„Ziel ist es, die Patienten nach einer Herztransplantation wieder in ihr normales Leben einzugliedern“

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Patient Karl Plattner (Foto: Ordensklinikum Linz)
Nora  Heindl Nora Heindl, Tips Redaktion, 06.04.2021 10:56 Uhr

AIGEN-SCHLÄGL/LINZ. Seit beinahe 30 Jahren schlägt ein fremdes Herz in der Brust von Karl Plattner und schenkt dem heute 86-Jährigen neue Lebensqualität. Das Ordensklinikum Linz hatte den gebürtigen Aigen-Schlägler damals nach Jahren der Ungewissheit sofort für eine Herztransplantation in Wien angemeldet und sorgt seither für die Nachsorge des fitten Pensionisten.

Begonnen hatte alles mit einer genetisch bedingten Herzschwäche, es folgte ein Hinterwandinfarkt und schließlich eine Grippeerkrankung, die den Gesundheitszustand des damals 48-jährigen Abteilungsleiter eines Industrieunternehmens so sehr verschlechterte, dass er die Frühpension antreten musste. Viermal wurde Karl Plattner auf Reha geschickt und zehn Jahre lang ging es mit der Gesundheit auf und ab, bis ihn ein Arzt schließlich ins damalige Krankenhaus der Elisabethinen schickte. Dort wurde Plattner nach Jahren der Ungewissheit sofort für eine Herztransplantation in Wien angemeldet und erhielt nach vier Monaten Wartezeit ein 30 Jahre junges Herz.

Seine positive Einstellung zum Leben und seine körperliche Fitness - so gut es vor der Transplantation ging - brachten dem gebürtigen Mühlviertler aus Aigen-Schlägl nicht nur seine gute Lebensqualität zurück, sondern auch ihn selber wieder auf die Beine: „Drei Tage nach der Operation bin ich zu Fuß in den fünften Stock marschiert – es war richtig ungewohnt, so leicht wie das ging. Vor der Transplantation musste ich nach drei Stufen eine Verschnaufpause einlegen,“ erzählt Karl Plattner. Die gewonnene Lebensqualität nutzt der 86-Jährige auch heute noch und verbringt viel Zeit mit seiner Tochter, seinen Enkelkindern und dem Urenkel.

Vor- und Nachsorge seit mehr als 25 Jahren

Betreut wird Karl Plattner am Ordensklinikum von Oberarzt Christian Ebner. Der Kardiologe hat das Transplantationshandwerk in Wien erlernt und begleitet seit über 25 Jahren Nachsorge-Patienten in Linz. Der Leiter der Kardiomyopathie- und Herzinsuffizienzambulanz weiß, über 20 Jahre mit einem transplantierten Herzen zu leben sind heute keine Ausnahme mehr, der Durchschnitt liegt aber bei 16 Jahren: „Nachsorgeuntersuchungen und Immunsuppressiva entwickeln sich immer weiter und verändern sich, das verlängert natürlich auch die Lebenszeit eines transplantierten Herzens. Vor einigen Jahren betrug die durchschnittliche Lebenszeit eines Spenderherzens noch zehn Jahre.“

Die Vorbereitung zur und die Nachsorge nach Herztransplantationen sind seit mehr als 25 Jahren ein wichtiger Bestandteil der medizinischen Aufgabe an der kardiologischen Abteilung des Ordensklinikum Linz Elisabethinen. Aktuell werden 59 Patienten bis zu 90 Jahren im Zuge einer Herztransplantation, die meist in Wien oder Innsbruck durchgeführt wurde, in ihrer Vor- bzw. Nachsorge betreut. „Ziel ist es, die Patienten nach einer Herztransplantation wieder in ihr normales Leben einzugliedern und dies wohnortnahe: das Wiederaufnehmen der ursprünglichen Arbeit sowie Sport- und Freizeitaktivitäten sollen im Idealfall kein Problem mehr sein. Selbsthilfegruppen unterstützen die Patienten beim Austausch mit andern“, erklärt der Oberarzt, den diese Expertise vor mehr als 25 Jahren ans Ordensklinikum brachte.

Josef Aichinger, Leiter der Abteilung Kardiologie, betont die Wichtigkeit der Vor- und Nachsorge am Ordensklinikum Linz: „In der Vorbereitung zur Herztransplantation geht es um die optimale medikamentöse Therapie, die trotz Pumpschwäche des Herzens die Lebensqualität des Patienten verbessern und den Zeitpunkt der Transplantation möglichst weit hinausschieben kann.“ Nach der Operation steht der Erhalt der Belastbarkeit des Patienten, und die exakte medikamentöse (Immunsuppressive) Therapie gegen eine Abstoßungsreaktion des lebenswichtigen Organs Herz im Fokus der Kardiologen. „Nach der Transplantation bleiben die Patienten ein Jahr in ambulanter Betreuung im jeweiligen Transplantationszentrum, – meistens Wien oder Innsbruck – bevor sie zur längerfristigen Nachsorge regelmäßig ans Ordensklinikum kommen“, erklärt Ebner.

Transplantationszentrum für Oberösterreich

Als Transplantationszentrum für Oberösterreich werden im Ordensklinikum Linz Nierentransplantationen und Transplantationen von Knochenmarksstammzellen durchgeführt. Patienten mit Lungen-, Leber- und Herzerkrankungen werden vor und nach der Transplantation betreut und optimal behandelt. Die erste Nierentransplantation Österreichs wurde vor etwa 50 Jahren am Krankenhaus der Elisabethinen durchgeführt.

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