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LINZ. 2019 wurde an der Meduni der JKU Linz ein Pilotprojekt gestartet, bei dem Studierende während der Ausbildung in Hausarztpraxen von Allgemeinmedizinern bzw. einem Lehrkrankenhaus schnuppern können. Ab dem Wintersemester 2022/23 wird das Angebot dauerhaft eingeführt.

 (Foto: lenets_tan/stock.adobe.com)
(Foto: lenets_tan/stock.adobe.com)

Das Ärztementoring soll den hausärztlichen Nachwuchs sichern und wurde 2019 als Pilotprojekt gestartet. Ab dem Wintersemester 2022/2023 gibt es das Angebot dauerhaft. Darauf haben sich die Initiatoren – Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK), Land Oberösterreich und Ärztekammer für OÖ – im Sommer geeinigt.

Auch lesen: Aus der Praxis für die Praxis: MedUni Linz bricht Lanze für Allgemeinmedizin

Mentor erklärt Kassenpraxis

Herzstück eines Ärztementorings: Erfahrene Hausärzte mit Kassenvertrag in Oberösterreich können sich als Mentoren melden und ihre Praxis für Studierende (Mentees) öffnen. Im Rahmen von Schnuppertagen und Seminaren gewinnen die angehenden Mediziner authentische Eindrücke vom Ordinationsalltag und können alles Wissenswerte beim Profi vor Ort erfragen. Die Teilnahme ist für beide Seiten freiwillig und schon ab dem 2. Semester möglich. Die ÖGK leistet in vielen Fällen Aufwandsentschädigungen für Mentoren. Die Studierenden wiederum können ECTS-Punkte sammeln. Interessierte Mentoren bzw. Mentees können sich jederzeit auf www.aerztementoring.at melden.

Laut Befragungen der ÖGK wollen viele JKU-Medizinstudierende eine eigene Praxis - allerdings haben nur wenige auch eine Vorstellung von der Arbeit in der Ordination, weil das Studium primär den Spitalsalltag zeigt. Das Schnupperprogramm soll hier unterstützen und den wichtigen Einblick in den Ordinantionsalltag bieten.

„Erste Schritte gemeinsam“

„Oberösterreich hat viel zu bieten für Mediziner: um herauszufinden, ob die eigene Praxis das richtige ist und die ersten Schritte in diese Richtung zu begleiten, haben wir das Mentoring-Programm entwickelt. Die ersten Schritte wollen wir gemeinsam gehen. Das Mentoring verbindet die unterschiedlichen Welten der Medizin und zeigt auch, wie der Start in der eigenen Praxis gelingen kann“, ist Gesundheitslandesrätin und LH-Stellvertreterin Christine Haberlander (ÖVP) überzeugt.

Gefordert, Ärztebedarf zu decken 

„Ob bezahlte Lehrpraxis, bezahlter Ordinationsdienst im Klinisch-Praktischen-Jahr oder das Ärztementoring mit ECTS-Punkten: Gemeinsam mit der Ärztekammer für OÖ und dem Land OÖ starten wir viele Offensiven, um angehende Mediziner aktiv für den Einstieg in die Kassenpraxis zu begeistern. Denn wir sind jetzt gefordert, den Ärztebedarf von morgen zu decken“, sagt Albert Maringer als Vorsitzender des ÖGK-Landesstellenausschusses OÖ.

„Erst vergleichen, dann Karriere wählen“

Für Ärztekammer für OÖ-Präsident Peter Niedermoser ist klar: „Alle Ärzte in Österreich sind frei, ihren beruflichen Weg selbst zu bestimmen. Für manche ist eine Karriere im Spital optimal, andere leben ihr Talent in der niedergelassenen Praxis besser aus. Wichtig ist aber eines: Man sollte beide Welten vergleichen können, ehe man seine persönlich richtige Entscheidung trifft. Daher müssen Studierende die Chance bekommen, auch die Arbeit in einer Kassenpraxis authentisch zu erleben. Dafür steht das Ärztementoring für Studierende.“


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