„Ich habe keinen Plan B, weil ich davon ausgehe, dass es funktioniert“

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Florian Schweighofer spielt für den Golfclub Donau. (Foto: Roland Schweighofer)
Florian Schweighofer spielt für den Golfclub Donau. (Foto: Roland Schweighofer)
Yannik Bogensperger Yannik Bogensperger, Tips Redaktion, 05.07.2021 17:30 Uhr

LINZ. Florian Schweighofer spielt seit seinem sechsten Lebensjahr mit großer Leidenschaft Golf. Vor knapp drei Wochen wurde der 17-jährige Schüler in Salzburg Vize-Staatsmeister der Amateure. Anfang Juli steht mit der U18-Team-EM in Dänemark das nächste Top-Turnier auf seinem Spielplan. Langfristiges Ziel ist eine Spielberechtigung auf der European Tour, der höchsten Profigolf-Liga in Europa. Über seinen bisherigen Weg, das tägliche Training und vieles weitere sprach der Linzer mit Tips.

Tips: Warum hast du dich als Kind für Golf entschieden?

Florian Schweighofer: Das ist eine lustige Geschichte, weil niemand bei uns in der Familie Golf spielte und ich auch niemanden kannte, der Golf spielt. Ich bin wohl über die Werbung auf diese Sportart gestoßen und sie hat mich wohl von Beginn an fasziniert. Irgendwann habe ich dann gesagt, ich würde gerne ein Golf-Set haben und zu golfen beginnen. Die anderen dachten, das wäre so ein Dahingerede von einem kleinen Kind. Weil ich keines bekam, habe ich es mir dann zu Weihnachten gewünscht und bekommen. Mit sechs Jahren fing ich dann im Golfclub Donau in Feldkirchen zum Golfspielen an.

Tips: Was fasziniert dich an dieser Sportart so sehr?

Schweighofer: Weil es ein schwieriger Sport ist und kein Schlag dem anderen gleicht. Der Wind, die Distanz und der Winkel sind immer verschieden. Die Herausforderungen, die Golf mit sich bringt, faszinieren mich.

Tips: Was hat dich bereits als Kind motiviert, dich als Golfer immer weiter zu verbessern?

Schweighofer: Am Anfang hat es einfach Spaß gemacht. Dann faszinierten mich Vorbilder. In der Welt herum zu kommen, hat mich ebenfalls sehr gereizt.

Tips: Ab wann hattest du im Kopf, dass du es schaffen kannst, Profi zu werden? Gab es ein Schlüsselerlebnis?

Schweighofer: Das hat sich über die Jahre entwickelt. Seit zwei, drei Jahren setze ich alles darauf. Ich habe gemerkt, dass ich in Österreich bereits einer der Besten bin und noch viel mehr möglich ist. Dann kam der Eifer, voll durchzustarten, dazu.

Tips: Hast du einen Plan B, falls es mit dem Profi-werden nicht klappt?

Schweighofer: Nein, ich habe keinen Plan B, weil ich davon ausgehe, dass es funktioniert. Es ist harte Arbeit, aber es macht mir Spaß.

Tips: Wie sieht ein typisches Training bei dir aus?

Schweighofer: Meistens fahre ich nach der Schule auf den Golfplatz und trainiere drei bis vier Stunden. Zuvor überlege ich mir passende Übungen, je nachdem, was ich trainieren will. Wenn ich mich auf ein Turnier vorbereite, spiele ich gezielt die Schläge, die ich für den kommenden Golfplatz benötige. Ich stelle mir vor, auf diesem Platz zu sein und visualisiere das Turnier. 40 % meiner Trainingszeit widme ich dem Putten, weil das gerade mein Schwerpunkt ist. Auf dem aufbauend wähle ich entsprechende Übungen aus. Ich habe eine große Übungssammlung.

Tips: Hast du einen Trainer, der dich dabei unterstützt?

Schweighofer: Mein Head-Coach ist in Salzburg, bei ihm laufen aller Fäden zusammen und mit ihm trainiere ich alle zwei bis drei Wochen eine Stunde. Ich setze die Tipps des Trainers um. Aber mein Techniktraining steuere ich sehr stark selbst. Ich habe durch die Trainings viel gelernt im Bereich Trainingsmethodik.

Tips: Wer berät dich bei trainingsmethodischen Fragen?

