Motorsport: Routinier besteigt mit Gasfuß Berge, PS-Fieber packte Kurt Ritzberger 1993
LINZ/ENGERWITZDORF/LEONDING. Dass ein Motorsportler auch mit 63 Lebensjahren noch lange nicht zum alten Eisen zählen muss, beweist Kurt Ritzberger (MSC Rottenegg) aus Engerwitzdorf.

Der OSK-Bergpokalsieger des Vorjahres gibt auch in der heurigen Saison seinem rund 250 PS starken Peugeot 306 GTI in der Gruppe A auf österreichischen und internationalen Bergrennstrecken erfolgreich die Sporen. Hauptsächlich ist der gelernte Kfz-Techniker, der von 1967 bis zu seiner Pensionierung der damaligen Firma Leischko, heute Peugeot Autohaus in Linz-Leonding, die Treue hielt, in der Österreichischen Meisterschaft unterwegs, bestreitet aber auch bis zu drei Europameisterschaftsläufe. „Mein großes Ziel für die nächsten Jahre ist die Erringung des österreichischen Staatsmeistertitels im Bergrennsport. Was durchaus realistisch ist, wenn ich auch weiterhin die finanziellen Mittel aufstellen kann“, feilt der pfeilschnelle Routinier weiter intensiv an seiner motorsportlichen Zukunft, die pro Jahr etwa 20.000 Euro verschlingt.
Erste Einsätze vor 22 Jahren
Die Karriere Kurt Ritzbergers begann 1993 bei der Bergrallye Gschmaier in der Steiermark. Auf einem Peugeot 205 GTI mit 160 Pferdestärken unter der Haube schaffte es der Mühlviertler ins Ziel und war sogar schneller als Kurt Göttlicher.
Erste Erfolge stellten sich bereits in der Saison 1994 ein. In der teilnehmerstärksten Klasse im Rahmen der Bergrallye im steirischen Koglhof wurde der zweifache verheiratete Familienvater (Ehefrau Brigitte, Tochter Andrea, Sohn Ralph) auf einem leistungsmäßig klar unterlegenen Boliden hervorragender Zweiter. „Den Sieg holte sich damals Ernst Harrach. Unterwegs war der Graf aus Niederösterreich auf einem schneeweißen Lancia Delta Integrale“, erinnert sich Ritzberger.
Geliebte 5050 Meter bergauf
Der erste Rennsieg stellte sich 1999 ein. An seinen ersten ganz großen Erfolg denkt Kurt Ritzberger auch heute noch oft zurück. Beim Berg-Europameisterschaftslauf am Rechberg in der Steiermark gab er auf einem Peugeot 306 DTC als Tagesschnellster der Gruppe A bis zwei Liter Hubraum der gesamten Konkurrenz klar das Nachsehen. „Auf keinem der 5050 Meter hatte ich wirklich Probleme. Die Strecke am Rechberg ist einzigartig und liegt mir besonders“, geht der akribische Arbeiter perfekt vorbereitet in jedes Rennen.
Steirisches Monte Carlo
Wie schwer Kurt Ritzbergers überlegener Sieg bei diesem inzwischen längst legendären Bewerb tatsächlich wiegt, zeigt das Zuschauerinteresse. Bis zu 35.000 Fans pilgern jährlich an die Rennstrecke. „Dieses Großereignis kann man ohne Übertreibung als österreichisches Monte Carlo des Bergrennsports bezeichnen“, spricht Ritzberger auch den wirtschaftlichen Aspekt des Events an.


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