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Leserartikel Nicolas Falkner, 03.01.2025 15:36

OÖ. 72 Menschen kamen im Vorjahr bei Verkehrsunfällen in Oberösterreich ums Leben. Das sind drei weniger als 2023 und markiert den zweitniedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1970. Lediglich im Jahr 2020, während der Corona-Pandemie, gab es mit 67 tödlichen Unfällen eine geringere Zahl.

 (Foto: benjaminnolte/stock.adobe.com)
(Foto: benjaminnolte/stock.adobe.com)

Zwar ist die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle leicht gesunken ist, die Unfallursachen bleiben aber unverändert. Mit jeweils 28 Prozent dominieren Unachtsamkeit und nicht angepasste Geschwindigkeit, gefolgt von Vorrangverletzungen (20 Prozent).

„Besonders besorgniserregend ist nach wie vor der Einfluss von Ablenkung durch mobile Geräte und andere Störfaktoren, die immer wieder zu vermeidbaren Tragödien führen“, unterstreicht Landesrat für Mobilität Günther Steinkellner.

Regionale Unterschiede

Die meisten tödlichen Unfälle gab es in den Bezirken Braunau (12), Vöcklabruck (8) und in der Region Eferding-Grieskirchen (7). Kein einziger tödlicher Unfall wurde hingegen in Steyr verzeichnet, in Wels, Linz-Land und Schärding jeweils nur einer.

Im Bundesländervergleich weist Oberösterreich nach Niederösterreich (83) die zweithöchste Anzahl an Verkehrstoten auf.

Landesrat Steinkellner zeigt sich sowohl betroffen als auch entschlossen, die Zahlen weiter zu reduzieren: „Jeder einzelne Verkehrstote ist einer zu viel. Unsere Aufgabe ist es, die Straßen sicherer zu machen – durch Aufklärung, Prävention und gezielte Maßnahmen.“ Verkehrssicherheit sei aber Teamarbeit. „Mit Verantwortungsbewusstsein von jedem Einzelnen, aber auch durch kluge Infrastrukturpolitik und einer angepassten Kontrolldichte können wir alle zusammen Leben retten“, so Steinkellner.

Verstärkte Maßnahmen gegen zu hohes Tempo und Ablenkung

„Es gibt nur eine akzeptable Anzahl an Verkehrstoten und die ist null. Diesem Ziel gilt es so nahe wie möglich zu kommen“, stellt VCÖ-Sprecher Christian Gratzer auch fest. Am nächsten kam Oberösterreich diesem Ziel im Jahr 2020 als 67 Menschen im Straßenverkehr ihr Leben verloren.

Der VCÖ pocht deshalb auf stärkere Maßnahmen gegen zu hohes Tempo und Ablenkung. Gerade auf den besonders gefährlichen Freilandstraßen sollte laut VCÖ Tempo 80 die Regel sein. Die verkehrssichersten Staaten Europas würden auf Freilandstraßen ein niedrigeres Tempolimit als Österreich haben.

Was die Ablenkung betrifft, gelte es das Handy am Steuer endlich auch in Österreich als Delikt im Vormerksystem aufzunehmen, so wie in den meisten anderen EU-Staaten. Denn: Wer beim Lenken mit dem Handy am Ohr telefoniert, reagiert so langsam wie ein Alko-Lenker mit 0,8 Promille und hat ein rund fünfmal so hohes Unfallrisiko, erinnert der VCÖ. Beim Lesen und Schreiben von Nachrichten sei das Unfallrisiko sogar mehr als 20 Mal so hoch.

Einen wichtigen Beitrag für die Verkehrssicherheit würde auch das öffentliche Verkehrsangebots leisten. „Ein Teil der Einnahmen aus Verkehrsstrafen sollte für präventive Maßnahmen, wie beispielsweise Nacht-Öffis, Nachtbusse und Anrufsammeltaxis in den Regionen, zweckgewidmet werden. Damit können viele schwere Unfälle verhindert werden“, plädiert VCÖ-Sprecher Christian Gratzer fest.

Für mehr Verkehrssicherheit für Fußgänger seien Verkehrsberuhigung und mehr Tempo 30 statt 50 in Gemeinden und Städten sowie baulich getrennte Gehwege zwischen Wohnsiedlungen und dem nächstgelegenen Ort sehr wichtig. Die Sicherheit für Radfahrer sei mit der weiteren Verbesserung des Radwegenetzes zu erhöhen, inklusive baulich getrennter Radwege.


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