Schweighofer: Ich habe mir das ein bisschen selbst angeeignet, da wir in der Schule Sportkunde haben. Außerdem lerne ich durch die Trainings sehr viel, was das betrifft. Zudem habe ich in der Schule einen Fitness-Trainer, der mich unterstützt. Beim Golf-spezifischen steuere ich mich zunehmend selbst.

Tips: In anderen Spielsportarten, beispielsweise im Fußball, gehört die Videoanalyse mittlerweile zum Standard-Repertoire. Wie ist das bei dir - analysierst du deine Schläge im Nachhinein per Video?

Schweighofer: Ich filme, verwende beim Analysieren aber kein Analyse-Programm. Wenn ich mich beim Golfspielen nicht so wohl fühle, sehe ich es mir danach an.

Tips: Wo siehst du noch Verbesserungsbedarf?

Schweighofer: Das Putten sollte besser werden. Technisch gibt es nicht mehr recht viel. Hin und wieder kippe ich mit der Hüfte zu sehr. Da arbeite ich an der Stabilität. Ansonsten stärke ich meine Stärken.

Tips: Welche Rolle spielen technische Details in deiner Sportart?

Schweighofer: Eine sehr, sehr große Rolle, wenn die Technik nicht konstant ist, ist es schwer, konstant Ergebnisse zu liefern. Nur weit zu schlagen, bringt dir im Endeffekt nicht so viel.

Tips: Würdest du sagen, Technik ist wichtiger als taktisches Verständnis?

Schweighofer: Nein, es ist ein Miteinander, beide Aspekte müssen gut miteinander harmonieren. Die Taktik sollte an die Technik angepasst werden. Gut zu spielen ist jedoch mit einer guten Technik leichter.

Tips: Bist du eher der Längenfanatiker wie Bryson DeChambeau oder bestreitest du Turniere eher über Spieltaktik und Präzision?

Schweighofer: Eher das Letztere – wenn ich will, kann ich schon weit schießen, aber Präzision ist wichtiger. Mein Motto ist: Präzision vor Weite.

Tips: Liegt der Trainingsschwerpunkt bei dir eher auf kurzen Schlägen und Präzision oder auf langen Schlägen?

Schweighofer: Das ist eigentlich ziemlich ausgeglichen. Aktuell ist mein Schwerpunkt das Putten, weil ich da noch viel Potenzial habe. Die langen und kurzen Schläge trainiere ich gleich viel.

Tips: Gibt es bei dir eine Trainingsperiodisierung?

Schweighofer: Ich versuche in jedem Training alles unterzukriegen. Manchmal variiert es aber.  

Tips: Wie hältst du dich körperlich fit – abseits des Golftrainings?

Schweighofer: Ich absolviere jeden Tag ein 20-minütiges Abendprogramm, da sind Dehnungs- und Mobilisationsübungen dabei. Das mache ich sicher schon seit fünf oder sechs Jahren so. In der Schule (Borg für Leistungssport, Anm.) habe ich zudem dreimal in der Woche ein Fitnesstraining. Ausdauertraining versuche ich dreimal in der Woche zu machen.

Tips: Krafttraining spielt also keine so große Rolle?

Schweighofer: Ja, es sind eher die kleineren, inneren Muskeln, die alles zusammenhalten und stabilisieren. Die großen Muskeln sind für das Golfspielen an sich nicht so wichtig. Trainiert werden die aber natürlich auch. 

Tips: Zum Abschluss noch ein paar persönliche Fragen. Wie würdest du dich denn selbst beschreiben?

Schweighofer: Ich bin ein sehr fröhlicher Mensch, unabhängig von Höhen und Tiefen, die es im Leben gibt. Auch wenn es schlecht läuft. Rückschläge spornen mich noch mehr an. Negative Gedanken habe ich nicht so oft.

Tips: Was ist dein Motto?

Schweighofer: Think positive, keep smiling and never give up.

Tips: Womit mit verbringst du die Zeit, wenn du nicht gerade am Golfplatz stehst?

Schweighofer: Im Sommer gehe ich gerne Radfahren, im Winter fahre ich Ski. Ansonsten treffe mich mit Freunden.

Schweighofer: Darf ich noch eine Bitte an die Tips-Leser richten?

Tips: Ja, gerne.

Schweighofer: Ich würde mich freuen, wenn mir die Tips-Leser auf den Social-Media-Kanälen folgen würden. Dort poste ich jeweils die aktuellsten Infos.

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