Vier Klubs, vier Ziele: So startet Linz in die neue Unterhaus-Saison
LINZ. Neue Ligen, neue Trainer und neue Herausforderungen: Bei den Linzer Unterhausvereinen hat sich im Sommer einiges getan. Während zwei Klubs Bezirksliga-Luft schnuppern, wollen andere den nächsten Schritt machen oder nach Rückschlägen wieder angreifen.

Für die Linzer Unterhausklubs beginnt am kommenden Wochenende die Meisterschaftssaison 2026/27. Nach einer intensiven Sommervorbereitung und vielen Testspielen richtet sich der Fokus nun endlich auf den Ligaalltag. Ein Überblick über die Ausgangslage bei vier Linzer Vereinen.
Blaue Elf will sich in der Bezirksliga etablieren
Nach dem Meistertitel in der 1. Klasse Mitte geht die Blaue Elf Linz in der kommenden Saison in der Bezirksliga Ost an den Start. Trainer Gheorge Cosmin Cibu freut sich auf die neue Herausforderung, weiß aber auch um die Herausforderungen, die auf seine Mannschaft zukommen.
„Für die Mannschaft und auch für mich ist die neue Liga eine unbekannte Situation. Wir wollen die Bezirksliga kennenlernen und haben deshalb in der Vorbereitung bewusst gegen stärkere Gegner gespielt“, sagt Cibu. Ein Pflichtspiel hat der Verein vom nördlichen Fuße des Wasserwaldes bereits absolviert.
Im Landescup bekam es die Blaue Elf gleich mit Landesligist HAKA Traun zu tun und musste sich mit 1:4 geschlagen geben. Nach einer langen Vorbereitung sieht Trainer Cibu seine Mannschaft aber auf einem guten Weg. Personell setzen die Linzer seit Jahren auf Kontinuität.
Nur wenige Änderungen am Kader
Nach dem Abgang von Leistungsträger Rijad Kolloni wurde der Kader nur gezielt ergänzt. Mit Benjamin Patocs kam ein Defensivspieler auf Leihbasis von Donau Linz, zudem verstärkt Edonis Vuciterna die Mannschaft. Auch drei Rückkehrer, die bereits in der Vergangenheit für die Blaue Elf aktiv waren, sollen zusätzliche Qualität bringen.
Dass die Mannschaft auch schwierige Phasen meistern kann, bewies sie bereits in der vergangenen Saison. Nach einer starken Herbstmeisterschaft musste das Team im Frühjahr mit der neuen Rolle als Gejagter umgehen.
„Wir hatten Verletzungspech, aber die Spieler aus der 1B sind eingesprungen und haben ihre Leistung gebracht. Der Zusammenhalt hat uns am Ende den Meistertitel gebracht“, blickt Cibu zurück.
Für die erste Bezirksliga-Saison bleibt der Trainer realistisch. „Wir spielen Fußball, weil wir es lieben, und wollen die Saison genießen. Gleichzeitig haben wir unsere Ziele. Wir wollen uns behaupten und den Klassenerhalt schaffen. Dabei denken wir von Spiel zu Spiel und setzen uns kleinere Ziele“, so Cibu.
Admira will mit neuem Trainer „das Potenzial ausschöpfen“
Auch bei Admira Linz beginnt eine neue Ära. Nach dem Wechsel von der Bezirksliga Nord in die Ost-Staffel wartet nicht nur eine neue Liga auf den Klub, sondern auch ein neuer Mann an der Seitenlinie.
Markus Morbitzer übernimmt die Mannschaft nach seinem Abschied von Union Puchenau, mit der er in der vergangenen Saison den Aufstieg in die 1. Klasse Mitte schaffte.
Für den neuen Admira-Trainer ist die Aufgabe eine spannende Rückkehr. „Wir hatten in Puchenau eine super Zeit mit dem dramatischen Aufstieg in der Relegation. Ich wollte aber eine neue sportliche Herausforderung annehmen“, erklärt Morbitzer. Zur Admira gibt es zudem eine besondere Verbindung: Bereits als Spieler und später auch als Funktionär war er beim Verein tätig.
Neo-Coach Morbitzer: „Ist für mich ein sehr spannendes Projekt“
Der Trainer sieht in seiner neuen Mannschaft großes Potenzial. „Ich sehe eine junge Mannschaft, die sich weiterentwickeln kann. Mit den Werten des Vereins kann ich mich voll identifizieren, deshalb ist das für mich ein sehr spannendes Projekt.“
Die Vorbereitung verlief positiv. Neben einem Trainingslager in Obertraun absolvierte die Admira mehrere Testspiele, zuletzt unter anderem gegen die Amateure von Zweitligist Blau-Weiß Linz. In der neuen Bezirksliga Ost erwartet den Trainer eine anspruchsvolle Saison. Die Liga ist schwer einzuschätzen. Ich denke aber, dass sie etwas stärker als die Nord einzustufen ist, vor allem was die spielerische Qualität betrifft.“
Im Kader gab es einige Veränderungen. Mustafa Saracevic wechselte nach Sattledt, außerdem verließen zwei Torhüter den Verein. Neu dabei sind mehrere junge Spieler, darunter drei Akteure von St. Magdalena sowie ein 17-jähriges Talent von Union Leonding.
