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"Mangelnde Bildung ist der Grund für Desintegration": Jugendrotkreuz verstärkt sein Engagement in die Bildung

Karin Seyringer, 15.06.2021 09:54

OÖ. Gerade die Corona-Pandemie hat zeigt, wie wichtig es ist, in der Bildung Chancengleichheit zu ermöglichen. Das OÖ. Rote Kreuz mit dem Jugendrotkreuz arbeitet bereits seit sieben Jahrzehnten mit Schulen zusammen, um mit seinen Angeboten zu unterstützen. Das Engagement in der Bildung wird weiter verstärkt.

Franz Payrhuber, Landesleiter OÖ. Jugendrotkruez und Walter Aichinger, Präsident OÖ. Rotes Kreuz (v. l.) (Foto: Tips/Seyringer)

„Die Corona-Pandemie hat einiges verändert, die Folgen werden erst noch bemerkbar. In der Bildung musste der Heimunterricht erst gelernt werden, der Kontakt mit der Schule, wie der Ablauf ist, was zu Hause zu lernen ist – das war am Anfang ein großes Problem“, so OÖ. Rot-Kreuz-Präsident Walter Aichinger. Durch die Kommunikation über Internet seien auch Kinder ausgeschlossen gewesen, „weil sie keinen Zugang hatten oder aufgrund des familiären Umfelds. Das Auseinanderdriften in der Gesellschaft ist so noch deutlicher geworden“, erläutert Aichinger die Problematik.

Für ihn ist klar: Sinnerfassend lesen, schreiben und rechnen zu können ist ganz entscheidend für den späteren Verlauf und die Anforderungen an die Kinder. Und: „Mangelnde Bildung ist der Grund für Desintegration.“ Die erschreckenden Zahlen: Rund 17 Prozent der 16- bis 65-Jährigen können laut Statistik nicht richtig lesen und schreiben.

Rotes Kreuz fördert Chancengleichheit

Mit verschiedenen Bildungsprojekten unterstützen das OÖ. Rote Kreuz und das OÖ. Jugendrotkreuz, um die Chancengleichheit zu fördern. Dieses Engagement wird nun noch deutlich verstärkt. Das sei auch gesellschaftspolitisch von großer Bedeutung.

Um Kinder noch stärker fürs Lesen zu begeistern, entwickelten Experten des Jugendrotkreuzes und von Buchklub die „Gemeinsam Lesen“-Zeitschriften. Die Zeitschriften, die für Schüler von der 1. Schulstufe bis zur Matura entwickelt werden (“Hallo Schule!“, „Meine Welt“, „Mein Express“, „Space und Spot“) enthalten pädagogisch wertvolle Inhalte, sind thematisch aufs Alter abgestimmt und werden auch multimedial begleitet, mit interaktiven Lernspielen, Videos und Arbeitsblättern. Neu entwickelt wurde auch eine „Gemeinsam Lesen“-App.

Wichtig ist dem OÖ. Roten Kreuz dabei, dass mit diesem Angebot keine kommerziellen Ziele verfolgt werden, mit den Erlösen finanziert das Jugendrotkreuz einen Teil der Arbeit an den Schulen.

Werte vermitteln

Im Mittelpunkt der über 70-jährigen Partnerschaft zwischen Jugendrotkreuz und Schulen steht auch die Vermittlung von humanitären Werten, so Franz Payrhuber, Landesleiter des OÖ. Jugendrotkreuz. „Wir wollen Kinder und Jugendliche unterstützen, Verantwortung für sich und unsere Gesellschaft zu übernehmen. Wir wollen niederschwellig Interesse für das Gemeinsame wecken.“ Payrhuber ist auch stellvertretender Leiter des pädagogischen Dienstes der Bildungsdirektion OÖ. Das Programm in der jahrzehntelangen Zusammenarbeit hat sich ständig weiterentwickelt, so gibt es das ROKO-Programm schon im Kindergarten, dazu Angebote wie Erste Hilfe, Engagement in der Gewaltprävention oder im sozialen Zusammenhalt, ergänzt von der freiwilligen Radfahrprüfung oder Kurse in Babyfit, Pflegefit und vieles mehr.

Persönliches Engagement durch Lesepaten

Ein besonders wichtiges Projekt ist auch die Bildungsinitiative „Alpha. Meine Chance.“, bei der freiwillige Lesepaten in allen Bezirken Oberösterreichs Kinder mit Leseschwierigkeiten persönlichen und im Einzelsetting unterstützen. Gerade Corona habe gezeigt, wie wichtig ein solches Engagement ist, so OÖ. Rotzkreuz-Landesgeschäftsleiter Erich Haneschläger. „Trotz Corona haben wir 581 Kinder von 7 bis 11 Jahren in 2.930 Fördereinheiten betreut, im Austausch mit rund 170 Schulen. Die Nachfrage ist sehr groß.“ Aktuell 385 Lesepaten engagieren sich in dem Projekt freiwillig, 150 weitere sind gerade in Ausbildung.

Das OÖ. Rote Kreuz entwickelt das Angebot ständig weiter, angedacht sind etwa ein Alpha-Lernhaus und auch die Erweiterung des Paten-Systems etwa auch auf Schreiben und Mathematik.

 

Infos zu den Zeitschriften: www.gemeinsam-lesen.at

Infos zur Bildungsinitiative „Alpha“ gibts hier.


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