Eröffnungstagung an der Kunstuni: neue Schwierigkeiten nein zu sagen
LINZ. Wie schwierig ist es, dem Protest, dem Nein, Inhalt zu geben? Diesem brandaktuellen Thema widmen sich die Eröffnungstagung an der Kunstuniversität Linz von 20. bis 22. Oktober.

Zahlreiche Menschen gehen weltweit aus unterschiedlichsten Gründen auf die Straße, um ihren Ärger, ihren Unmut oder ihre Sorgen zu äußern: Demonstrationen sind seit jeher ein wichtiges und unverzichtbares demokratisches Mittel, man denke etwa an die Montagsdemonstration in der ehemaligen DDR (1989/90) oder an die Demonstrationen gegen soziale Ungleichheit in Chile 2019/2020.
Aber ist das „Nein!“ nicht auch inhaltsleer, wenn es nicht unter Strafe gestellt wird? „Nichts ist inhaltsleerer, allgemeiner als das Nein. Nichts ist einfacher, als immerfort nein zu sagen. Es sei denn, dass eine Ordnung besteht, die das Neinsagen unter Strafe stellt.“ Dieser Satz stammt vom Berliner Religionsphilosophen Klaus Heinrich. In einem Essay von 1964 betonte der 2020 verstorbene Mitbegründer der Freien Universität Berlin, dass der Protest als Haltung ein Gegenüber braucht.
„Neue Schwierigkeiten Nein zu sagen“: In der Eröffnungstagung von Kunstuniversität Linz und dem in Wien ansässigen Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften (IFK) der Kunstuni Linz wird das Werk Heinrichs gewürdigt und vor diesem Hintergrund über Protestbewegungen der Gegenwart diskutiert. Fridays for Future, Black Lives Matter, die rechte Querfront oder Chile despertó: Gibt es hier trotz aller Unterschiedlichkeiten auch Gemeinsamkeiten in der Mobilisierung von Massen? Wie verhalten sich Kunst und Kultur beim Protest, welche Ausdrucksformen verwenden sie? Welche Einflüsse haben soziale und ökonomische Strukturen und Verhältnisse auf das „Nein“-Sagen?
Die von Karin Harrasser, Vizerektorin für Forschung an der Kunstuni Linz, und Thomas Macho, Direktor des IFK, konzipierte Tagung findet hybrid statt. Für die Teilnahme vor Ort ist ein 3G-Nachweis sowie eine Anmeldung per Mail (registration@ifk.ac.at) erforderlich. Für die Teilnahme via Zoom ist eine Meeting-Registrierung mit Namen und E-Mailadresse notwendig.


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