Institut für Pränatalmedizin mit über 190 intrauterinen (innerhalb der Gebärmutter) Herzeingriffen europaweit das größte und weltweit zweitgrößte Zentrum für pränatale Herzeingriffe.

1995 gegründet

Das Kinderherz Zentrum am Kepler Uniklinikum wurde 1995 gegründet. Es ist spezialisiert auf komplexe Korrekturoperationen beim Neugeborenen, schwierigste Eingriffe bei Kindern und Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern sowie führend bei pränatalen Herzeingriffen. Der weltweit erste erfolgreiche Eingriff an der Herzklappe der Lungenschlagader eines Ungeborenen wurde im Jahr 2000 in Kooperation mit dem Institut für Pränatalmedizin durchgeführt.

Am Kinderherz Zentrum wirken das Institut für Pränatalmedizin unter der Leitung von Wolfgang Arzt, die Kinderherzchirurgie am Kepler Universitätsklinikum unter der Leitung von Rudolf Mair, die Kinderkardiologie unter der Leitung von Gerald Tulzer und die Anästhesiologie und Intensivmedizin erfolgreich zusammen.


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