„Mit dieser Mannschaft ist alles möglich, aber es wird nicht leicht“
Seit 2001 steht Christian Perthaler in Diensten der Black Wings Linz. Zuerst als Spieler und mittlerweile als Manager. Höhen aber auch Tiefen galt es in dieser langen Zeit bereits zu überstehen, aber das Kribbeln verspürt er auch jetzt noch, wenn die Play Offs starten.

Tips: 17 Jahre Black Wings haben Sie schon hinter sich, was hat sich in dieser Zeit verändert.
Christian Perthaler: Ich kam 2001 als Spieler nach Linz. Kurz darauf war ich bereits „Assistent Captain“. Ich hab immer schon den damaligen Präsidenten gequält da ich sah, dass es viel zu tun gibt. Es war ein Prozess, der mich hierher brachte, wo ich jetzt bin. Ich baute mir schon als Spieler ein gutes Netzwerk in der Stadt auf. Das hilft mir jetzt, gewisse Dinge umzusetzen.
Tips: In dieser Zeit lagen Sieg und Niederlage nah beieinander.
Perthaler: Ja, als wir 2003 Meister wurden, war das für viele der größte Moment ihrer Karriere, auch für mich. 2005 musste der Verein dann Konkurs anmelden, das war hart. Für den Verein ist alles wahrscheinlich zu schnell gegangen. Wir sind als Verein zu schnell gewachsen und der Titel bedeutete natürlich auch, dass die Spieler und das Umfeld teurer wurden. Das war dann einfach nicht mehr zu bewältigen.
Tips: Besteht so eine Gefahr noch immer?
Perthaler: Nein, heute sind wir viel viel breiter aufgestellt. Wir sind, was die Zuschauer betrifft, ganz vorne mit dabei und auch unser Netzwerk an Sponsoren ist sehr breit und ein großer Vorteil für den Verein. Natürlich gibt es immer wieder kleinere Probleme, das ist ganz normal, aber es ist ein tolles Arbeiten hier und alle sind zufrieden.
Tips: Apropos Zufriedenheit. Wann wären Sie mit der heurigen Saison zufrieden?
Perthaler: Die Top vier, also zumindest Halbfinale wäre schon gut. Aber das ist schwierig, man kann das nicht planen. Es gehören so viele Kleinigkeiten dazu und wenn du nicht zu 100 Prozent alles gibst, wirst du als Verlierer vom Eis gehen. Aber mit dieser Mannschaft ist immer alles möglich, jeder ist zu schlagen.
Tips: Wen gilt es denn in den Play Offs zu schlagen, wenn man ganz oben stehen will?
Perthaler: Die Vienna Capitals sind regierender Meister und sehr stark drauf. Aber auch der KAC und Salzburg sind harte Brocken. Aber grundsätzlich gibt es keine leichten Gegner mehr im Play Off, denn das ist die Zeit im Jahr, wo man Bauchweh bekommt und das Kribbeln losgeht. Das ist schon etwas ganz Besonderes, auf das ich mich immer freue.
Tips: Richtet man den Blick etwas weiter in die Zukunft, welche Projekte stehen an?
Perthaler: Natürlich schon die Kaderplanung für die nächste Saison, die ist schon länger am Laufen. Auch unsere ganzen Events, die wir für Fans und Sponsoren veranstalten, müssen geplant und koordiniert werden.
Tips: Und die Eishalle, wie geht es mit der weiter?
Perthaler: Eigentlich wollten wir im April, also gleich nach dieser Saison, beginnen, Adaptierungen umzusetzen. Leider gab es ein paar Verzögerungen.
Tips: Wie sehen diese Adaptierungen aus? Auf was dürfen sich die Fans der Black Wings freuen?
Perthaler: Für die Fans haben wir einen Fanshop geplant, ebenso werden die Gastro und die VIP-Räumlichkeiten zum Teil neu gestaltet. Ein großer Brocken ist aber der Kabinentrakt. Hier ist schlichtweg zu wenig Platz. Es wird jetzt auch ein Kraftraum dazukommen, was für die Spieler sehr wichtig ist. Sie sollen sich wohlfühlen können, es ist ja ihr Arbeitsplatz. Ich bin überzeugt davon, dass man bessere Leistungen bringen kann, wenn man sich wohl fühlt.
Tips: Das klingt nach viel harter Arbeit. Haben Sie auch manchmal Freizeit und wie verbringen Sie diese?
Perthaler: Natürlich hat man viel Trouble übers Jahr, aber da muss man sich einfach mal selbst rausnehmen. Ich schaue, dass ich einmal pro Woche zum Fußball spielen komme oder mit meiner Hobby-Mannschaft Eishockey spiele. Ich muss mich körperlich einfach fit halten, denn es geht um die Gesundheit.
Tips: Abschließende Frage: Wo sehen Sie die Black Wings in zehn Jahren?
Perthaler: Wir wollen mehr sein als bloß ein Eishockey-Verein. Die Fans sollen die Möglichkeit haben, die Spieler zu treffen und die Sponsoren sollen einen unvergesslichen Abend erleben können. Wir müssen dem gesamten Umfeld eben mehr bieten als ein Spiel. Aber wir sind, so denke ich, dabei jetzt schon auf einem sehr, sehr guten Weg. Die Auslastung der Halle ist sehr gut und mit den vielen Side-Events können wir auch unseren großartigen Fans etwas zurückgeben. Eishockey muss ein Erlebnis sein, wir wollen da einfach nicht stehen bleiben und das tun wir auch nicht.


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