"Was ich anhatte ...": Erstmals Ausstellung zu sexualisierter Gewalt im Alten Rathaus in Linz
LINZ. Die Wanderausstellung „Was ich anhatte ...“ zu sexualisierter Gewalt kann man von 5. bis 15. Oktober im Foyer des Alten Rathauses am Linzer Hauptplatz besuchen.

Abena Carty-Pinner, Frauenbeauftragte der Stadt Linz, betonte bei einem Medientermin am Montag zur Eröffnung: „Diese Ausstellung ist jetzt, auf Initiative von Frauenstadträtin Eva Schobesberger, zum ersten Mal in Österreich, in Linz, hier bei uns im Foyer im Alten Rathaus zu sehen.“ Es gehe darum, den Themen sexuelle Übergriffe und sexualisierte Gewalt Raum zu geben, weil diese zu oft passieren und die Schuld auch bei den Opfern gesucht werde.
„Kein typisches Opfer“
Andrea Ilsinger, Geschäftsführerin des autonomen Frauenzentrums, spricht davon, dass man beim Durchgehen der Ausstellung und Lesen der Geschichten der Betroffenen sehen kann, „dass es kein typisches Opfer gibt. Man hat nicht das Falsche oder den zu kurzen Rock angehabt, man hat nicht zu viel getrunken oder sich anzüglich verhalten oder zu leise 'Nein' gesagt. Wenn Sie diese Geschichten, die Sie hier sehen, lesen, werden Sie sehen, dass alle in ganz, ganz unterschiedlichen, völlig unerwarteten Situationen betroffen sind.“
Zwölf Betroffene berichten in der Ausstellung von sexuellen Übergriffen. Die Exponate der Ausstellung sind zum Großteil die Original-Kleidung der Teilnehmenden. Wenn diese nicht mehr existierte, wurden sie nach den Vorgaben der Betroffenen in Secondhandläden nachgekauft.
„Als Wanderausstellung thematisiert das Projekt künstlerisch sexualisierte Gewalt gegen Frauen. Es beleuchtet Grauzonen, bringt Tabus in den öffentlichen Raum und ist keine leichte Kost. Im Vordergrund steht das Erzählen diverser Geschichten erlebter sexualisierter Gewalt“, erklärt Beatrix Wilmes, Organisatorin der Ausstellung.
Expertinnen vor Ort
Der Eintritt zur Ausstellung ist frei, es wird eine Altersempfehlung ab 14 Jahren angegeben. Die Wanderausstellung ist von Montag bis Samstag von 9 bis 18 Uhr geöffnet.
Am 5. Oktober sind psychosoziale Mitarbeiterinnen des autonomen Frauenzentrums von 12 bis 14 Uhr anwesend. Weitere betreute Öffnungszeiten gibt es am 6. Oktober (12 bis 13 Uhr), 8. Oktober (15 bis 18 Uhr), 9. Oktober (9 bis 12 Uhr) und 13. Oktober (12 bis 13) Uhr. Dabei sind Sozial- und Traumapädagoginnen von der Wildwüchsig Wissenswerkstatt vor Ort.
Podiumsdiskussion
Am letzten Tag der Ausstellung, 15. Oktober, wird außerdem eine Podiumsdiskussion unter anderem mit Kuratorin Wilmes und Männlichkeitsforscher Christoph May veranstaltet.
Die Finissage mit Kuratorinnenführung und Podiumsdiskussion läuft von 18 bis 20 Uhr.








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