Bischof Manfred Scheuer lud zum Empfang in den Bischofsgarten
LINZ. Bereits Tradition hat der Empfang für Medienvertreter von Bischof Manfred Scheuer. Auch diesen Sommer lud er wieder in den Bischofsgarten zum Austausch.

Der Bischofsgarten ist eine grünende Oase im Zentrum von Linz, die Bischof Manfred Scheuer immer wieder auch für Gäste öffnet. In Anbetracht der sommerlichen Temperaturen war er der ideale Ort für den Empfang am 24. Juni. Der Abend war ein Dankeschön für die mediale Begleitung der Katholischen Kirche in Oberösterreich und bot den Gästen, die zum Teil auch aus anderen Bundesländern angereist waren, die Möglichkeit, in entspannter Atmosphäre mit Bischof Scheuer Vertreter der Diözesanleitung angeregte Gespräche zu führen.
„Qualitativer Journalismus ist wesentlicher Pfeiler der liberalen Demokratie“
Am Beginn des Abends rückte Scheuer die Bedeutung des Journalismus in den Mittelpunkt. „Das Vertrauen ist gesellschaftlich verankert, bleibt aber insgesamt fragil“, so der Bischof, der von einer „Krise des Journalismus“ sprach, die die digitale Transformation samt KI mit sich bringe. „Es ist Realität, dass die Abonnentenzahlen zurückgehen, in Redaktionen gespart wird, digitale Plattformen einfache Wahrheiten für sich beanspruchen. Diese Plattformen meinen, eine Deutungshoheit über die Welt zu haben.“ Scheuer zitierte in diesem Zusammenhang den Journalisten Fritz Jergitsch: „Soziale Medien zersetzen unsere gemeinsame Definition der Realität und damit die Grundlage der Entscheidungsfindung.“
Brauche „Ökologie der Kommunikation“
Papst Leo XIV. weise in seiner Enzyklika „Magnifica Humanitas“ darauf hin, dass die Suche nach der Wahrheit ein wesentlicher Bestandteil der Demokratie sei. „Wenn die Frage nach dem, was wahr ist, ihre Bedeutung verliert und an ihre Stelle ein Pragmatismus tritt, der sich mit dem begnügt, was nützlich oder wirksam zu sein scheint, wird das demokratische Leben schwächer. Denn es lebt nicht nur von Regeln und Verfahren, sondern vor allem von einer redlichen Beziehung zu den Fakten und einer realen Ausrichtung auf das Wohl des Einzelnen und des sozialen Ganzen“, zitierte Scheuer den Papst. Es gehe nicht darum, die KI zu verteufeln oder zu vergöttern, sondern darum, sie zu entwaffnen, denn, so der Papst in seiner Enzyklika: „Die Wahrheit ist ein Gemeingut und nicht das Eigentum derer, die Macht oder Sichtbarkeit besitzen.“ Es brauche eine „Ökologie der Kommunikation“, die unter anderem seriösen Journalismus und Orte des Austauschs erfordere, an denen Argumentation und Überprüfung mehr zählten als die unmittelbare Reaktion.
Die Medien würdigte der Bischof als Deuter der Wirklichkeit und des politischen und gesellschaftlichen Geschehens sowie als wesentlichen Pfeiler der liberalen Demokratie. „Das Vakuum, das eine Gesellschaft erfahren würde, die über keinen unabhängigen, redlichen und qualitativen Journalismus verfügt, würde sie zersetzen. Wahrheit ist nicht auf Knopfdruck zu haben, die Suche danach muss freilich dem Druck auf schnelle Antworten und Bewertungen standhalten. Das ist oft schwer auszuhalten. Aber ich hoffe sehr, dass es uns gelingen wird, eine Kommunikation, die der Wahrheitssuche dient, weiter zu fördern, zu stabilisieren und zu stärken. Die Kirche wird sich in diesen Diskurs einbringen“, so Bischof Scheuer.


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