„Wir machen zuerst gute Menschen und dann können wir daraus einen guten Sportler machen“

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Mithilfe der Anfangsbuchstaben der Black Wings hat Robert Lukas die sogenannte „Black Wings Identität“ entwickelt. Grafik: BWL/Robert Lukas
Mithilfe der Anfangsbuchstaben der Black Wings hat Robert Lukas die sogenannte „Black Wings Identität“ entwickelt. Grafik: BWL/Robert Lukas
Victoria  Preining Victoria Preining, Tips Redaktion, 13.02.2019 09:00 Uhr

LINZ. Robert Lukas, ehemals Verteidiger bei den Black Wings Linz, hat seit dieser Saison die Aufgabe des Nachwuchsleiters im Verein übernommen. Bei seinem Besuch bei Tips erzählte er, was ihm beim Nachwuchs besonders wichtig ist und wie er auch die Eltern von dem Sport überzeugen will.

Nicht nur für seinen Bruder Philipp, sondern auch für Robert „Bobby“ Lukas habe sich das Leben sehr verändert, seit er seine Eishockeykarriere beendet hat. Doch wie sein Bruder in der Kampfmannschaft, hat sich auch Robert eine neue Aufgabe im Verein gefunden: als Nachwuchsleiter der Black Wings.

Eines seiner ersten großen Projekte war dabei das Schaffen der sogenannten „Black Wings Identität“: „Black Wings hat zehn Buchstaben. Und diese zehn Buchstaben versuche ich sooft wie möglich irgendwo einzubauen. Sei es jetzt in dieser Identität, wo es eben um die Begeisterung, Leidenschaft, alles geben, Charakter und Kollegialität geht – oder sei es ein Training. Damit die Leute in die Halle kommen und wissen “Ich bin ein Black Wing„. Sie sollen in die Halle kommen und Gänsehaut bekommen, weil sie jetzt in der Keine Sorgen EisArena sind. So ein Gefühl, das hätte ich gern. Deswegen ist ja auch Begeisterung als Erstes gleich das Wichtigste“, erklärt Lukas.

Respekt

Ein weiterer wichtiger Faktor ist für den Nachwuchsleiter das Thema Respekt: „Respekt ist leider nicht mehr selbstverständlich. Wenn du deine Mitspieler, Trainer, Eltern, Betreuer, Schiedsrichter, Fans nicht richtig respektierst, dann wirst du am Ende des Tages nicht erfolgreich sein können. Es war immer am Anfang mein Satz: Wir machen zuerst gute Menschen und dann können wir daraus einen guten Sportler machen.“

Für den Nachwuchsleiter gibt es fünf Sachen, auf die er bei seinen Nachwuchsspielern Wert legt: „Bitte, danke, hallo, auf Wiedersehen und Entschuldigung. Nur die fünf Sachen. Wenn wir das intus haben, dann haben wir schon die Basis, was Respekt betrifft.“ Dabei ist es dem 40-Jährigen wichtig, das auch den Kindern immer vorzuleben. Auch die erwachsenen Profi-Eishockeyspieler nimmt der ehemalige Verteidiger in die Pflicht. „Wenn uns das die Kampfmannschaft nicht vorzeigt und vorlebt – in jeder Situation –, dann werden die Kinder, die immer aufschauen zu denen, das nie so verkörpern können. Diese Black Wings Identität ist nicht nur für den Nachwuchs“, erklärt Lukas.

250 Kinder als langfristiges Ziel

Aktuell besteht der Nachwuchs der Black Wings übrigens ohne Kooperationsspieler aus zirka 160 Spielern. Mit den Kooperationsspielern sind es knapp 200. Ohne Kooperationsspieler sei es das kurz- oder mittelfristige Ziel, 200 Kinder, langfristig 250 Kinder im Nachwuchs zu haben. Robert Lukas will dafür noch stärker auf Rekrutierungsmaßnahmen, wie etwa Besuche in Schulen, setzen.

Natürlicher Bewegungsdrang

Auf die Frage, wie alt ein Kind optimalerweise sein soll, wenn es mit Hockey beginnt, sagt Lukas: „Wir haben jetzt beim Schnuppertraining angegeben, drei bis zehn Jahre. Wir werden das nächstes Jahr auf drei bis acht reduzieren.“ Wer sich außerdem für Eishockey interessiere, müsse laut Lukas zunächst optimalerweise eines mitbringen: die Freude an der Bewegung.

„Wir haben im Trainerkurs gelernt, dass Kinder einen natürlichen Bewegungsdrang haben. Aber meistens ist es so, dass wir ihnen diesen Bewegungsdrang abtrainieren. Das heißt, idealerweise hat das Kind diesen natürlichen Bewegungsdrang immer noch. Und das sieht man normalerweise sofort.“

Image aufbessern

Um mehr Kinder für Eishockey zu gewinnen, müsse laut Lukas das Image verbessert werden. Immer noch habe Eishockey den Ruf eines brutalen Sports. „Alle wollen uns zuschauen. Aber warum schicken sie ihre Kinder nicht hin? Weil sie glauben, es ist ein brutaler Sport. Aber es ist kein brutaler Sport, weil du eben so geschützt bist. Das heißt, es wäre wichtig, diese Aufklärungsarbeit zu leisten“, sagt Lukas.

Ein weiterer Faktor, der vor allem für die Eltern eine große Rolle spielt, ist das Geld. „Eishockey ist ein teurer Sport. Wir haben 700 Euro Ausbildungsbeitrag im Jahr. Ich habe es runtergebrochen: Wir haben in der U9 ungefähr 300 bis 350 Trainingseinheiten pro Jahr. Das sind zwei Euro pro Trainingseinheit. Und wenn es drei Euro pro Trainingseinheit sind. Es wirkt dann nicht mehr ganz so viel. Und das habe ich bei meinem ersten Elternabend als Eishockey-Nachwuchsleiter auch präsentiert“, sagt der Nachwuchsleiter.

Der dritte Punkt ist für Lukas der Faktor Zeit. „Es muss für die Eltern von Anfang an kommuniziert werden: Es ist ein zeitaufwendiger Sport.“

Spaß und Begeisterung

Für Robert Lukas sei es das Wichtigste, den Kindern den Spaß am Eishockey zu vermitteln. Nur so würden es diese auch selber lernen und selber wollen. Auch was das Training betrifft, müsse man vor allem darauf achten. Ein durchstrukturiertes Training etwa würde laut Lukas zwar die Eltern beeindrucken, die Kinder jedoch nicht.

Lukas´Ansatz bei der Gestaltung der Trainings: „Ich denke mir immer, okay, wie viele Kinder sind heute da? Was habe ich heute für Utensilien zur Verfügung? Was würde ich jetzt gerne machen? Ich versetze mich da in die Lage und ich frage mich, was mi jetzt gefallen würde. Und dann hoffe ich, dass es ihnen auch gefällt - und meistens ist das auch so.“

Ein Spieler pro Saison

Ein weiteres langfristiges Ziel der Black Wings ist es,einen Spieler pro Jahr als Stammspieler in die Kampfmannschaft zu bringen. Wer das erreichen will, der müsse vor allem eines sein: Bereit, für sein Ziel alles zu geben. 

 

 

 

 

 

 

 

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