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OÖ. Zum Jahreswechsel fordert der Seniorenbund OÖ mit Landesobmann LH a. D. Josef Pühringer und Landesgeschäftsführer Franz Ebner Neuerungen in der Pflegereform, um die Pflege langfristig abzusichern und zukunftsfit zu gestalten.

Seniorenbund OÖ-Landesgeschäftsführer Franz Ebner und Landesobmann Josef Pühringer (Foto: OÖ Seniorenbund)

Bis zum Jahr 2050 werde die Zahl der pflegebedürftigen Menschen laut Prognosen auf 750.000 Menschen steigen, rechnet Pühringer vor. 1993, als das Pflegegeld eingeführt wurde, wurde dies von 299.000 Personen beantragt. Aktuell sind es bereits über 470.000 Personen. „Wir haben keine Zeit, das Thema hinauszuschieben, es muss jetzt angegangen werden. Das heißt nicht, dass bisher nichts geschehen ist, aber wir haben noch einige Bereiche, wo dringender Handlungsbedarf besteht“, so der Landesobmann.

„Haben erlebt, wie auslandsabhängig wir sind“

Auch habe die Corona-Pandemie die Schwächen des Pflegesystems in Österreich aufgezeigt, „wir haben erlebt, wie auslandsabhängig wir sind, insbesondere in der mobilen Pflege“, so Pühringer. 2021 müsse daher zum Jahr der Pflege werden, „denn die Thematik duldet, wie Corona erneut deutlich gemacht hat, keinen Aufschub mehr. Wir standen knapp vor der Kippe des Pflegesystems, das muss eine deutliche Warnung sein.“

5.800 Pflegekräfte aktuell in OÖ: Personaloffensive gefordert

Eine der zentralen Forderungen des OÖ. Seniorenbundes daher: Eine Personaloffensive in der Pflege. Bis zum Jahr 2030 werden in Österreich prognostiziert über 100.000 zusätzliche Pflegefachkräfte benötigt. Die mit Abstand größten Sektoren sind jene der stationären wie die der mobilen Betreuung.

In Oberösterreich arbeiten derzeit über 5.800 Pflegekräfte in stationären Einrichtungen, rund 1.300 sind im mobilen Dienst tätig. Von den 1.300 mobilen Pflegekräften werden insgesamt 21.000 Personen betreut, die Pflegekräfte im stationären Dienst kümmern sich oberösterreichweit um 15.528 Personen.

Für mehr Personal im Pflegebereich brauche es eine Attraktivierung des Pflegeberufs, die Sicherstellung einer qualifizierten Ausbildung für alle Pflegeberufe, die Schaffung eines Lehrberufs in der Pflegeausbildung und attraktive Umschulungen und Weiterbildungsmöglichkeiten für Wieder- und Quereinsteiger. „Vieles wurde bereits eingeleitet, muss aber vorangetrieben werden, denn es darf kein Dauerzustand werden, dass zum Teil sogar neu gebaute Pflegeheime nicht zur Gänze belegt werden können, weil das Personal fehlt“, so Pühringer.

Vorsorge: Bonus-System gefordert

Wie Landesgeschäftsführer Ebner betont, sei auch Vorsorge ein großer Punkt, auch um die Kosten für die Betreuung und Pflege zu senken. Anreize sollten für einen gesunden und vernünftigen Lebensstil sorgen, dass regelmäßig Gesunden-Untersuchungen gemacht werden. Daher fordert der Seniorenbund, dass Präventionsangebote öffentlich beworben werden und ein Bonus-System in der Krankenversicherung. „Sich mit Prävention zu beschäftigen ist auch ein wichtiges Sparprogramm für den Staat“, so Ebner.


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