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„Ohne Risiko geht es nicht“: Linzer Radprofi Michael Gogl startet bei Tour Down Under

Baumgartner Anna, 16.01.2026 10:12

LINZ/ADELAIDE. Vor genau zehn Jahren startete der Linzer Radprofi Michael Gogl das erste Mal bei der Tour Down Under in Australien. Es war damals eines seiner ersten Rennen in der obersten Liga des Radsports, der UCI World Tour. Heute steht der 32-Jährige bei dem belgischen Team Alpecin-Premier Tech unter Vertrag und sieht sich für seine dritte Teilnahme an der Rundfahrt in Australien gut vorbereitet. Rund 759 Kilometer stehen von 20. bis 25. Jänner auf dem Programm. 

Am 20. Jänner startet die Tour Down Under in Südaustralien. (Foto: Gogl)
  1 / 3   Am 20. Jänner startet die Tour Down Under in Südaustralien. (Foto: Gogl)

„Im Team ist abgesprochen, dass ich einen guten Saisonstart und Rennrhythmus sammle“, so Michael Gogl im Gespräch mit Tips. Der Oberösterreicher will in Australien primär Wettkampfhärte aufbauen. Erst im vergangenen Frühjahr musste sich Gogl einer Knie-Operation unterziehen, weshalb er erst spät in die vorjährige Rennsaison einsteigen konnte. Die Probleme habe er erst im Herbst so richtig in den Griff bekommen, wie der Profi verrät. Große Erwartungen an Ergebnisse stellt er vorerst nicht: „Stress habe ich nicht wirklich. Ich lasse das einmal auf mich zukommen.“

Helferrolle mit Optionen

Bei der Tour Down Under ist Gogl in erster Linie als sogenannter „Helfer“ eingeplant. Er soll für seinen australischen Teamkollegen Jensen Plowright, den amtierenden australischen Kriteriummeister, „arbeiten“ und diesem zu guten Ergebnissen verhelfen.

„Mit Plowright werde ich auf die Sprints fahren“, erklärt Gogl. Gleichzeitig lässt ihm das Team Spielraum: „Wenn ich mich auf ein oder zwei Etappen, die schwerer werden, gut fühle, kann ich auch probieren, auf ein eigenes Ergebnis zu fahren.“

Die Strecke kommt dem 32-Jährigen grundsätzlich entgegen. Zwar gebe es auf den fünf Etappen keine langen Alpenanstiege, „aber du hast dreieinhalbtausend Höhenmeter auf 150 Kilometer, und das tut dann auch weh“, so Gogl. Die Tour sei nichts für reine Bergfahrer, „aber für einen Allrounder auf jeden Fall“.

Geprägt von schweren Stürzen

Dass Gogl seine Saison mit Bedacht angeht, hat Gründe. Der schwerste Einschnitt seiner Karriere ereignete sich im Jahr 2023 im Zuge einer Teilnahme bei der wohl bekanntesten Rundfahrt, der Tour de France. „Da habe ich mir das ganze Becken zertrümmert, das Schlüsselbein gebrochen und ein Problem an der Lunge zugezogen“, erzählt der Oberösterreicher. Wegen einer inneren Blutung lag er infolgedessen auf der Intensivstation. „Das war mein heftigster Sturz, und ich denke, so etwas verändert einen auch nachhaltig.“

Ohne Risiko gehe es im Radsport trotzdem nicht: „Ohne Risiko kannst du in diesem Sport nichts erreichen, aber man nimmt das Risiko bewusster.“ 

Voller Rennkalender

Für die anstehende Saison sieht sich Michael Gogl gut vorbereitet. Nach einem Trainingslager mit seinem belgischen Team und mehreren Aufenthalten auf Gran Canaria stehen in den kommenden Monaten die Frühjahrsklassiker auf dem Programm. Auf die Tour Down Under folgen mit der Surf Coast Classic und dem Cadel Evans Great Ocean Race zwei Eintagesrennen in Australien.

„Danach geht es noch einmal Heim, dann fahre ich in ein Höhentrainingslager nach Spanien, dann folgen Strade Bianche und Tirreno Adriatico.“ Wenn gesundheitlich alles passe, und die ersten Rennen gut verlaufen würden, stünden die Klassiker in Belgien bis inklusive Lüttich-Bastogne-Lüttich auf dem Programm, so Gogl.

Das große Ziel der Saison laute jedoch eine Teilnahme an der diesjährigen Tour de France, die am 4. Juli in Barcelona startet.

Linz als Lebensmittelpunkt

Abseits des Rennkalenders hat Gogl seinen Lebens- und Trainingsmittelpunkt nach Linz verlegt. „Also mein absoluter Lieblingsberg ist von St. Magdalena nach Oberbairing und Hellmonsödt, da fahre ich eigentlich fast immer meine Intervalle. Also der Busfahrer der Linie, ich glaube, der kennt mich schon“, so Gogl lachend. 


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