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LINZ/SÜDAFRIKA. Da heuer aufgrund der Corona-Situation das gewohnte Winter-Trainingslager in Australien nicht stattfinden konnte, holen sich Viktoria Schwarz und Ana Roxana Lehaci den Feinschliff für die Olympiaqualifikation im Mai aktuell in Südafrika. Im Tips-Interview erzählen die beiden über die Strapazen bei der Einreise und die neuen Bedingungen in Südafrika.

  1 / 2   Viktoria Schwarz und Ana Roxana Lehaci (v.l.) sind froh, wieder auf dem Wasser zu sein. (Foto: privat)

Tips: Wie schwierig war es, derzeit nach Südafrika zu reisen?

Viktoria Schwarz: Es war eine Prozedur. Man brauchte eine Reiseregistrierung, eine Einladung vom Resort in Südafrika sowie Ausnahmeregelungen vom Bundesheer und vom Sportministerium. Das alles natürlich neben einem negativen Corona-Test, der nicht älter als 72 Stunden sein durfte. Es war schon alles aufwendiger, sind aber froh überhaupt die Möglichkeit gehabt haben nach Südafrika fliegen zu können, weil Australien ja mit einer 14-tägigen Quarantäne verbunden gewesen wäre. Das hätte keinen Sinn gemacht.

Tips: Gab es vor der Abreise besondere Bedenken aufgrund des Aufkommens der Südafrika-Mutation des Virus?

Ana Roxana Lehaci: Klar ist es unangenehm und natürlich eine ganz andere Situation. Man reist mit einem mulmigen Gefühl im Magen an und muss viel mehr aufpassen als sonst. Es ist halt wichtig, dass man sich an die Hygiene- und Abstandsregeln hält, aber Vicky und ich sind da die Letzten, die sich da wirklich etwas einfangen könnten. Wir desinfizieren uns wirklich 15-mal am Tag die Hände und passen auch beim Essengehen genau auf, dass wir uns nicht irgendwie infizieren können. Außerdem haben wir immer Masken auf. 

Tips: Wie schützt Ihr euch in Südafrika vor dem Virus?

Schwarz: Hier wird genau aufgepasst, es steht überall Desinfektionsmittel zur Verfügung. Außerdem wird in der Früh und vor den Mahlzeiten immer Fieber gemessen. Zusätzlich muss sowieso jeder, der in diesem Resort ist, einen negativen Corona-Test vorweisen, sonst kommt niemand herein. Dort, wo wir trainieren, ist alles abgeriegelt. Ich glaube, das ist der sicherste Ort Südafrikas. Wir halten uns da wirklich beide so streng daran. Das beweist auch ein Antikörper-Test, der negativ war. Also wir haben noch nicht Corona gehabt, bisher haben wir also anscheinend alles richtig gemacht.

Tips: Wie wirken sich die ganzen Vorsichtsmaßnahmen auf einen geregelten Trainingsbetrieb aus?

Schwarz: Wir trainieren hier auf einem See und haben überhaupt keine Einschränkungen. Wir können auch ganz normal laufen gehen oder Krafttraining absolvieren. Der einzige Unterschied ist, dass wir hier eben auf dem Wasser sein können, was zuhause jetzt nicht mehr möglich war. Bei Schneefall war die Grenze dann erreicht. Daher sind wir froh, jetzt hier sein zu können, weil im Mai schon die Olympiaquali bevorsteht und wir da top sein müssen.

Tips: Wie viele Personen sind in eurer „Bubble“?

Schwarz: Nur wir und unsere Trainingsgruppe mit den Slowenen sowie die Ungarn. Jemand anderer darf gar nicht herein.

Tips: Bisher gab es in den österreichischen Wintermonaten immer ein Trainingslager in Australien. Musste man in Südafrika Abstriche bei den Trainingsmöglichkeiten machen?

Lehaci: Australien ist im Grunde von den Bedingungen her schon besser, wir waren es auch einfach gewohnt und haben das Umfeld gekannt. Es war so etwas wie ein zweites Zuhause. Hier ist eben alles neu und wir müssen uns an alles noch gewöhnen. Wir sind aber sehr froh, dass wir hier jetzt die ersten Kilometer am Wasser paddeln können, die brauchen wir dringend. Man muss in Corona-Zeiten eben auch Abstriche machen, daher freuen wir uns jetzt im Warmen trainieren zu dürfen. 

Tips: Gibt es auch Vorteile, die sich in den ersten Tagen im Vergleich zu Australien herauskristallisiert haben?

Schwarz: Vorteil ist sicher das Essen. Du wirst hier bekocht und es schmeckt wirklich hervorragend. In Australien haben wir hier immer selber kochen müssen. Die Südafrikanische Küche ist ein Wahnsinn. Vielfältig und gesund. Außerdem sind die Leute hier alle sehr freundlich und herzlich.

Tips: Wie habt ihr bisher in Österreich im Lockdown trainieren können?

Schwarz: Dadurch, dass das Olympiazentrum offen war und wir in Ottensheim trainiert haben, haben wir ganz normal weitertrainieren können. Da sind wir froh, dass wir Sportler eine Ausnahmegenehmigung bekommen haben. Sonst wäre das aber auch gar nicht möglich. Weil wenn wir nicht trainieren könnten, brauchen wir im Mai auch nicht zu einer Olympiaqualifikation antreten. 

Tips: Fühlt Ihr euch gewappnet für die Olympiaqualifikation?

Lehaci: Wir haben über den Winter extrem gut trainiert, fühlen uns beide stark und haben auch durch Corona die kleinen Fehler und Mängel korrigieren können. Sonst hat man gar nicht die Zeit dafür, sich auf die kleinen Dinge zu konzentrieren.

Tips: Auf was wird der Trainingsschwerpunkt in Südafrika liegen?

Schwarz und Lehaci: In Südafrika steht einfach das Kilometer-Sammeln auf dem Kajak im Vordergrund. Wir sind jeden Tag bis zu vier Stunden am Wasser. Das ist schon wieder eine Umstellung vom Wintertraining, mit viel Laufen, Schwimmen und Kraft- sowie Ergometer-Einheiten, das ist wieder extrem anstrengend im Boot. Unser Rhythmus ist hier einfach Essen-Schlafen-Trainieren. Ein klassisches Sportlerleben eben. Aber wir sind fokussiert und setzen alles daran, unserem großen Ziel Olympiaqualifikation näher zu kommen.


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