Weltgesundheitstag (7. April): Vorsorge hat jeder selbst in der Hand
LINZ. Anlässlich des Weltgesundheitstags am 7. April appelliert die Krebshilfe OÖ einmal mehr an die Bevölkerung, die Verantwortung für die eigene Gesundheit wahrzunehmen und zur Vorsorge zu gehen. „Wir helfen jedem, der uns braucht, aber jeder der uns nicht braucht, ist uns lieber“, so Geschäftsführerin Maria Sauer.

7.000 Neuerkrankungen an Krebs werden in OÖ pro Jahr registriert, vorne weg Prostata- (1.200 Neuerkrankungen), Brust- (1.100) und Darmkrebs (1.000). Insgesamt leben 62.000 Oberösterreicher aktuell mit einem Krebsbefund.
Natürlich kann man eine Erkrankung nie gänzlich ausschließen, aber man kann das Risiko mittels Vorsorge deutlich senken.
Vorsorge von klein auf
So lehren die Krebshilfe-Sonnenfeen schon im Kindergarten, sich richtig einzuschmieren sowie Kapperl und Shirt zu tragen. „Schäden passieren, wenn die Haut ungeschützt zu viel direkter Sonne ausgesetzt ist. Die Haut vergisst nicht und das kann im Laufe des Lebens zu Hautkrebs führen. Ausschließen kann ich natürlich nichts, aber das Risiko sinkt dramatisch, je weniger Zellschäden ich durch Sonnenbrand erzeuge“, erklärt Sauer.
Eine Impfung gegen Krebs
Die Krebshilfe-Chefin appelliert zudem an Eltern, ihre Kinder gegen HPV impfen zu lassen, denn „wir können uns mit dieser Impfung so viel Leid ersparen“.
Die Impfung wird ab dem 9. Lebensjahr empfohlen, weil da der beste Schutz gegeben ist. „Am besten vor dem ersten Geschlechtsverkehr und unbedingt Mädchen und Burschen. Nicht nur wegen der Übertragung, sondern auch zum eigenen Schutz“, so Sauer. Die Impfung senkt das Risiko für Gebärmutterhalskrebs um bis zu 90 Prozent, aber auch das Risiko für Krebs an Rachen, Kehlkopf, Scheide, Anus und Penis nimmt deutlich ab.
80 bis 90 Prozent aller Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit den sogenannten Humanen Papillomaviren und doch ist bei der Durchimpfungsrate trotz Impfprogramm in der fünften Schulstufe Luft nach oben. Die Impfung ist bis zum 21. Lebensjahr kostenlos, danach kostet sie 600 Euro.
Den eigenen Körper kennen
Zusätzlich sollten schon Jugendliche lernen, ihren Körper gut zu kennen. „Mädchen sollten ab der Pubertät bzw. ab der ersten Regelblutung beginnen, ihre Brust abzutasten, um ein Gespür dafür zu entwickeln, falls sich etwas nicht richtig anfühlt. Je früher ich solche Dinge abklären lasse, desto besser sind die Heilungschancen“, so Sauer. Das Gleiche gilt übrigens für die Burschen mit den Hoden. „Ich höre bei Vorträgen leider oft von erwachsenen Männern, dass sie nicht wussten, dass man das machen soll“, so Sauer.
In Sachen Vorsorge nicht zu vergessen die Mammografie, die Frauen ab 40 Jahren alle zwei Jahre empfohlen wird, die Prostatauntersuchung bei Männern ab 45 Jahren und die Darmspiegelung bei allen. „Es liegt auch in der Eigenverantwortung, nachzufragen, ob es in der Familie schon Krankheitsfälle gab. Dann gehe ich nicht erst mit 45 zur Darmspiegelung, sondern schon mit 35. 90 Prozent aller Darmkrebserkrankungen wären vermeidbar, wenn die Menschen zur Koloskopie gehen würden“, so Sauer.
Bewegung und Ernährung
Was man selbst noch tun kann? Sein Immunsystem fit zu halten. „Bewegung ist ein wesentlicher Faktor. 150 Minuten aktives Gehen pro Woche reduziert das Erkrankungsrisiko um 25 Prozent.“ Auch die Ernährung spielt eine wesentliche Rolle. „Alles was regional, saisonal, frisch ist, ist gut für den Körper“, so Sauer, die abschließend appelliert: „Bitte nutzen Sie das Vorsorge- und Früherkennungsangebot, das wir in Österreich haben. Es liegt in ihrer eigenen Verantwortung.“


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