Trotz der neuen Herausforderung hat Admira klare Vorstellungen. „Wir wollen eine gute Rolle spielen und orientieren uns an der vorderen Region der Tabelle“, gibt Morbitzer die Richtung vor.
Ebelsberg/Stahl Linz will starke Saison bestätigen
Mit einer starken Premierensaison in der 1. Klasse Mitte sorgte die SPG Ebelsberg/Stahl Linz im vergangenen Jahr für Aufsehen. Als Aufsteiger landete die Mannschaft auf dem dritten Tabellenplatz.
„Wir sind höchstzufrieden gewesen. Damit haben wir überhaupt nicht gerechnet und unsere Ziele weit übertroffen“, sagt Obmann Mario Weindl. Nun soll der erfolgreiche Weg fortgesetzt werden. Dabei setzt die SPG vor allem auf Kontinuität.
Der Großteil der Mannschaft konnte gehalten werden, lediglich der Abgang von Torhüter Larson Petrusic schmerzt. Mit Kiyan Golkar wurde jedoch ein Ersatz verpflichtet, der schon in der Landesliga zwischen den Pfosten gestanden ist. Zudem kamen mit David Pazmandi vom SK Asten und Andel Dudakovic vom SK St. Florian weitere Verstärkungen hinzu. “Wir haben Spieler geholt, die bereits Erfahrung in höheren Ligen gesammelt haben. Gleichzeitig konnten wir unseren Kader zusammenhalten. Deshalb ist unser Ziel, mindestens so abzuschneiden wie in der vergangenen Saison“, sagt Weindl.
Keine einfache Vorbereitung
Ganz einfach verlief die Vorbereitung allerdings nicht. Aufgrund von Urlauben, Heimfahrten und privaten Terminen konnte die Mannschaft in keinem Testspiel mit der kompletten ersten Elf antreten. „Das hat unsere Vorbereitung erschwert. Aber auch andere Teams haben mit diesem Umstand zu kämpfen „, sagt Weindl.
Zum Saisonauftakt gegen Bezirksliga-Absteiger Thalheim fehlen voraussichtlich noch einige Spieler. Dennoch will die SPG von Beginn an konkurrenzfähig sein. „Es kann vielleicht bis zur dritten Runde dauern, bis wir unsere volle Schlagkraft haben. Trotzdem wollen wir von Anfang an versuchen, voll mitzuspielen.“
Der große Trumpf bleibt für Weindl der Zusammenhalt. „Wir sind als Mannschaft geschlossen, haben ein starkes Teamgefüge und die Spieler fühlen sich hier wohl. Das merkt man auch auf dem Platz“, sagt er.
SPG Neue Heimat/Edelweiß 1b setzt nach Abstieg auf Neustart
Nach dem Abstieg in die 2. Klasse Mitte steht bei der SPG Neue Heimat/Edelweiß 1B ein Neustart an. Die vergangene Saison verlief schwierig: Eine junge Mannschaft hatte mit fehlender Erfahrung, Verletzungsproblemen und einem überraschenden Trainerwechsel kurz vor Beginn der Rückrunde zu kämpfen.
„Unsere junge Mannschaft konnte ihr Potenzial nur phasenweise abrufen. Die fehlende Erfahrung sowie mehrere verletzungsbedingte Ausfälle wichtiger Spieler machten sich bemerkbar“, blickt Sportlicher Leiter Ingo Poglits zurück.
Ex-Pasching-Spieler seit Winter als Trainer tätig
Kurz vor dem Start ins Frühjahr musste der langjährige Trainer und Vereinsfunktionär Emin Agovic sein Amt aus familiären Gründen zurücklegen. „Für seinen Einsatz möchte ich mich im Namen es gesamten Vereins aber ausdrücklich bedanken“, sagt Poglits.
Für Agovic übernahm Manuel Jany, der früher als Fußballprofi beim SV Pasching aktiv war. Unter dem neuen Trainer stabilisierte sich die Mannschaft zwar, holte in der Rückrunde 16 Punkte und zeigte eine deutliche Entwicklung, am Ende fehlten aber dennoch zwei Zähler auf den rettenden Tabellenplatz.
In der Relegation konnte das junge Team dem Druck nicht standhalten, wodurch der Abstieg feststand.
Kader neu zusammengestellt
Nach der Saison musste der Verein einige schmerzhafte Abgänge verkraften. Mehrere erfahrene Spieler verließen den Klub aufgrund von Angeboten aus Bezirks- und Landesliga. Gleichzeitig gelang es der SPG, den Kader gezielt neu aufzustellen und eine Mischung aus jungen Spielern und erfahrenen Akteuren zu schaffen.
Für die neue Saison bleibt Manuel Jany Cheftrainer, zusätzlich verstärkt Amir Arsalan Roshanpour das Trainerteam. Zudem wurden zahlreiche Spieler aus der eigenen U18 in die Kampfmannschaft integriert.
Die Vorbereitung verlief bislang positiv, unter anderem sorgte der 4:2-Testspielsieg gegen Bezirksligist SC St. Valentin für Selbstvertrauen. Der Fokus liegt nun auf Entwicklung und Stabilität.
„Wir wollen unseren jungen Spielern die notwendige Zeit geben, sich sportlich und persönlich weiterzuentwickeln“, erklärt Poglits. Gleichzeitig soll die Mannschaft attraktiven Fußball zeigen und sich nach dem Abstieg wieder im Tabellenmittelfeld etablieren.








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