Dauer-Konflikt im und um OÖ. Pferdesportverband
LINZ. (APA) Im und um den Oberösterreichischen Pferdesportverband schwelt ein Dauerkonflikt. Anwälte und Gerichte sind eingeschaltet. Eine Seite organisierte dazu eine Pressekonferenz mit Vorwürfen an die Verbandsführung. Diese wies alles zurück.

Dem OÖ-Pferdesportverband gehören über 200 Vereine an, die fast 9000 Mitglieder haben. Er ist gemeinnützig und soll sämtliche Interessen des Reit- und Fahrsports wahrnehmen. Der Konflikt hatte seinen vorläufigen Höhepunkt bei der Generalversammlung im heurigen Juni. Zwei Wahlvorschläge wurden eingebracht. Einer wurde zurückgezogen - weil er die formalen Voraussetzungen nicht erfüllte, heißt es. Der dann einzige fand keine Mehrheit. Dies in Anwesenheit von Rechtsanwälten und mit Schreiduellen.
„Aus dem Ruder gelaufen“
Weil kein neuer Vorstand zustande kam, führt der bisherige die Geschäfte weiter. Später trat der Präsident zurück. Seither leitet Vizepräsident Richard Kriechbaumer den Verband und gesteht ein, dass die Generalversammlung damals „aus dem Ruder gelaufen ist“.
Frage nach Transparenz bei Fördergeldern
Nun beschäftigt sich eine Gruppe um den Stellvertretenden Obmann der Ländlichen Reiter, Horst Effenberger, mit der Ankündigung des Verbandes, dass 180.000 Euro Sponsorgelder von Förderern winken, die im Hintergrund bleiben wollen. Die Rede ist von jeweils 60.000 Euro in den kommenden drei Jahren. Die Gruppe will wissen, von wem die Gelder kommen und welche Verträge dem Sponsoring zugrunde liegen.
Diese Aufklärung sei notwendig, man wolle als Funktionär nicht in den Verdacht geraten, dass man an Geldwäsche beteiligt sei, wird argumentiert. Weil diese Transparenz bisher nicht ausreichend hergestellt worden sei, verlange man eine außerordentliche Generalversammlung zu diesem Thema. Diese werde aber unter Berufung auf die Statuten des Verbandes hinausgezögert, so ein weiterer Vorwurf.
Vorwurf sei „Ungeheuerlichkeit“
Dem erwidert Kriechbaumer, die Fragen nach den Sponsoren seien längst beantwortet. Die Gegenleistungen für die Förderungen seien etwa in der Form von Transparenten bei Turnieren schon sichtbar geworden. Das Thema Geldwäsche in diesem Zusammenhang ins Spiel zu bringen und zu suggerieren, man dulde verbrecherische Handlungen, sei eine „Ungeheuerlichkeit“ und man werde „passend“ darauf antworten.
Das übersteige jedoch die Kapazitäten des ehrenamtlichen Vorstandes und deshalb suche er sich professionelle Hilfe. Der Verband könne alles belegen, er werde ja geprüft. Sponsoren würden deshalb im Hintergrund bleiben wollen, damit sie sich nicht gegenüber anderen Förderwerbern rechtfertigen müssen, warum diese nichts bekommen. Wenn sie jedoch in Verbindungen mit einem Geldwäsche-Verdacht gebracht werden, werde es wohl in Zukunft schwer werden, welche zu finden. Der geschäftsführende Präsident kündigte eine Generalversammlung für das erste Quartal 2017 an. Er werde mit einem Team zur Wahl antreten.


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