Hashimoto-Thyreoiditis, die häufigste chronische Entzündung der Schilddrüse

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Nora  Heindl Nora Heindl, Tips Redaktion, 02.12.2020 09:22 Uhr

LINZ. Die Autoimmunerkrankung Hashimoto macht sich mit unspezifischen Symptomen bemerkbar: Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Verstopfung, Haarausfall Traurigkeit oder Gewichtszunahme. Weil die Symptome erst allmählich auftreten, gewöhnen sich Patienten daran. So bleibt Hashimoto-Thyreoiditis lange unbemerkt.

Die Schilddrüsenerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis ist autoimmun bedingt, das heißt: Der Körper beginnt aus noch unbekannter Ursache Antikörper gegen Eiweiße der Schilddrüse zu bilden. Im Lauf der Jahre entwickelt sich eine Unterfunktion, im Anfangsstadium kann es kurzzeitig zu einer Überfunktion kommen. Im weiteren Verlauf der Erkrankung gelingt es der Schilddrüse immer weniger gut, den Körper mit ausreichend Schilddrüsenhormonen zu versorgen. Die Erkrankung führt zu einer Zerstörung der Schilddrüse, welche irreparabel ist. Frauen sind neunmal häufiger betroffen als Männer.

„Bei Symptomen wie Gewichtszunahme, Müdigkeit und Antriebslosigkeit sollte man immer auch an die Schilddrüse denken“, erklärt Larisa Imamovic, Fachärztin für Nuklearmedizin und Fachgruppenvertreterin für Nuklearmedizin der Ärztekammer für Oberösterreich. Immerhin beeinflusst die Schilddrüse viele Körperfunktionen: Energieverbrauch, Regulation der Körperwärme, Aktivität von Nerven, Muskeln, Herz und Kreislauf aber auch seelisches Wohlbefinden.

Patienten leiden unterschiedlich stark

Manche Patienten sind trotz chronischer Immunthyreoiditis beschwerdefrei, andere klagen noch bei relativ guter Hormonlage über Symptome. „Je länger die Schilddrüsenunterfunktion bereits andauert und je schwerer sie ist, umso langwieriger ist es in der Regel, eine stabile Einstellung und Wohlbefinden zu erreichen. Eine sorgfältige Diagnostik ist daher unverzichtbar“, so Imamovic.

Nicht selten: Verwechslung mit Depressionen „Oftmals werden Patientinnen bereits – auch wegen der irreführenden – Symptome mit Antidepressiva behandelt, bis sich herausstellt, dass der Auslöser die Schilddrüse ist“, so die Nuklearmedizinerin.

Menschen mit Hashimoto-Thyreoiditis haben zudem ein höheres Risiko für eine weitere Autoimmunerkrankung, wie etwa die Weißfleckenkrankheit Vitiligo, Zöliakie oder eine chronisch entzündliche Darmerkrankung.

Meist lebenslange Ersatztherapie und Jod meiden

Behandelt wird Hashimoto-Thyreoiditis mit einer Substitutionstherapie, das heißt, dass fehlende Schilddrüsenhormone medikamentös ersetzt werden. Die Einnahme erfolgt unter Kontrolle meist ein Leben lang. Wichtig ist dabei auch auf die Ernährung zu achten, so Imamovic: „Nimmt man exzessiv vermehrt Jod zu sich, kann dies den Verlauf der Erkrankung negativ beeinflussen. Positiv kann die Erkrankung durch Gabe von Selen beeinflusst werden.“

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