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LINZ. Seit vier Monaten liegt Lea auf der Kinderonkologie des Kepler Uniklinikums Linz. Zu ihrem zehnten Geburtstag wünschte sich das schwer kranke Mädchen nichts sehnlicher als einmal noch auf einen Pferdehof zu fahren. Ein Wunsch, den ihr die Rollenden Engel binnen weniger Stunden erfüllten.

Umgeben von Pferden vergaß Lea für kurze Zeit ihre Schmerzen. (Foto: rollendeengel)
Umgeben von Pferden vergaß Lea für kurze Zeit ihre Schmerzen. (Foto: rollendeengel)

Beim Umlegen auf die Fahrtrage sieht man der kleinen Kämpferin die großen Schmerzen an, schon während der Fahrt läuft ein Pferdefilm.

Ziel ist das Integrative Reitzentrum St. Isidor der Caritas OÖ in Leonding. Vor Ort geht es sogleich in den Stall. Es riecht nach frischem Heu und man hört die Pferde schnauben. Gerüche und Geräusche, die Lea kennt. Immerhin ist sie selbst viele Jahre lang geritten. Lea öffnet weit die Augen und begutachtet die vielen Pferde.

Eine Pferdewirtin kommt mit einem weißen Pferd den Gang entlang zur Trage. Das Therapiepferd tastet sich ganz ruhig und langsam an Lea heran, die ebenfalls ganz ruhig wird. Es scheint, als würden Pferd und Mensch ganz still miteinander kommunizieren. Es liegt so viel Ruhe in der Luft, dass Lea für wenige Minuten einschläft. Sie atmet ruhig, braucht keine Schmerzmittel. Ein Segen auch für ihre Eltern. Immer wieder werden die Pferde ausgetauscht, immer dann, wenn Lea ihre Augen öffnet, steht ein anderes vor ihr. Es macht den Eindruck als würden die Pferde sagen: „Hey Lea, schön, dass du da bist! Du bist ein ganz besonderer Mensch und eine starke Kämpferin! Happy Birthday!“

Während der Stunden am Hof können die Eltern mit ihrem Kind nach vielen Monaten des Krankenhausaufenthaltes wieder einmal Familie sein. Eine Zeit, in der keine Schmerzpumpe aktiviert werden muss, oder ein Krampfanfall an die schwere Erkrankung erinnert.

Zum Abschied gab’s für Lea noch einen Geschenkkorb mit vielen kuscheligen Stoffpferden und einem Einhorn, die ihr Kraft geben und immer für sie da sein sollen. Retour auf der Onkologiestation schlief Lea sogleich tief und fest ein, und träumte womöglich von ihrem Pferd.


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