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LINZ. Kinder sind immer häufiger von Kurzsichtigkeit betroffen. Gerade in Richtung Schulbeginn gilt es, Veränderungen festzustellen, da sich Kinder im Schulalltag ansonsten besonders schwer tun.

Gerade vor Schulbeginn ist es wichtig; Veränderungen beim Sehvermögen abzuklären und gegebenenfalls nachzubessern. (Foto: Family Veldman/stock.adobe.com)

Bei der Kurzsichtigkeit (Myopie) sieht man in der Nähe sehr gut, aber entfernte Gegenstände sind unscharf. Der Grund liegt darin, dass bei Normalsichtigen ein fernes Objekt direkt auf der Netzhaut abgebildet wird, bei Kurzsichtigen etwas davor.

In Europa leiden 30 Prozent der Bevölkerung an Myopie. Bei Kindern steigt die Zahl dramatisch an. 2030 könnten Studien zufolge weltweit schon 50 Prozent aller Kinder kurzsichtig sein.

Gerade schulpflichtige Kinder leiden unter der Kurzsichtigkeit, da sie sich besonders schwer im Schulalltag tun. So wird das Abschreiben von der Tafel zur Qual, am Schulweg können Straßenschilder und Gesichter nur schwer erkannt werden und darüber hinaus beklagen viele auch Kopfschmerzen sowie einen Leistungsabfall in der Schule.

Schulbeginn kommt immer rascher als erwartet

Kurzsichtigkeit kann im Rahmen der Augenuntersuchung meistens nur mit speziellen Augentropfen, die vorübergehend eine Verformung der Linse verhindern, genau gemessen werden. Um bei Bedarf weitere Veränderungen festzustellen, kann zusätzlich auch die Achsenlänge bestimmt werden. Die daraus gewonnenen Daten im Zeitvergleich dienen einer möglichen therapeutischen Maßnahme.

„Damit die Kinder den derzeit noch fernen Schulbeginn im Herbst mit klarem Blick erfassen, sollten jetzt schon Termine beim Augenarzt ausgemacht werden, um rechtzeitig zum Schulbeginn Klarheit zu haben bzw. schon mit therapeutischen Vorkehrungen zu beginnen“, empfiehlt Paul Niederberger, Fachgruppenobmann der Augenärzte in Oberösterreich, und ergänzt: „Denn für eine erfolgreiche Schullaufbahn müssen Kinder gut sehen.“

Zwei Stunden im Freien bringen freie Sicht

Kurzsichtigkeit ist zwar nicht heilbar, aber ein Fortschreiten kann verlangsamt bzw. die Auswirkungen eingedämmt werden. Spezielle, neuentwickelte Kontaktlinsen und Brillengläser sowie Atropin Augentropfen spielen hier eine ausgleichende Rolle. „Beachten Sie auch, dass der Schweregrad der Myopie das Risiko für andere krankhafte Augenveränderungen erhöht – was letztlich zu irreparablen Schäden führen kann. Daher ist die Vorsorge beim Augenarzt so wichtig“, betont der Augenarzt.

Zu Brille, Kontaktlinsen und Augentropfen empfehlen Augenärzte den Aufenthalt der Kinder im Freien – für mindestens zwei Stunden pro Tag. Diese Maßnahme ist nicht nur geeignet, das Fortschreiten einzudämmen, sondern auch das Risiko für Kurzsichtigkeit vorab zu senken. Tageslicht und nicht Bildschirmlicht forciert eine gesunde Entwicklung der Kinderaugen. „Natürlich sind Videos und Smartphones kaum aus dem Alltag wegzudenken, aber achten Sie penibel auf Pausen: Zehn Minuten Bildschirmpause pro Stunde und ein Mindestabstand von 30 Zentimeter“, so Paul Niederberger abschließend.


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