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LINZ/ANSFELDEN. Im Mai des heurigen Jahres eröffnet in Ansfelden ein neues Fußball-Leistungszentrum. Dieses Leistungsmodell ist vereinsunabhängig und fördert regionale Talente ab der U13. Begleitet werden die Spieler mit zwei wöchentlichen Trainings bis zur U18.

Sascha Gasthuber will Talenten, die vom System im Stich gelassen werden, professionelles Training ermöglichen. (Foto: Tecnofutbol)

Sascha Gasthuber, Geschäftsführer und sportlicher Leiter, gründete 2013 die Fußballschule Tecnofutbol. Diese hat sich zum Ziel gesetzt, talentierte und junge Spieler gezielt zu fördern. Tecnofutbol bietet Kindern, die mehr trainieren möchten, als im gewöhnlichen Vereinstraining im Breitensport möglich ist, an verschiedenen Stützpunkten Österreichs zusätzliche Fußball-Trainings an. Die Trainer kommen dafür einmal pro Woche zu den jeweiligen Partnervereinen und trainieren die Kids in überschaubaren Gruppen, um zielgerichtet und individuell coachen zu können. Trainiert werden beim Stützpunkt-Training vor allem für Kinder aus den unteren Alterklassen von der U7 aufwärts bis zur U13.

Neues Leistungszentrum in Ansfelden

Um fortgeschrittenen Spielern aus den Alterklassen ab der U13 bis zur U18 eine Plattform für professionelles Training abseits von Akademien zu ermöglichen, installiert der 38-Jährige nun im Rahmen seiner Fußballschule ein als Leistungszentrum geführtes Leistungsmodell in Ansfelden analog zu einer Akademie. Dort sollen Kinder, die nach mehr streben, als im gewohnten Vereinstraining möglich ist, die Möglichkeit erhalten, zwei zusätzliche Trainings pro Woche zu absolvieren, um ihr Potenzial zu entfalten, wie Sascha Gasthuber, der selbst am Platz steht und Trainings leitet, betont: „Talente und motivierte Spieler werden ab dem 13. Lebensjahr oftmals vom Fußball-System im Stich gelassen. Diese bekommen bei uns die Möglichkeit, ihr volles Potenzial zu entfalten.“

Soziales Umfeld entscheidend

Das Angebot richtet sich vor allem auch an jene Spieler, die aus Talentförderprogrammen zum Vereinstraining zurückkehren und für die ein Wechsel in eine Akademie keine Option darstellt. Ein oft genannter Grund, sich gegen eine Akademie zu entscheiden, ist die Entfernung der Familie oder der Freunde, die viele Jugendliche nicht in Kauf nehmen möchten. Das Leistungsmodell von Tecnofutbol möchte diesen jungen Fußballern ein leistungsorientiertes Training anbieten, ohne dafür aus dem sozialen Umfeld herausgerissen zu werden. Beides soll durch diese Kombination möglich sein: Einerseits leistungszentriert wie in einer Akademie zu trainieren und andererseits weiterhin das Training mit den Freunden im Heimatverein zu genießen.

Nicht nur die großen und schnellen

Andere Kinder wiederum haben schlichtweg den Sprung verpasst oder fallen durch den Rost, weil sie vermeintlich zu langsam oder zu klein für eine Akademie sind, um zwei der bekannten Vorurteile zu nennen. Auch Spieler, die zuvor in Leistungsauswahlen abgewiesen wurden, sollen bei Tecnofutboll eine zweite Chance für ein professionelles Training unter Gleichgesinnten erhalten. Der positive Zugang, die Freude am Sport und das gemeinsame Arbeiten an Verbesserungen sollen wieder in den Vordergrund rücken. „Fußball soll ein Erlebnis sein“, schildert der sportliche Leiter eines seiner wichtigsten Prinzipien.

Ganzheitlicher Zugang

Trainiert werden sollen alle Elemente des Fußballs, wenngleich aber auch großer Wert auf die Persönlichkeit und das Verhalten jedes einzelnen Spielers gelegt wird. Zudem soll ein eigener Verhaltenskodex, den Eltern vorab unterschreiben müssen, die Kinder vor überehrgeizigen Eltern schützen. Dadurch soll verhindert werden, dass von Eltern in Form von Anweisungen wie „Schieß!“, „Dribble!“ oder „Passe!“ von außen Druck erzeugt wird.

Das Motto des Trainings lautet klar: Spaß ohne Leistungsdruck, jedoch ohne Disziplin kein Erfolg. Im Fokus der Übungseinheiten stehen neben den fußballspezifischen Grundtechniken das individualtaktische Verhalten in den jeweiligen Situationen und Spielphasen. Dazu zählen kognitive Faktoren wie Antizipation, Wahrnehmung oder auch Entscheidungsfindung. Wenngleich auch falsche Entscheidungen wichtig für die Entwicklung des einzelnen Spielers sein können, wie Sascha Gasthuber betont, schließlich seien Fehler eine Entwicklungs- und Verbesserungsmöglichkeit.

Namhafte Ex-Profis am Start

Als Trainer sind erfahrene Ex-Fußball-Profis wie der ehemalige ÖFB Kapitän und FA-Cup-Sieger Paul Scharner, die SV-Ried-Legende Ewald Brenner, der ehemalige Kapitän des SV Mattersburg Ilco Naumoski und Sascha Gasthuber der sportliche Leiter von Tecnofutbol, am Start.

Turniere mit internationalen Spitzenvereinen

Entscheidend für die Weiterentwicklung eines jungen Fußball-Spielers ist natürlich auch die Möglichkeit, sich im Wettkampf mit anderen Top-Spielern des jeweiligen Altersniveaus messen zu können. Aus diesem Grund forciert die Fußballschule die Teilnahme an internationalen Turnieren im Zuge der Talentförderprogramme von Tecnofutbol International. Teilnehmer dieser Turniere waren in der Vergangenheit unter anderem Manchester City oder zahlreiche deutsche Top-Klubs wie Bayern München, Borussia Dortmund oder Bayer Leverkusen. Um an diesen Turnieren teilnehmen zu können, müssen sich die Kinder für die sogenannte Seleccion von Tecnofutbol qualifizieren. Die Seleccion ist eine Auswahl von Spielern, die bereits an Trainings teilgenommen haben und durch ihre Leistung sowie ihr Engagement überzeugen konnten. Diese Spieler erhalten die Chance in den Turnierkader zu kommen, der dann an internationalen Turnieren teilnimmt. Einmal jährlich findet ein gemeinsames Trainingslager für die Mitglieder der Seleccion in der Steiermark statt.

Sichtungstraining

Am 27. und 29. April finden am Sportplatz in Ansfelden die ersten Sichtungstrainings statt. Interessierte Spieler können dort einen Ausbildungsplatz im Leistungsmodell ergattern. Eingeladen sind die Jahrgänge 2006, 2007 und 2008 - aus dem Großraum Linz - aus denen insgesamt 30 Spieler aufgenommen werden können. Der reguläre Trainingsbetrieb startet im Mai 2021. Im September dieses Jahres sind dann die 2009er Jahrgänge an der Reihe. Den Druck möchte der Geschäftsführer den Kindern schon vorab nehmen: „Sie müssen nicht die besten sein“, stellt Sascha Gasthuber klar. Willkommen seien Spieler, die mehr machen wollen, als im eigenen Verein angeboten wird und motoviert sind“ Unter www.leistungsmodell.at kann man sich für die Sichtungstrainings anmelden.


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