Die g’sunde Watschn gibt es nicht

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Zu viele Kinder erleben immer noch Gewalt in der Erziehung. (Foto: KiJA OÖ/Nadja Meister)
Nora  Heindl Nora Heindl, Tips Redaktion, 20.04.2021 09:05 Uhr

OÖ. Körperliche Strafen waren früher in der Kindererziehung üblich. Mittlerweile weiß man, dass Gewalt in der Erziehung Kinder und Jugendliche erniedrigt und ihnen dauerhaft Schaden zufügt. Dennoch erleben immer noch zu viele Übergriffe genau dort, wo sie sich eigentlich am sichersten fühlen sollten: zuhause, in ihren Familien, wie die Praxis der Kinder- und Jugendanwaltschaft OÖ zeigt.

Ohne Gewalt zu leben ist ein Menschenrecht. Schon vor über 30 Jahren wurde die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen verabschiedet und in Österreich jegliche Gewalt in der Erziehung verboten. Seit zehn Jahren ist das Recht auf ein gewaltfreies Aufwachsen auch in der österreichischen Bundesverfassung verankert.

Studie zeigt erschreckendes Bild der Realität

Wie sieht es aber in der Realität aus? Eine aktuelle Studie im Auftrag der Kinder- und Jugendanwaltschaften Österreichs zeichnet ein erschreckendes Bild: Ein Viertel der befragten Jugendlichen hat von ihren Eltern bereits Ohrfeigen bekommen, 13 Prozent bezeichnen die Familie als einen Ort der Bedrohung und Gewalt.

Auch psychische Gewalt ist verboten, ihr Ausmaß aber zahlenmäßig nur schwer zu erfassen. Es ist zu befürchten, dass Abwertungen, Liebesentzug oder übermäßige Einschränkungen noch viel häufiger vorkommen. Viele Kinder und Jugendliche sind darüber hinaus von Mobbing in der Schule und/oder Gewalt im Netz betroffen.

„Kinder brauchen ein liebevolles und gewaltfreies Umfeld, damit sie gesund aufwachsen und sich gut entwickeln können. Sie haben das Recht auf Schutz vor jeder Form von Gewalt!“, betont Christine Winkler-Kirchberger, Kinder- und Jugendanwältin des Landes OÖ.

Unterstützung für Betroffene

Kinder und Jugendliche brauchen Information, Aufklärung und Selbstermächtigung: Sie müssen darin bestärkt werden, auf ihre Gefühle zu hören und lernen, bedrohliche Situationen zu erkennen und sich Hilfe zu holen. Eine wichtige Anlaufstelle ist die Kinder- und Jugendanwaltschaft (KiJA) OÖ, die sich als weisungsfreie Ombudsstelle für die Rechte junger Menschen einsetzt. Die KiJA bietet individuelle Beratung zu kinder- und jugendrelevanten Themen, Hilfestellung bei Mobbing in Schulen und kostenlose Psychotherapie an. Auch präventive Maßnahmen, wie etwa Workshops an Schulen, werden konzipiert und umgesetzt.

Seit Beginn der Corona-Krise hat die Gewalt in den Familien zugenommen. „Das Zusammenleben hat sich durch die Ausgangsbeschränkungen verändert, in vielen Fällen kommen durch beengte Wohnverhältnisse, Jobverlust oder Überforderung mit dem Home-Schooling noch weitere Stressfaktoren dazu. Gleichzeitig ist der Kontakt zu wichtigen Vertrauenspersonen außerhalb der Familie eingeschränkt. Es ist daher wichtiger denn je, Betroffene niederschwellig zu erreichen“, sagt Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer.

Präventionsprojekt „Hinter der Fassade“

Gemeinsam mit dem Gewaltschutzzentrum OÖ hat die KiJA OÖ das Präventionsprojekt „Hinter der Fassade“ ins Leben gerufen: Auf www.hinter-der-fassade.at finden junge Menschen ab 14 umfassende Informationen, etwa über Anlaufstellen, an die sie sich im Ernstfall wenden können. Lehrer können anhand des pädagogischen Workshop-Konzepts das Thema „Häusliche Gewalt” im Unterricht thematisieren.

Kinder- und Jugendanwaltschaft OÖ: kostenlos, vertraulich und auf Wunsch anonym

Beratungshotline: 0732/779777

Mobbing-Hotline: 0664/1521824

WhatsApp: 0664/6007214004

kija@ooe.gv.at

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